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Reparatur
Viele Fehler lassen sich beheben, indem die Bedienungsanleitung gelesen, verstanden und befolgt wird oder indem ein Produkt gepflegt und gewartet wird, also Wartung und Instandhaltung. Die Hauptursachen von Autopannen sind ein leerer Tank und eine entladene Batterie. Dort, wo ein Laie eine Reparatur für nötig hält, ist also oft nur ein systematisches Nachdenken oder ein anderer Umgang mit der Technik nötig.
Andererseits ist der Wunsch nach einer »vorbeugenden Reparatur« verständlich, jedoch nicht umsetzbar. Aufträge auf der Basis von Befürchtungen helfen der Werkstatt, nicht dem Fahrzeug: »If it ain't broke, don't fix it!« Zum einen ist ein neues Ersatzteil nicht unbedingt besser als ein funktionierendes Altteil. Zum anderen sind bei jedem Eingriff Kollateralschäden fast unvermeidbar.
Pannen lassen sich manchmal durch Nachdenken und eine Fehleranalyse selber beheben. In unseren Breiten ist Hilfe meist nicht weit und mit dem Handy leicht zu organisieren. Das ist ärgerlich, aber nicht bedrohlich. In einsamen Gegenden sieht das anders aus: ein bushcamp kann erforderlich sein, der richtige Umgang mit der Notsituation erfordert ein nüchternes Problemlöseverhalten und buschmechanisches Handeln.
Wer gelernt hat, Dinge selber zu reparieren (*DIY), ist im Vorteil. Dies erfordert einerseits eine Wertschätzung der Dinge, andererseits eine positive Einstellung durch eigene Arbeit Werte zu erhalten. In Schlagworten ausgedrückt: Nachhaltigkeit statt Wegwerfmentalität. Das Reparieren zu kultivieren ermöglicht mehr Selbständigkeit und Autarkie in selbst geschaffenen Kreisläufen und mindert die Abhängigkeit von externer Versorgung (»Subsistenz«).
Reparieren ist dem Erschaffen von etwas Neuem nahe verwandt. Wer etwas repariert, muss die dem Ding innewohnende Idee des Erfinders nacherfinden und einen neuen, kreativen Weg finden sie wiederaufleben zu lasssen. Die Freude, etwas Altes kreativ zu neuem Leben zu erwecken, ist die eigentliche Quelle des Reparierens und unterscheidet es vom Flicken als dem behelfsmäßigen Wiederherstellen einer Funktion.
Dieser Einstellung entgegengesetzt ist die Entwertung als Abfall, das gedankenlose Wegwerfen. Der unentwegte Konsum von Neuem treibt den Wirtschaftskreislauf an, reduziert den Wert der Dinge aber auf deren Gebrauchswert. Etwas Altes zu erhalten wird aus dieser Sicht oft als »Sparen aus Geiz« abgewertet. Alte Dinge können jedoch durch den Gebrauch bei abnehmendem Gebrauchswert auch an Wert gewinnen. Viele Menschen nehmen das bei ihren Lieblings-Kleidungsstücken wahr: einer Jacke, einem T-Shirt oder einem Paar Schuhe.
