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wiki:fortbewegung

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wiki:fortbewegung [2022/05/08 05:33]
norbert [Handlungsformen des Unterwegs-seins]
wiki:fortbewegung [2022/05/08 05:36] (aktuell)
norbert [Nomina der Fortbewegung in den altgermanischen Sprachen]
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   * Die [[wiki:sendung|Aussendung]] eines [[wiki:gesandter|Gesandten]] oder [[wiki:bote|Boten]] zu einem entfernten Ort erscheint als ursprünglichste legitime Form des Unterwegs-seins außerhalb der Nahrungsbeschaffung.   * Die [[wiki:sendung|Aussendung]] eines [[wiki:gesandter|Gesandten]] oder [[wiki:bote|Boten]] zu einem entfernten Ort erscheint als ursprünglichste legitime Form des Unterwegs-seins außerhalb der Nahrungsbeschaffung.
   * Die Fahrt mit einem [[wiki:fuhrwerke|Fuhrwerk]] erweiterte und veränderte den zugänglichen Raum (die Furt durch ein Gewässer) und erschloss neue Transportmöglichkeiten ( [[wiki:fuhre|Fuhre]]).   * Die Fahrt mit einem [[wiki:fuhrwerke|Fuhrwerk]] erweiterte und veränderte den zugänglichen Raum (die Furt durch ein Gewässer) und erschloss neue Transportmöglichkeiten ( [[wiki:fuhre|Fuhre]]).
-  * [[wiki:pilger|Wallern]] und [[wiki:wandern|wandern]] bedeuteten zuerst 'sich wiederholt hierhin und dorthin wenden' im alltäglichen Raum ((iterative Verben: wiedrolt wallen; wiederholt wenden)). Erst etwa seit dem [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert|12./13. Jahrhundert]] wird dies übertragen auf 'von einem ort zum andern ziehen' ((Grimm DWB, Bd. 27, Sp. 1662)). +  * [[wiki:pilger|Wallern]] und [[wiki:wandern|wandern]] bedeuteten zuerst 'sich wiederholt hierhin und dorthin wenden' im alltäglichen Raum ((iterative Verben: wiederholt wallen; wiederholt wenden > Kehr und Widerkehr auf dem Acker)). Erst etwa seit dem [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert|12./13. Jahrhundert]] wird dies übertragen auf 'von einem ort zum andern ziehen' ((Grimm DWB, Bd. 27, Sp. 1662)). 
 ==== Gang, Weg und Fahrt in der germanischen Mythologie ==== ==== Gang, Weg und Fahrt in der germanischen Mythologie ====
 In der ältesten Schicht hat sich das Gehen mit *[[wiki:weg|wegan]] verbunden (weg-gehen) und wurde zum  [[wiki:gehen|Gang]] im Sinne von Unterwegs-sein: auf dem [[wiki:weg|Weg]] sein. Ein Indiz für ein hohes Alter ist die Nutzung der Wortwurzeln ganga, senþa, vega in der germanischen Mythologie. Dort heißt es, dass Odin 42 Reisen zu den Völkern unternommen habe, um deren weise Frauen und Männer zu prüfen ((''Ettmüller, Ludwig''\\ //Vaulu-spá: das älteste Denkmahl germanisch-nordischer Sprache, nebst einigen Gedanken über Nordens Wissen und Glauben und Nordische Dichtkunst.// Leipzig 1830: Weidmann S. IX)). Dabei erhielt er jedes mal einen Beinamen ((''Schlauch, Margaret''\\ //Wīdsīth, , Víthförull, and Some Other Analogues.//\\ PMLA 46.4 (1931) 969-987.\\ ''Wanner, Kevin J.''\\ //God on the margins: Dislocation and transience in the myths of Óðinn.//\\ History of religions 46.4 (2007) 316-350)): In der ältesten Schicht hat sich das Gehen mit *[[wiki:weg|wegan]] verbunden (weg-gehen) und wurde zum  [[wiki:gehen|Gang]] im Sinne von Unterwegs-sein: auf dem [[wiki:weg|Weg]] sein. Ein Indiz für ein hohes Alter ist die Nutzung der Wortwurzeln ganga, senþa, vega in der germanischen Mythologie. Dort heißt es, dass Odin 42 Reisen zu den Völkern unternommen habe, um deren weise Frauen und Männer zu prüfen ((''Ettmüller, Ludwig''\\ //Vaulu-spá: das älteste Denkmahl germanisch-nordischer Sprache, nebst einigen Gedanken über Nordens Wissen und Glauben und Nordische Dichtkunst.// Leipzig 1830: Weidmann S. IX)). Dabei erhielt er jedes mal einen Beinamen ((''Schlauch, Margaret''\\ //Wīdsīth, , Víthförull, and Some Other Analogues.//\\ PMLA 46.4 (1931) 969-987.\\ ''Wanner, Kevin J.''\\ //God on the margins: Dislocation and transience in the myths of Óðinn.//\\ History of religions 46.4 (2007) 316-350)):
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