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Störtzer
Landstörtzer hießen bettelnde Landstreicher (»die sich lantsknecht nennen und selten oder nimer in krieg kumen«), bevor sie den lateinischen Namen Vagabunden erhielten. Sie werden in Aufzählungen begleitet von:
- betler, bettelmünch, sambler zu den bettelklöstern, faullentzer, gassentreter, küchensterzer, landfarer, müsziggänger, fauler schlüffel, umbschweifer
Der Name (auch Stor(t)zer, Ster(t)zer) leitet sich ab vom mittelhochdeutschen sterzære `daʒ sint ouch sterzere unde lotere und ander unnütze volc´ 1). Zugrunde liegt as Verb stërzen `steif emporragen´, das sich auch in stërzel-krût `Fenchelrute´ findet und im stërzel-meister, dem Bettelrichter oder Bettelvogt, der den weißen Bettelstab als Zeichen der Rechtlosigkeit und Ausweisung vergab 2).