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wiki:jargon

Jargon

Eine Reise ist ein vortreffliches Heilmittel
für verworrene Zustände.
Franz Grillparzer 1791-1872

Fachsprache entsteht top-down und definiert Begriffe, sie klassifiziert, kategorisiert, systematisiert.
Jargon entsteht dagegen bottom-up, daher sind die Ausdrücke subjektiv und emotional, derb oder pejorativ, jedoch erfolgreich im alltäglichen Gebrauch, sind also

Beide, Fachsprache und Jargon, sind funktional und erlauben eine klare Kommunikation. Beide werden innerhalb einer Gruppe verwendet. Dabei entsteht im Gebrauch eine soziale »Sprachkomplizenschaft«, die nach innen identitätsstiftend wirkt, aber nach außen abgrenzt. Die einen gehören dazu, die anderen nicht. Wer dazugehören will, muss sich auskennen und dies beweisen können, denn Anfänger fallen auf die Initiationsriten rein.

Jargon kennt keine Berührungsängste: erlaubt ist, was gefällt, auch Anglizismen oder Lübke-Englisch. Jargon ist in aneren Sprachen bekannt als

  • slang (engl.)
    wenn die Sprache als soziales Unterscheidungsmerkmal besonders betont werden soll
  • lingo (engl.)
    ein verballhorntes Kofferwort für language und jargon wie CB lingo, truck lingo
  • argot (franz., auch engl.) eher im neutralen Sinne von Jargon für gruppenspezifische Begriffe. Abgeleitet im 17. Jahrhundert, vermutlich von den les argotiers, einer Gruppe von Dieben, also ursprünglich für die »Geheimsprache« der Fahrenden wie im Deutschen das
  • Rotwelsch als Jargon des Fahrenden Volkes

Weil Jargon meist bildhaft ist, finden sich verwandte Ausdrucksformen im Stereotyp, der Metapher, dem Sprichwort und anderen (Reise-)Bildern; englisch sayings, phrases, idioms.

Off-Road-Jargon rund um die Welt

Fernmobilreisende können sich auf unterschiedlichen Gebieten als kundig ausweisen. Im praktischen Gebrauch hat sich on the road eine internationale Fachsprache des Alltags entwickelt mit Beschreibungen von *Pisten, *Gelände und *Camps aus unterschiedlichsten Wurzeln.

Weitgehend international

Im nördlichen Afrika

In den Sahara- und Sahel-Ländern finden sich regionaltypische Begriffe arabischen oder französischen Ursprungs:
Arummila, Balise, Bidon, Bir, Erg, Fech-Fech, Hammada, Redjem, Serir, Wadi

Im östlichen bis südlichen Afrika

Australien

Die australische Offroad-Szene weist die Besonderheiten des »Aussie-English« auf, ist aber auch durch Sprache, Firmen, Produkte, Zeitschriften insbesondere mit derjenigen des südlichen Afrika verbunden

4WDing, Ashfelt, beef road, billabong, black earths, bogged, bushtucker, bush-bash, bushwhack[ing], bush walk, going bush, cairn, eski, gibber-plains, line, Mall Crawler, mud-plugger, Never-Never, Outback, pebbles, run-up, starpicket, Toorak Tractor, washouts

Nordamerika

Tiere, Natur, Wildnis

On-The-Road-Jargon

Allgemein verbreitet sind

Abwürgen, Der Freundliche, Flattern, Frisieren, Geisterfahrer, Kinderkrankheiten, Klingeln, Klopfen, Kuhfänger, Plattfuß, Töff-Töff, Zunder geben

Fernmobilreisende

Spitz- und Kosenamen für Fahrzeugtypen

Motorradfahrer

Oldtimer

Trucker

Verkehrsmittel

Wohnmobilisten

Fahrzeugteile und Zubehör

Aus dem Jargon anderer Gruppen

Rotwelsch, Gaunersprache und Straßenjargon

Berliner, Bulle, Charlottenburger, Grüne Minna, Lappen, Fleppen für Papiere, Hambocksland, Kaff für einen kleinen Ort, tippeln für das Reisen zu Fuss, schickern für trinken, Schickse, Schnorrant, verratzt sein, verramschen, verputzen und viele mehr stammen ursprünglich aus dem »Rotwelschen« und entstanden auf der Straße. Siehe auch *Rotwelsche Länderbezeichnungen.

Wanderjugend, Tramper, Traveller, Vanlifer

Militär

Affe, Allesfresser, Biwak, Emma, EPA, Moppel, Nato-Knochen, Nato-Ziege, Panzerband, Russen-Willys, Schweinenase, Technical
sowie die Raubtiernamen der Bundeswehr-Geländefahrzeuge Iltis, Wolf, Mungo, Dingo, Wiesel.

Polizei

Werkstatt

Werkzeug

wiki/jargon.txt · Zuletzt geändert: 2021/07/05 06:24 von norbert