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Freies Campen

»Wild Campen« oder Biwakieren ohne Zelt ist in den meisten Ländern der EU ausdrücklich verboten; verstecktes wildes Campen wird im Englischen Stealth Camping genannt. Davon zu unterscheiden ist das einmalige * Übernachten und Parken im öffentlichen Raum sowie * Campen und * bush camp. Privaten Waldbesitzern ist es jedoch gestattet, freies Campen in ihrem Wald zuzulassen, wenn dies auf eine Übernachtung beschränkt ist und nicht regelmäßig erfolgt.

Als Gewohnheitsrecht führt das »Jedermannsrecht« (jedermansrätten, allemansrätten, allemannsretten, all-men-right) in manchen Staaten dazu, dass die Nutzung der freien Natur (»unkultiviertes Land«) mehr oder weniger toleriert wird:

  • Finnland
  • Norwegen
  • Schottland
  • Schweden
  • Schweiz
  • Estland
  • Lettland
  • Litauen
  • Dänemark

In Deutschland und Österreich kennt man lediglich das Wegerechte und das Betretungsrecht. Die dadurch erlaubte Nutzung betrifft in unterschiedlichem Maße beispielsweise:

  • freien Zugang zur Küste
  • Baden
  • Rudern
  • Paddeln
  • Segeln
  • mit Booten anlegen
  • Fischfang
  • Übernachten
  • Feuer machen
  • Beeren und Pilze sammeln

Wer diese Aktivitäten wertschätzt wird in der Regel auch die Umgebung wertschätzen, in der dies möglich ist und seinen Aufenthalt verantwortlich gestalten, also Müll wieder mitnehmen, Brandschutz einhalten sowie Holz, Beeren, Pilze nur in kleinen Mengen aus der Natur entnehmen. Insbesondere bei übermäßiger Nutzung gibt es bleibende Folgen: Trampelpfade, Uferzerstörung, Brutstörungen, Brennholz schlagen und Ähnliches verändern Boden, Bewuchs und Tierverhalten unvermeidlich. Anlass genug für Waldbesitzer, Förster, Jäger und Gemeindeverwaltung Vorsorge zu treffen - in der Regel ist dies ein generelles Verbot.

Mancherorts werden jedoch Möglichkeiten für freies Campen auch in Deutschland geschaffen, etwa im Frankenwald, im Pfälzer Wald, im Spessart, im Schwarzwald - weit über 100 solche Plätze finden sich bei Jedermannsland. Ausgewiesene »Trekkingcamps« sollen dazu beitragen, wild Campende in überschaubare Strukturen zu locken. Solche Trekkingcamps liegen in der freien Natur und sind nur Wanderern zugänglich, damit diese unter sich bleiben können; abends schaut dann vielleicht ein »Trail Angel« vorbei. Man kann sich online anmelden und den Zeltplatz dann legal nutzen.


»Bestimmungen für freies Campen in Europa« (CAM 21) hat der ADAC zusammengestellt für Wohnmobile bis 3,5 t und für solche von 3,5 t bis 7,5 t.
Über Gelegenheiten zum Wilden Zelten berichtet Barbara Schaefer: Wilde Zeiten FAZ 31.08.2020
Manuel Larbig
Waldwandern. Von der Sehnsucht nach Wildnis und Nächten unter freiem Himmel
Penguin Verlag 2020

wiki/freies_campen.txt · Zuletzt geändert: 2020/09/01 07:15 von norbert