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Genius Cucullatus

Die Erinnerung an den keltischen Cucullatus - ein Nothelfer des »kleinen Mannes« - lebt fort im Sandmännchen, in den Heinzelmännchen, in den sieben Zwergen - sie alle sind stets unterwegs, erscheinen unvermittelt, leben in der Wildnis - in den Bergen, in Höhlen, im Untergrund - und sind freundliche, hilfsbereite, kundige Gnome, Wichtel, Zwerge (engl. dwarf, goblin), erkennbar am Kapuzenmantel mit spitzer Kapuze. Die Kleidung unterscheidet sie vom Archetypus des Wilden Mannes, der zwergenhafte Wuchs unterscheidet sie vom riesenhaften Christophorus, ihr Lebensraum unterscheidet sie von Reisegöttern.

Kapuzenmäntel

`Kapuze´ (engl. hoodie) ist »eigentlich der an der kappe hangende cucullus, 'kappenzipfel' zum überschlagen über den kopf, von mlat. caputium, it. cappuccio m., franz. capuce m. (capuchon)« 1), bezeichnet jedoch ebenso wie lateinisches cappa einen Kapuzenmantel, das dessen Träger weitgehend verdeckt, schützt und verbirgt. Kapuzenmäntel 2) dienten als Schutz gegen Regen, Kälte, Sonne und wurden damit bevorzugt zur Kleidung von Personen, die solchen Wetterbedingungen ausgesetzt waren:

  • Bauer, Landmann
  • der Bergmann des Mittelalters trug einen Gugel, einen braunen Arbeitskittel mit Kapuze
  • Bettler
  • Fischer
  • Gaukler und Fahrendes Volk
  • Gebirgsbewohner
  • Gugelmänner, die mittelalterlichen Leichenträger
  • Jäger
  • Kutscher auf ihren Fuhrwerken
  • Reisende: »cuculio vulgaris viatorius« 3)
  • Seeleute
  • Sklaven
  • Soldaten
  • Träger mit ihren Lasttieren: »cucullus mulionicus«

Dementsprechend diente die Darstellung eines Kapuzenmantels als Metapher:

  • für die genannten Gruppen im »einfachen Volk«;
  • zur Bewertung dieser Tätigkeiten: abwertend, lächerlich, bemitleidenswert, misstrauisch;
  • für das Tarnen und sich verbergen unter dem »cucullus nocturnus«, dem `mitternächtlichen Kapuzenmantel´ 4)
  • für typische Kleidungsstücke für Kinder;
  • für das Unterwegs-sein, »eine Chiffre für Reisende« 5) ;
  • für die Völker im kalten Norden, insbesondere Gallier, Kelten, Noriker;
  • für kapuzentragende Dämonen, Geister, Genien im Volks- und Aberglauben;
  • für den obersten Berggeist, den Kapuzer 6);
  • für `Kuttenträger´ lat. cucullarius »qui cuculla vestitus est« bezeichnet ab dem 4. Jahrhundert zunächst bestimmte Mönche (Kapuziner), erkennbar an einer besonders langen, spitzen Kapuze 7), später alle Mönche.

Name und Bezeichnung

Ein eigentlicher Name des Genio Cucullato ist nicht bekannt, seine Bezeichnung als `Cucullatus´ beruht auf einer Äußerlichkeit, dem Kapuzenmantel. Diese Bezeichnung ist belegt durch Inschriften wie am Altar von Wabelsdorf, Österreich, und verbunden mit Abbildungen und Figuren in den antiken keltisch-römischen Gebieten Noricum (Alpen-Donauraum), Gallien (Mosel-Rhein), Germanien, Iberia (ab dem 1. Jh.), Britannia (2. bis 4. Jh.) 8). Darüber hinaus gibt es etruskische und griechische Abbildungen eines ebensolchen Männchens in einem Kapuzenmantel, letztere werden als Telesphoros bezeichnet 9). Sie alle bezeichnen einen hilfreichen Schutzgeist, der durch seine typische keltische Reisekleidung anzeigt, dass er mit der Natur vertraut ist und jederzeit bereit zum Aufbruch.

Cucullatus leitet sich ab von der keltischen Bezeichnung für Kapuze *kukka10) (latinisiert `cucullus´) für die `Kalotte einer Kopfbedeckung´, wie sie auch in bardocucullus erscheint 11). Damit ist zwar klar, dass der Genius Cucullatus immer einen Kapuzenmantel 12) trägt, doch verweist nicht jeder Kapuzenmantel auf einen Genius Cucullatus. Die verhüllende Kapuze findet sich als unsichtbar machender Mantel in der Tarnkappe (=hël-kappe, ahd. tarnan, `verbergen´) beim Zwerg Alberich (=Oberon) in der Nibelungensage.

Beschreibung

Der Genius Cucullatus zeichnet sich aus durch

  • Körpermaße:
    • Kopf zu groß, Beine zu kurz, stämmiger Rumpf > Gnom, Kobold, Waldschrat, Wichtel, Zwerg 13)
  • Kleidung:
    • Kapuzenmantel
      • Symbol der Nacht »Le manteau nocturne« 14)
      • Zauberhelm, Tarnkappe
      • »Le manteau et le phallus« 15) > Priapus von Rivery (1. Jahrhundert)
    • Zipfelförmige Kapuze
  • Darstellungsart:
    • Weit überwiegend Kleinkunst aus dem persönlichen und häuslichen Bereich.
    • Kegelform von Figur und Kapuze > kegelförmige Steinfigürchen als Grabbeigaben in der Arras-Kultur (England) > Steinmann.
      Der `Kegel´ als pyramidale Figur ist die abstrakteste Form des Kapuzenmännchens, dessen sprachliche Wurzeln auf die Form eines großen Gelenkknochens (insbes. den Vorderschenkel des Pferdes) und den Phallus zurückführen 16).
    • Phallus-Form im römischen Britannien und im griechisch-römischen Raum > Völsi, ein Pferdephallus
    • Figuren aus gebranntem Ton im Rheinland
    • Reliefs im römischen Britannien
  • Typus:
    • bärtiger Mann > Wilder Mann
    • Die Deutung als `Kind´ kann zum einen der zwergenhaften Darstellung geschuldet sein. Sie kann aber auch ausdrücken, dass der Genius mit der Glückshaube geboren wurde, daher später hellsehend wurde und diese Eigenschaft mit der getrockneten Eihaut weitergeben kann (Quelle s.u.).
  • Umgebung: (Wohn-)orte in der Wildnis, Landschaften:
  • Funktion:
  • Eigenschaften und Attribute
    • Fruchtbarkeit, lebenspendend ζωοφόρος Attribut: Eier 18)
      In Island heißen die Eihäute bei der Nachgeburt Barnsfylgja; diese werden »Glückshaube« und sigurkufl (kufl `Kapuzenmantel´; hetta ist die Kapuze) genannt, wenn das Kind bei der Geburt noch davon überzogen ist, und das Kind wird später hellsehen `skygn´ können. Die getrocknete Eihaut ist Heimat des Schutzgeistes, dessen Wirksamkeit damit weitergegeben werden kann 19), auch »Westerhaube« 20).
    • Übergang zur Unterwelt (Grube), Attribute: Kapuzenmantel, Fackel, Lampe 21)
    • Bringt den Schlaf, den Heilschlaf ebenso wie das Entschlafen > Psychopompos
    • nicht-menschliche Kräfte, Attribut: Schwert > Eckisax, Nagelringr
    • Wissen/Weisheit, Attribut im Trierer Raum: Schriftrolle (lat. enchiridum) 22)
  • Begleiter:
    • Triaden im römischen Britannien und in Phrygien > Der Dritte (Andere)
    • Erdgöttin, Μάτηρ Μηλήνη, Deae matres »Cuda«
    • Asklepios und Hygieia > Telesphorus

Verbreitungsraum

  • Die ältesten Hinweise weisen den Kapuzenmantel den Sentonen 23) zu (französische Atlantikküste) entlang der Charente, den Segusiavi im Raum Lyon, dem illyrischen Volk der Bardaei unter dem König Bardylis.
  • Im Bayrischen als Goggolori, ein Kobold oder Waldschrat, aus mhd. goukelære, gougelære `Zauberer, Gaukler, Taschenspieler´ 24) und ahd. gougalâri 25), ein Zauberer, Magier, Beschwörer ambivalent sowohl als weiser, kundiger Mann als auch als Gaukler, Verblender, Betrüger.
  • Im Alpenraum: Venedigermandl, Buzen, Bergmännlein und andere.
  • Die schwäbischen nackten Männlein (Männlein von Hemmendorf), mit Fackel (?) und kurzem Kapuzenüberwurf.
  • Im Schweizerischen als Goggoli `guter, aber närrischer Kerl´ und Gigeliman Golis `Späße treiben´ 26).
  • In Tirol heißt er Nörggele, der kleine Noriker, Noriculus, also die Herkunft aus Noricum bezeichnend.
  • In der Eifel ist es der Wichtel oder Wichtelmann, der an Quellen und Bächen haust, nördlich der Eifel als Killewittchen und Heinzelmännchen in Köln.
  • In Thüringen: Erzmännchen
  • Der Name wohlwollender Schutzgeister war oft namengebend für Orts- und Flurnamen, etwa:
    Guggenberg und Guggenbichl, italienisch Monte Cucco 27), französisch Colcuc, okzitanisch Montcuq, Cuc, Cocumont 28), aber auch Kuchl, Kuchen, Kuckucksberg und ähnliches.
  • Im Irischen der Sētanta Cūchulinn 29) in Verbindung mit dem Schmied, Pferden und dem Lenken von Wagen.
  • Dem keltischen Cucullatus entsprechen die nordgermanischen Elfen/Alben mit vergleichbaren Eigenschaften etwa als Schmied: *albaz `Handwerker, magischer Helfer´.

Das Kapuzenmännlein erscheint in bergigen Regionen, so dass sich ein Zusammenhang mit dem keltischen Bergbau aufdrängt; Untersuchungen dazu gibt es nicht. Der Abbau von Erzen verbindet in diesen Regionen den Bergmann in der Grube mit dem Schmied am Feuer und dem Köhler im Wald.
Im germanischen Raum des nördlichen Europa fehlt das Kapuzenmännlein, vielleicht weil Wanderschmiede hinreichend Raseneisenstein an der Erdoberfläche fanden. Von germanischer Seite kam jedoch das Ei als Attribut und als Symbol für die Glückshaube (Tarnkappe) hinzu, verbunden mit seherischen Fähigkeiten und Fruchtbarkeit. Die Fruchtbarkeit der Frau verband sich mit der Vorstellung der Fruchtbarkeit von Mutter Erde beim Bergbau.
Die archaichste Darstellung des Genio Cucullato in Form von Tonfiguren findet sich im Wassereinzugsgebiet von Mosel und Rhein, außerhalb davon ist nur noch eines in England bekannt 30). Typisch für England sind dagegen die Darstellungen von drei Genii Cucullati, nur eine solche Gruppe fand sich auf dem Festland, in Kärlich 31) an der Moselmündung in den Rhein.
Über die Quellen des Rheins und die Alpenübergänge gelangte der Genius in den etruskischen Raum und entlang der Donau über Noricum und mit den Galatern in den griechischen Raum als Telesphoros 32).

Literatur

  • Amand, Marcel
    A propos d'une figurine de genius cucullatus découverte à Tournai.
    Latomus 30.1 (1971) 142-145.
  • Luigi D’Ambrosio
    Il cucullus: uomini e geni.
    Rivista storica dell‘Antichità 22/23 (1992/93) 179–237
  • Jacques André
    Un Genius Cucullatus inédit trouvé à Sarzeau (Morbihan). Ogam 15 (1963) 331-332
  • Andreae, Bernard, Robert, Carl [Hg.]
    Die antiken Sarkophagreliefs (1,2)
    Die Sarkophage mit Darstellungen aus dem Menschenleben: Die römischen Jagdsarkophage.
    Berlin, 1980.
    130-133 6.4: Der genius cucullatus und die Deutung der Treibjagdsarkophage. Hier ist der Genius ein Todesgenius, der hilft, das gejagte Wild seiner Bestimmung zuzuführen; er führt das Netz für die Vogeljagd.
  • de la Bedoyère, Guy
    Gods with thunderbolts: Religion in Roman Britain.
    Stroud : Tempus, 2002/2007 S. 166–168
  • Birkhan, Helmut
    Kelten.
    XI, 1261 S. Wien 1997: Österreichische Akademie der Wissensschaften.
    S. 146 f., 626 Telesphoros, 748 kegelförmige Figürchen der Arras-Kultur; 749 Muttergottheit Cuda
  • Bittrich, Ursula
    Traum - Mantik - Allegorie.
    Die „Hieroi Logoi“ des Aelius Aristides im weiteren Kontext der griechisch-römischen Traumliteratur.
    (= Millennium-Studien, 61) Berlin De Gruyter 2017
    S. 48, 89, 91: Horus, telós Tod > Todesdämon und teleté Weihe > Initiationsdämon
  • Boeckh, August
    Corpus inscriptionum Graecarum. [=CIG]
    Berolini, 1828-77
    S. 479 Der Name Telesphoros bezieht sich auf ad magicam per τελετάς et τελεσφορίας medicinam. Boeckh vergleicht den Genius mit dem Telesphoros im Pergamon neben Asklepios und Hygieia.
  • Margherita Bolla
    Lucerna figurata Romana in bronzo da Montecchio Maggiore.
    In: Studi e Ricerche - Associazione Amici del Museo - Museo Civico „G. Vannato“ Montecchio Maggiore (Vicenza), 17 (2010) 51-69.
    Mit zahlreichen Abbildungen des cucullatus als Lampe, bei denen der Phallus hervorragend leuchtet.
  • Calvetti, Anselmo
    Geni „Pileati“ e „Cucullati“.
    Lares 66 (2000) 709-724
  • Calvi, C.
    I cucullati d'ambra di Aquileia.
    Roma: Archaeologica 141 (2004) 173-177.
  • D. Colli
    Telesforo.
    in: Enciclopedia dell' Arte Antica 1997. Bd. 7, S. 674 Online
    Eine ausführliche Übersicht mit Quellen u.a. mit Hinweis auf die ältesten Zeugnisse, vier Tonstatuetten Tempelbezirk der von Kybele auf dem Palatin in Rom aus den Jahren 204 bis 111 BC. In Phrygien ist die Figur mit dem Kult lokaler Muttergöttinnen (Μάτηρ Μηλήνη) verbunden, wie Münzen des 1.-2. Jahrhunderts BC zeigen, auch mit Demeter und Kybele. Häufige Attribute sind Schlange, das Ei, selten ein Globus. Häufig in Triaden mit Asklepios und Hygieya (vielleicht als der Dritte, der Andere, zwischen Mann und Frau > Phallus).
  • S. Deyts
    Les genii cucullati de Pithiviers-le-Vieil (Loiret).
    Revue archéologique du Loiret 18 (1993) 98-102.
  • Deonna, Waldemar
    Télesphore et le „ genius cucullatus “ celtique.
    In: Latomus 14 (1955) 43–74
    Eine umfassende Zusammenstellung der Bildquellen bis 1955.
  • Ehling, Kay
    Ein reitender Telesphoros.
    In: Epigraphica Anatolica : Zeitschrift für Epigraphik und historische Geographie Anatoliens, 38 (2005) 159 ff.
  • Rudolf Egger
    Genius cucullatus.
    Wiener Prähistorische Zeitschrift 19 (1932) 311-323
  • Rudolf Egger
    Der hilfreiche Kleine im Kapuzenmantel.
    Österreichische Jahreshefte 37 (1948) 90-111
  • Ettmayer von, K.
    Cucullus im Romanischen.
    Anzeige der Akademie der Wissenschaften in Wien, philos.-hist. Klasse 5-7 (1932) 143-155
  • Eveillard, J.-Y.
    Statues de l'Antiquité remaniées à l'époque moderne.
    L'exemple d'une tête au cucullus à Châteauneuf-du-Faou (Finistère).
    Revue archéologique de l'Ouest 12 (1995) 139-146.
  • Elena Gritti
    La fondazione di una „ecclesia“ in „Cucullae“ (Kuchl/Austria) nel V secolo: la testimonianza della „Vita sancti Severini“ (BHL 7656).
    Antesteria 5 (2016) 255-263
  • Waldemar Habery
    Kapuzengötter im Rheinland?
    Rheinische Vorzeit in Wort und Bild 2 (1939) 110-112, Abb. 1, 2
  • Heichelheim, Fritz M.
    Genii Cucullati.
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  • A. Hoffeneder
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  • Franz Jantsch
    Über den genius cucullatus.
    Carinthia I 123 (1933) 12–14
  • Jenkins, Frank
    The Genius cucullatus in Kent. A note on a Roman-Gaulish clay figurine found at Reculver.
    Archaeologia Cantiana 66 (1953/54) 86-91
  • Hedwig Kenner
    Zu namenlosen Göttern der Austria Romana II. Genius cucullatus.
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  • Leach, J.
    Note on the figure of a Genius Cucullatus from Corbridge.
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  • Marco Simón, F.
    Cucullus, ara, sacerdos. Transición ritual en una imagen vascular de la Celtiberia.
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    Cūchulinns Wagenlenker Laeg besitzt einen Kapuzenmantel, der ursprünglich Cūchulinn gehört hat (Thurneysen S. 279 ).
  • Monaghan, Patricia
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  • Julián Santano Moreno
    IE. *keu-„torcer“ en las lenguas romances y en vasco.
    In: Nouvelle revue d'onomastique, 51 (2009) 235-272. DOI Online
    S. 258-263 Etymologische Zusammenhänge abgeleitet von *keuk- u.a. zu cucullus, cucullatus, gugel, kogel mit der Bedeutung `etwa Aufragendes mit einer Spitze am oberen Ende´
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    Telesphorus – Genius cucullatus.
    Zu Denkmälern von Kapuzengöttern.
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    Cucullus
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  • Rodríguez Ceballos, M., Salido Domínguez, J.
    Los cucullati de la ciudad romana de Clunia (Burgos).
    Madrider Mitteilungen 53 (2016) 298-324.
  • Helga Rösel-Mautendorfer
    Genähtes aus dem Hallstätter Salzberg.
    Prähistorische Textilfunde aus Hallstatt im Vergleich mit eisenzeitlichen Gewanddarstellungen.
    Magisterarbeit Wien 2011
  • Salido Domínguez, J., Rodríguez Ceballos, M.
    Figurillas de encapuchados hispanorromanos: Definición, clasificación e interpretación.
    Archivo Español De Arqueología, 88 (2015) 105–125. DOI
    Eine gründliche Zusammenfassung des Forschungsstandes bis 2015 mit Bibliographie. Die ältesten Kapuzenfiguren sollen aus Italien stammen. Außerdem ein Katalog von 34 iberischen Funden von Kapuzenmännlein, die zum Teil als Tintinnabula (Glöckchenspiel) interpretiert werden.
  • Temporini, Hildegard
    Politische Geschichte: Provinzen und Randvolker: Lateinischer Donau-Balkanraum.
    Band 6. 2: Principat. Berlin 1977. De Gruyter.
    S. 348 Gute Zusammenfassung
  • J. M. C. Toynbee
    Genii cucullati in Roman Britain.
    in: Hommages à Waldemar Deonna (= Collection Latomus 28), Brüssel 1957, 456–469
  • Verkerk, Dorothy
    Genius cucullatus Exhibition.
    University of North Carolina Chapel Hill 1998
  • Vertet, H.
    Nouvelles statuettes gallo-romaines en terre cuite blanche.
    A. Déesse-mère et 'cucullatus' du Musée de Saint-Bertrand-de-Comminges.
    B. Vénus, 'cucullatus' et autres figurations de l'officine de Thiel-sur-Acolin (Allier)
    Revue Archéologique de l'Est. Du paléolithique au moyen âge 11 (1960) 297-314.
  • Imre Waldapfel
    Martyr occultus.
    Lyka Emlékkönyv, Budapest 1944, 136-157 (ungarisch)
  • Trencsényi-Waldapfel, Imre
    Untersuchungen zur Religionsgeschichte.
    555 S., Amsterdam 1966: Hakkert. S. XXVIII (Abb.), 463-465
  • Walter, Hélène
    La sculpture d'époque romaine dans le nord, dans l'est des Gaules et dans les régions avoisinantes: acquis et problématiques actuelles.
    Actes du Colloque international qui s'est déroulé à Besançon les 12, 13 et 14 mars 1998, à l'initiative des Universités de Franche-Comté et de Bourgogne.
    396 S. Paris 2001: Presses Univ. Franc-Comtoises. Hier: 73-74 Fn 18
  • Joshua Whatmough
    On the name of the Genius Cucullatus.
    Ogam: tradition celtique 5 (1953) 65-66
    Der hilfreiche Geist im Kapuzenmantel (genius cucullatus) trägt ein typisch keltisches Gewand. Sein Wirkungsbereich liegt vor allem in der Fruchtbarkeit und Heilkunst; er geleitet auch die Toten ins Jenseits.
  • Wroth, Warwick
    Telesphoros.
    The Journal of Hellenic Studies, 3 (1882) 283-300.
  • Zerres, Jutta
    Kapuzenmäntel in Italien und den Nordwestprovinzen des Römischen Reiches.
    Gebrauch – Bedeutung – Habitus.

    149 S. Kerpen-Loogh 2017: Verlag Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF) Quellen zum Cucullus s. S. 17–19. Online
1) , 6)
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bd. 11, Sp. 202
2)
Zerres 2017; Paul, Hermann, Karl von Amira: Grundriss der germanischen Philologie. Bd. 2, Abt. 2. Strassburg 1901: Karl J. Trübner. S. 241 männliche Kleidungsstücke
3)
scriptores historiae augustae SHA Lucius Verus 4, 6
4)
z.B. , berichtet Juvenal (6, 117-118) dass sich Messalina, Gattin des Kaisers Claudius, in einem solchen Kapuzenmantel´ nachts durch die Straßen Roms in ein Bordell schlich.
5)
Zerres 2017:30
7)
„cucullatus“, Mittellateinisches Wörterbuch, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/21, <https://www.woerterbuchnetz.de/MLW?lemid=C11202>, abgerufen am 05.04.2022.
8)
Auf einer Reliefplatte als Begleiter ins Jenseits Online und Online sowie 11 Objekte
9)
Telesphoros erscheint erstmals 101 n. Chr. in Pergamon, Griechenland, zusammen mit Asklepios und Hygieia und später in Kleinasien (Kerenyi l959, Boeckh). Sein Name verweist auf telós `Tod´ und teleté `Weihe´ (Bittrich 2017). Er ist nicht griechischen Ursprungs, daher wahrscheinlich über Phrygien aus dem Donauraum übernommen.
10)
Moreno 2009
11)
Martial 14, 128: »Bardocucullus. Gallia Santonico vestit te bardocucullo. Cercopithecorum paenula nuper erat.« Vordergründig `Bardenkapuze´, jedoch wohl eher auf einen Stamm der Illyrer verweisend, deren König Bardylis (um 450 BC bis 358 BC) war
12)
Zerres 2017
13)
Rauscher, Helga: Anisokephalie: Ursache und Bedeutung der Grössenvariierung von Figuren in der griechischen Bildkomposition. Wien 1971: Notring, S. 338
14) , 15)
Deonna 1955: 32-35
16)
aus *kukul; über kegil auch `keilförmiger Pflock´, synonym mit `bolz´ > thunderbolt `Donnerkeil´, Poltergeist, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bd. 11, Sp. 383 `Kegel´, dort auch weitere Verbindungen zu Pferdeopfern für Wotan, dem Kegelspiel mit Knochen und Totenköpfen und mehr. Siehe auch *keuk- bei Moreno 2009. Knochen wurden beim Schmieden dem Eisen zur Stahlerzeugung zugesetzt.
17)
Der Genius als Begleiter ist vergleichbar mit den Begleitern des Donnergottes in mehreren Mythen, die stets zwergenhaft erscheinen und mit dem Phallus verbunden sind, siehe Schröder, Franz Rolf: Germanische Urmythen. Magnus Olsen in Oslo zum sechzigsten Geburtstag am 28. November 1938. Leipzig 1938: Teubner. S. 216-221 Thjalfi mit Thor, Vishnu mit Indra; 222 Wotan und Völsi
18)
Heichelheim 1935
19)
Bartels, Max: Isländischer Brauch und Volksglaube in Bezug auf die Nachkommenschaft. in: Zeitschrift für Ethnologie 32 (1900) 52-86, hier: S. 85 Online.
Der dieser Haut innewohnende Schutzgeist heißt auch Forynja, weil er dem Kind vorausgeht. siehe: Ploss, Hermann Heinrich: Das Weib in der Natur- und Völkerkunde. Band 2. Berlin 1927: Neufeld & Henius. S. 227-228.
Kouematchoua, Judith: Die Versorgung der menschlichen Nachgeburt als Spiegel ihres ethno-medizinischen Stellenwertes weltweit. 166 S. Diss. Universität Witten/Herdecke 2010 Salumed-Verlag Online
20)
„westerhaube, f.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/21, <https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=W18325>, abgerufen am 07.04.2022.
21)
Bolla 2010
22)
Jenkins 1953; im keltisch-germanischen Raum wurde Schrift abgelehnt und Menemotechnik bevorzugt.
23)
Martial 14, 128
24)
Mittelhochdeutsches Handwörterbuch von Matthias Lexer Bd. 1, Sp. 1059
25)
Althochdeutsches Wörterbuch
26)
auch: Gaggelagi, Goglari, Gol, Schweizerisches Idiotikon Bd II 216
27)
Pellegrini, Giovan Battista
Toponomastica italiana.
Milano 1990: Hoepli
28)
Gsell, Otto
Galloromanische Worttypen im ladinisch-padanischen Raum.
Ladinia 21 (1997) 135-151, hier: S. 138, Fn. 10.
Alton, Johann
Beiträge zur Ethnologie von Ostladinien.
Innsbruck 1880: Wagner.
Richter-Santifaller, Berta
Die Ortsnamen von Ladinien.
Innsbruck 1937: Wagner.
Dauzat, Albert, Rostaing, Charles
Dictionnaire étymologique des noms de lieux en France.
Paris 1983: Guénégaud.
29)
Mayrhofer 1953
30)
Jenkins 1953
31)
Toynbee 1957: 458
32)
Bittrich 2017
wiki/genius_cucullatus.txt · Zuletzt geändert: 2022/08/25 05:42 von norbert

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