Karre

Er reist wie ein Mühlkarren, der kommt alle Nacht wieder vors Haus.
Simrock, 8408, siehe K. F. W. Wander,
Deutsches Sprichwörterlexikon Brockhaus, Leipzig 1867–1880

`Karre´ führt wie car(t) (engl.), char (frz.) über carrus (lat.) auf k̂ers-2, also `laufen´; siehe auch die Liste der internationalen Begriffe für Karre, Wagen, Automobil.

Technisch betrachtet ist eine Karre ein einachsiger Wagen mit ein bis zwei Rädern, der als Schubkarre geschoben oder gezogen werden kann durch Mensch, Hund oder ein anderes Zugtier und einen zweckdienlichen Behälter trägt. Er ist Vorläufer des Wagens, denn man kann ihn als den hinteren Teil eines Wagens betrachten, der auf die technisch aufwendige, weil gelenkte Vorderachse verzichtet. Wagen und Karren gehören zu den Fuhrwerken, ebenso wie Schleifen und Schlitten.

Im Vergleich zum gezogenen Wagen kann ein Karren geschoben oder gezogen werden, leichter konstruiert werden, wiegt weniger und ist wendiger. Er kann leichter gelenkt werden und kommt auf unebenem Untergrund leichter voran. Nachteilig ist, daß er bei wechselnder Neigung des Untergrundes zum einen das Zugtier belastet und zum anderen leichter umkippt als ein Wagen. Beides liegt darin begründet, dass Schwerpunkt und Kipppunkt nah beieinander im Raum der einzigen Achse liegen, wie man das bei der einrädrigen Schubkarre leicht nachvollziehen kann, weil das Kippen Teil der Funktion ist.


siehe auch