Emmanuelle Charpentier: Mémoire du Roi pour servir d’instruction particulière au sieur de La Pérouse, Capitaine de Ses Vaisseaux, Commandant les Frégates de Sa Majesté, la Boussole et l’Astrolabe, 26 juin 1785 . S. 65-81 in: Olivier, Jean-Marc (Hg.): Sciences, techniques, pouvoirs et sociétés du XVe au XVIIIe siècle (période de la Révolution française exclue) Angleterre, France, Pays-Bas/Provinces-Unies et péninsule italienne, Ellipses, 2016, 9782340014329. ⟨hal-01756884⟩ Dies ist eine alte Version des Dokuments!
Inhaltsverzeichnis
Expeditionsmaler
Franz.: artist, dessinateur, illustrateur, peintre
Engl.: artist, illustrator, painter, scientific artists, shipboard artists
Begriff und Abgrenzung
Expeditionsmaler/-zeichner (engl. shipboard artist) sind als Expeditionsteilnehmer weisungsgebundene Auftragsmaler und erstellen im Rahmen der Expeditionsziele und in Zusammenarbeit mit den anderen Expeditionsteilnehmern Zeichnungen, die einen Sachverhalt (Menschen, Tiere, Pflanzen, Landschaften …) dokumentieren.
Der Begriff 'Expedition' im Sinne von Reisen erscheint um 1580 zuerst, sachlich sind Auftragsfahrten zur Erkundung mit visueller Dokumentation bereits früher greifbar. Zeichungen, Karten, Bilder waren ebenso wie Logbücher und Tagebücher Eigentum des Auftraggebers. Nicht klar abgrenzbar sind die Zuständigkeiten, wenn andere Experten auch Zeichnungen erstellten, insbesondere
- Kartenzeichner (engl. draughtsman)
Eine Zeichnung der Küstenlinie erforderte auch künstlerische Fähigkeiten, musste jedoch für die Orientierung brauchbar sein. - Naturforscher (engl./franz. 'naturalists') kamen nicht umhin zeichnerische Fähigkeiten zu erlernen, damit sie Zeichnungen zum Zeitpunkt des Auffindens erstellen konnten.
Hier nicht erfasst sind dagegen:
- Maler als Teilnehmer von Gesandtschaftsfahrten;
- Maler, die Bilder nach Expeditionsberichten oder Sammlungen (etwa Herbarien) erstellten, ohne daran teilgenommen zu haben (z.B.
Johannes Vingboons, 1616–1670). - Künstlerreisen in exotische Regionen.
- Alleingänger, die auf eigene Faust Erkundungsfahrten in wenig bekannte Gebiete unternehmen und zeichnerisch begabt waren wie etwa der Jesuit
Louis Nicolas(1634–1682/1700?) mit seinem Codex canadiensis oderMaria Sibylla Merian1699 bis 1701 (→ Ausstellungen). Alle Kategorien bricht auchCaspar Schmalkalden(1616–1673), der im Dienst der West- und Ostindien-Kompanie stand, aber nicht als Maler, und aus dessen Rückfahrt nach Europa eine unfreiwillige Weltreise wurde (1642–1652). Er verfasste nach seiner Rückkehr einen Reisebericht mit zahlreichen von ihm erstellten Bildern.
Instruktionen
Reisesammlungen zeigen, dass dem Bildanteil in den Berichten aus der Neuen Welt etwa ab de Bry (1590) erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Kritik findet sich darin begründet, dass die Zeichner nicht nach der Natur zeichneten, sondern nach dem, was ihnen erzählt wurde. Zeichnende Augenzeugen wiederum waren künstlerische Autodidakten. Die Auftraggeber formulierten Instruktionen auch für die visuelle Dokumentation. Spezifische Maßgaben für Expeditionsmaler können sein
- Verbot von Zusätzen und Ausschmückungen
- Größenvergleich, ähnlich dem Maßstab in Karten
- Farbentreue, etwa durch Farbscalen oder Codes
Johann Georg Gmelin
Instruktion für die akademischen Zeichner (Berckhan & Lürsenius)
Nr. 15, S. 69–71 in: Wieland Hintzsche & Heike Heklau (Hg.): Dokumente zur 2. Kamtschatkaexpedition 1733–1743, Band 1, Akademiegruppe. Halle 2007.- Instruktion für die Maler der 2. Kamčatkaexpedition Dokumente zur 2. Kamčatkaexpedition 1730-1733 vom 7. Juli 1733, S. 523–529 in: Wieland Hintzsche & Heike Heklau (Hg.): Dokumente zur 2. Kamtschatkaexpedition 1730–1733. Akademiegruppe. Halle 2007
Diese Instruktion des Schweizer MalersGeorg Gsell(1673–1740), Zeichner an der Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg, siehe aus dem Lateinischen übersetzt in Wannhoff (2017). Otto Gsell
Georg Gsell (1673–1749), Hofmaler Peters des Grossen, Schwiegersohn von Maria Sybilla Merian und Schwiegervater von Leonard Euler.
S. 317–358 in: St. Galler Kultur und Geschichte. Bd. 11, 1981.
„Les « artistes » mentionnés dans le préambule revêtent ici toute leur importance : un peintre, Gaspard Duché de Vancy, auteur d'un portrait de Marie-Antoinette, et deux dessinateurs de botanique. Le premier est chargé de restituer les paysages par des dessins ou des peintures, de manière réaliste en intégrant des effets de perspectives pour mieux rendre compte des distances. Les dessinateurs ont pour mission de représenter précisément la faune et la flore. Ces illustrations complètent les observations des savants : les supports sont ainsi multipliés.“ 1)
