Ding

Ein »Ding« im materiellen Sinne ist etwas, das »zuhanden« ist. Es ist gegenständlich und nicht abstrakt, es ist Objekt und nicht Subjekt. In seiner Zuhandenheit kann es betrachtet werden als handwerklich bearbeitetes Artefakt, wirtschaftlich als Produkt, als Ware oder Konsumgut. Im Unterschied zu den Dingen des Alltags erfahren erhöhte Aufmerksamkeit beispielsweise:

Von einem Kunstwerk unterscheidet es sich durch Intention und Funktion, denn es soll zu etwas nutze sein.
Über die Funktion des Dings im Sinne von »Zeug« (z.B. Werkzeug) verfolgt der Mensch eine Absicht (im Unterschied zum Spiel) und wirkt durch technisches, zielgerichtetes Handeln auf die Welt, dabei wird das Ding Teil eines soziotechnischen Handlungssystems.
Erfüllt ein Ding diese Funktion nicht, so ist es *Murks; verliert es dagegen diese Funktion, so liegt ein Fehler vor, der auf einem * Defekt beruhen kann und für den eine Reparatur in Frage kommt.

Die Welt der Dinge ist eine künstliche Ordnung. Sie entsteht, indem der Mensch sie aus der Natur durch Arbeit erzeugt, ganz am Anfang standen Stock und Stein, die als Werkzeug verwendet wurden um ein Ziel geplant zu ereichen (Techne). Sie kann nur bestehen durch Pflege, Wartung, Instandhaltung. Erfolgt dies nicht, fallen die Dinge über kurz oder lang in die natürlichen Kreisläufe zurück. Thermodynamisch gesehen ist der Zerfall die Folge eines natürlichen Grundgesetzes, nachdem alles, was vom Zustand größtmöglicher Unordnung (Entropie) abweicht, nur durch Energie in einen Zustand höherer Ordnung gehoben werden kann und nur durch ständige Energiezufuhr dort bleibt, solange die Wartung die Abnutzung vermindert.

Alle Dinge haben daher eine gewisse Lebenszeit bis zum Aussetzen ihrer Funktion. Durch Arbeit und erhöhten technischen Aufwand kann diese Lebenszeit verlängert werden. Das hat allerdings seinen Preis. Auf dem Markt entsteht der Preis durch Nachfrage und Bedürfnis (Hype-Cycle), also werden Dinge mit derselben Funktion zu niedrigem Preis und niedriger Lebensdauer ebenso angeboten wie solche mit hoher Lebensdauer und hohem Preis. Die dabei angezielte Lebensdauer entsteht also durch Nachfrage ebenso wie durch Produktionsaufwand; das sich dabei einpendelnde Gleichgewicht wird Obsoleszenz genannt.

Literatur