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Hippie

Der Hippy (Singular) bezeichnete im amerikanischen Englisch (Szenejargon) etwa ab 1960 mehr oder weniger abwertend den »kleinen Hipster«; geprägt wurde er von Herb Caen im San Francisco Chronicle.

Nun begann die Zeit der Hippies als »Blumenkinder«, ausgehend von den Vierteln Greenwich Village in New York City und Haight-Ashbury in San Francisco, der Slogan Flower-Power entstand. Als Massenbewegung entstand eine neue populäre Kultur (Popkultur), deren Offenheit und Freiheitsideen sympathisch waren und ansteckend wirkten: freie Liebe, Drogen, psychedelische Musik, Unterwegs-sein, bunte Kleidung , lange Männerfrisuren, Blumen im Haar, alternative Lebensstile, Frugalismus, Leben in der Natur, Selbstversorgung, spirituelle Ideen und so fort. Nach einem halben Jahrhundert mit zwei Weltkriegen wünschte man sich unisono eine rosa Zukunft, die nur Schönes und Gutes verhieß.

Zwischen 1967 (summer of love) und 1969 (Woodstock Festival) ließen sich die Illusionen aufrechterhalten: mit dem Magic Bus bekifft auf der *Magical Mystery Tour und über den Hippie Trail ins New Age-Zeitalter galten als must-have. Die Wirklichkeit war jedoch grausam: Beim Altamont Festival der Rolling Stones begehen die Hells Angels einen Mord vor der Bühne, die Drogentoten waren nicht zu übersehen und der Vietnamkrieg begann. Mit genügend zeitlichem Abstand feierte das romantisierte Bild der Hippie-Zeit nach dem Jahr 2000 eine Auferstehung als Retro-Chic, Boho-Chic, Ibiza-Stil.

Typische Sprüche aus der Hippie-Zeit


Literatur

R.I. Jobs
Youth Movements: Travel, Protest, and Europe in 1968
The American Historical Review, 114, 2 (2009), 379

1)
New Directions 25: an International Anthology of Prose and Poetry. James Laughlin (Hg.)
2)
Timothy Leary: Turn on, tune in, drop out. 1965; 1. Auflage. Ronin: Oakland
3)
Mensagespräch mit Rainer Langhans: „Ich war vollkommen verklemmt“ Von Justus Bender 20. April 2010 in: ZEIT Campus 3/2010
4)
Hans Joachim Winkler, Helmut Bilstein: Das Establishment antwortet der APO: eine Dokumentation. C. W. Leske, 1968 S. 148
5)
L'Éphémère. Fondation Maeght, 1968
6)
Helke, Sander: Frauen und Film. Heft 12. Filmemacherinnen I. Rotbuch Verlag, 1977, S. 8
7)
Die Phantasie an die Macht. Jean-Paul Sartre: Ein Gespräch mit Daniel Cohn-Bendit. 31. Mai 1968, ZEIT Nr. 22
8)
Gerald Handel, Gail G. Whitchurch: The Psychosocial Interior of the Family. Transaction Publishers, 1968, ISBN 978-0-202-36990-7