wiki:flucht
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| — | wiki:flucht [2025/12/09 15:02] (aktuell) – Norbert Lüdtke | ||
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| + | ====== Flucht: Reisen in Zeiten der Not und Gefahr | ||
| + | ===== Das unerträgliche Gefühl des Eingesperrt-Seins ===== | ||
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| + | von '' | ||
| + | erschienen erstmals 1995 als Teil 4 in der Artikelreihe // | ||
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| + | Denn zu bewundern und zu schaun, | ||
| + | Zu wandern, auf ein Nichts gestellt, | ||
| + | Was Gutes bracht' | ||
| + | Könnt' | ||
| + | Rudyard Kipling, Stoßseufzer eines Soldaten | ||
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| + | ===== 1 Vorbemerkung ===== | ||
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| + | Während langer Zeiten im [[wiki: | ||
| + | Die wohl berühmteste Flucht des 20. Jahrhunderts ist im ersten Kapitel beschrieben: | ||
| + | Im zweiten Kapitel folgen Einzelerfahrungen mit Krieg, Putsch, Internierung, | ||
| + | Die einzige mir bekannte, freiwillige Reise während eines Weltkrieges wurde von '' | ||
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| + | ===== 2 Die Flucht aus Dehra-Dun ===== | ||
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| + | //„Drei Jahre waren seit meiner Internierung vergangen, und die Erinnerung an die Außenwelt verblaßte allmählich. Man fühlte sich verlassen von aller Welt. ... Hitze, Staub, Nichtstun und Stacheldraht - diese Dinge werfen auch den Stärksten um. ...Ich hatte mit '' | ||
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| + | Das britische Internierungslager // | ||
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| + | ==== Warum flüchten? ==== | ||
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| + | Weswegen also fliehen? Der Drang zur [[wiki: | ||
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| + | Auch für '' | ||
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| + | ==== Frei - aber in Indien gefangen? ==== | ||
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| + | April oder Mai eines jeden Jahres waren besonders günstig für einen Ausbruch. Doch auch jenseits des Stacheldrahtzauns war man nicht frei: Sichere Freiheit gab es erst außerhalb des von Engländern kontrollierten Indiens, und dessen Grenzen zu überschreiten war nicht einfach: Auf zwei von drei Seiten vom Ozean umgeben, boten sich nur wenige Fluchtziele. Da war Goa, eine portugiesische Kolonie südlich von Bombay, aber Goa war eine Sackgasse - man konnte es nur mit dem Schiff verlassen. Alle Häfen rund um den Indischen Ozean wurden von den Engländern kontrolliert, | ||
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| + | In Indien reisten Europäer mit Dienern und Trägern, so daß ein Europäer, der sein Gepäck selber trug, schnell auffiel. Und so mißlangen die meisten Fluchtversuche früher oder später, ohne daß eine aufwendige Verfolgung nötig war - die Engländer brauchten nur zu warten. Für die meisten Lagerinsassen wogen solche Überlegungen schwer genug, um jeden Gedanken an eine Flucht zu verbannen. Für andere war es dagegen ein Anreiz, sich etwas Neues auszudenken. Doch die meisten der siebzig Fluchtversuche mißlangen: | ||
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| + | ==== Vorbereitungen zur Flucht ==== | ||
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| + | Geldmangel war ein großes Problem: '' | ||
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| + | ==== Die Suche nach Gleichgesinnten ==== | ||
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| + | Die vorsichtige Mehrheit der Lagerinsassen sympathisierte mit der risikobereiten Minderheit und unterstützte deren Ausbruchsversuche. // „Es erquickt nun einmal jeden Gefangenen, wenn ein Leidensgefährte die Fesseln sprengt und durchbrennt. Die Sergeanten machen verdutzte Gesichter, wenn sie beim Durchzählen den Verlust entdecken. Die Wachen werden angeschnauzt und verfallen einem Strafgericht. Der Kommandant rast. ... So eine Flucht bringt eben Abwechslung und Spannung für alle.“// ((Magener, Die Chance war Null, 8)) Andererseits wetteiferten die ausbrechenden Gruppen um den frühesten Fluchtzeitpunkt; | ||
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| + | Alle aus der Fluchtgruppe, | ||
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| + | Während einige nach mißlungenen Fluchtversuchen aufgaben (Krämer, Marchese) wollten andere daraus lernen: // „Nun aber hatten wir die Pionierarbeiten geleistet, kannten die Wege und die Lebensbedingungen des Landes und waren ungleich besser in der Lage, Vorbereitungen für eine zweite Flucht zu treffen. ... Zahlreiche Partner boten sich mir an und steigerten die Angebote für meine Führung bis zu 5000 Rupien. Aber am Gelde lag mir nichts. Ich wollte bei meinem nächsten Abenteuer einzig wieder einen sportlich gut durchtrainierten, | ||
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| + | ==== Solidarität und Erfolg ==== | ||
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| + | Als klar wird, daß ein gemeinsamer Ausbruch für alle Vorteile bietet, plant man die Ausbruchsphase gemeinsam. | ||
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| + | Die Gefangenen durften auf sogenannte Paroleausflüge gehen, wenn sie zuvor einen Zettel unterschrieben, | ||
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| + | Eine Gruppe bestand aus '' | ||
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| + | ==== Zwei Offiziere und fünf Inder? ==== | ||
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| + | Während der größten Hitze und der Mittagsruhe, | ||
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| + | Frech durchschritten zwei englische Offiziere mit fünf indischen Kulis das Lagertor, bepackt mit Leiter und Stacheldraht, | ||
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| + | Sie marschierten nur nachts. In zwei Wochen sollte der Weg zur tibetischen Grenze zurückgelegt werden, der [[wiki: | ||
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| + | Dörfer wurden heimlich durchquert: // „Lange vorher lagen wir auf der Lauer und warteten ab, bis der letzte Schein eines Feuers oder einer Laterne verlosch. Bei solchen Gelegenheiten tauschten wir unsere benagelten Bergschuhe gegen leichte Turnschuhe aus und versäumten nie, vorher unsere Feldflaschen zu entleeren, um zu vermeiden, daß das Glucksen des Wassers einen Dorfbewohner aufweckte.“// | ||
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| + | ==== Sattlers Rückkehr ==== | ||
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| + | Sattlers Zustand verschlechterte sich, etwa eine Woche hielt er mühsam mit, war immer der Letzte. In Nelang (3410 m) bleibt er schließlich zurück. Er hat Dysenterie und leidet zunehmend an der Höhenkrankheit. Er verbarg seine Krankheit, so gut es ging, dann kümmerte sich Aufschnaiter um ihn. Fünf Tage lagerten sie dort, doch Sattler entschloß sich zur Umkehr, überließ sein Zelt, einen Teil seines Geldes und überflüssige Ausrüstung den Freunden. Kopp schilderte die Stimmung: | ||
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| + | ==== In Tibet ==== | ||
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| + | Am 17. Mai 1944 erreichten die vier Flüchtenden den Grenzpaß Tsangtschok-La (5030 m). Die tibetischen Bevölkerung reagierte überwiegend mit Nichtbeachtung, | ||
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| + | Kopp und Krämer hatten bereits im Vorjahr ähnliche Erfahrungen gemacht. Seit Tagen waren sie schon hungrig marschiert und trafen dann auf Menschen: | ||
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| + | ==== Eine Pille gegen jedes Übel ==== | ||
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| + | Kopp und Krämer gaben sich häufig als Ärzte aus, ebenso wie Harrer und Aufschnaiter ein Jahr später. Zur Legitimation genügte der Anblick der mitgebrachten Medikamente und Instrumente. Das *[[wiki: | ||
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| + | ==== Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt ==== | ||
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| + | Am 24. Juni trafen Kopp und Harrer in Tibet wieder auf Aufschnaiter, | ||
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| + | In Gartok erhielten unsere drei Reisenden erstmals einen Reisepaß für Tibet, der die einzelnen Stationen ihrer Reise auswies und für die Ausreise nach Nepal galt. Alle drei schworen, sich daran zu halten und brachen am 13. Juli auf. Mehrere Wochen waren sie nun unterwegs mit '' | ||
| + | Als nach drei Monaten die Antwort eintraf, hatte sich Kopp bereits verabschiedet und war unterwegs nach Nepal. Harrer, der noch über genügend Geld verfügte, blieb mit dem erfahrenen und sprachkundigen Aufschnaiter zurück: | ||
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| + | ==== Warten auf die Gunst des Schicksals ==== | ||
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| + | Das Schreiben gab ihnen immerhin die Erlaubnis, noch bis in den Ort Kyirong zu ziehen, nur acht Kilometer von der nepalischen Grenze entfernt. Das nutzten die beiden aus und blieben zehn Monate in Kyirong: //„Einen guten Teil unserer Zeit und Energie verwendeten wir für die Beschaffung von [[wiki: | ||
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| + | Harrer und Aufschnaiter legten sich während ihrer Zeit in Kyirong ein Depot außerhalb des Ortes an, um für eine eventuelle Flucht im Falle einer plötzlichen Ausweisung gerüstet zu sein, denn sie wollten keinesfalls nach Nepal. Nachts stahlen sie sich, als „Tote“ verkleidet, aus dem Dorf, denn die Einheimischen hatten Angst vor in der Nacht umherirrenden Gespenstern, | ||
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| + | ==== Über Nepal zurück ins Lager ==== | ||
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| + | Kopp war die Warterei zu lang geworden. Er zog am 22. November 1944 über Mustang nach Nepal. Bis nach Pokhara kam er gut, ab dort erhielt er eine militärische Eskorte und Mitte Dezember erreichte er Kathmandu. Hier waren überall Engländer und trotz der offiziellen Neutralität Nepals wurde seinem Wunsch nach Asyl nicht entsprochen. Das entsprach einer Auslieferung. Am fünften Tag seiner Ankunft in Kathmandu empfingen ihn Maharadscha und Premierminister, | ||
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| + | ==== In Lhasa ==== | ||
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| + | Nach zehn Monaten wurden Harrer und Aufschnaiter in Kyirong zur Weiterreise gedrängt; illegal brachen sie [[wiki: | ||
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| + | ==== Die Flucht nach Burma ==== | ||
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| + | Sie unterhielten sich ständig nur auf englisch, um gar nicht erst in einer zweiten Sprache zu denken. An ihrer Militär-[[wiki: | ||
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| + | Diese Methode funktionierte gut: mit dem Bus nach Saharanpur, mit dem Zug über Lucknow nach Kalkutta, auf der Straße, in Restaurants und Bahnhofshallen nirgends fielen sie auf. Mit Glück rutschten sie durch eine stichprobenartige Kontrolle der Militärpolizei. Problematisch war allerdings die Übernachtung in der Großstadt: Die großen Hotels waren für Militärs reserviert; diese zu benutzen, fehlten ihnen die geeigneten Papiere. Die Hotels der Einheimischen wurden besonders intensiv von der Polizei kontrolliert, | ||
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| + | Nun stiegen sie um auf die Bahn nach Chittagong, mieteten dort einen einheimischen Führer, der sie auf seinem Sampan bis Cox' Bazar ruderte, drei Tage und Nächte versteckt unter dessen Palmendach. Von dort schlugen sie sich nur noch des nachts durch, auf und neben den Straßen durch den Dschungel. Mehrmals liefen sie in den dunklen Nächten in Militärlager, | ||
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| + | //„Das Ungewisse, das Unbekannte war zu unserem eigentlichen Lebenselement geworden. Nirgends fanden wir sicheren Halt, nirgends eine verläßliche Größe, mit der wir rechnen konnte. Nur selten wußten wir genau, wo wir waren, und selbst dann, wenn wir eine bestimmte Örtlichkeit ausgemacht hatten, blieb uns unsere Lage in bezug auf unser Endziel unklar, denn wo dieses sich befand, konnten wir ja noch gar nicht angeben. ... Die Ereignisse waren auf wenige atemraubende Augenblicke zusammengedrängt, | ||
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| + | Ihr Weg führte sie durch Dschungel, Sümpfe, über Kanäle und Flüsse, bis sie am 31. Tag ihrer Flucht ahnungslos burmesischen Boden betraten. Japaner nahmen sie einige Kilometer hinter der Front gefangen. Die Freude, es geschafft zu haben, verflog bald, denn für die Japaner waren sie zunächst nichts anderes als englische Spione, und es dauerte Wochen, sie vom Gegenteil zu überzeugen: | ||
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| + | ===== 3 Erfahrungen auf der Flucht ===== | ||
| + | ==== 3.1 Der 1. Weltkrieg 1914-1918 ==== | ||
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| + | Für Heye, gerade neunundzwanzig Jahre alt, bedeutete das eine radikale Umwälzung seines Lebens: | ||
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| + | Nichtsdestotrotz war er am kommenden Tag Soldat, Landsturmmann bei der vierten Schützenkompanie in Tanga. Fast drei Jahre blieb er dann „auf Kriegspfaden“ im Busch unterwegs, wurde am 19. April 1917 angeschossen und gefangengenommen. ((Heye, Steppe im Sturm, 159)) Im Juni 1917 befand er sich an Bord des englischen Dampfers „Windsor Castle“, auf dem Weg nach Indien, und gelangt wie die meisten in ein Gefangenenlager, | ||
| + | Heye verdiente sich einiges als Konditor hinzu: //„Ich stellte nur eine einzige Spezialität her: Sandtorte eins zu eins. Der Name erklärt sich aus dem Rezept: ein Pfund Mehl, ein Pfund Zucker, ein Pfund Butter und ein Dutzend Eier. Wer von diesem währschaften (( Schweizer Ausdruck für Gewähr bieten, dauerhaft, echt.)) Erzeugnis drei Scheiben zum Frühstück aß, hatte noch am Abend keinen Hunger. Den Backofen selbst hatte ich mir aus Lehm und einem Haufen Ziegeltrümmer hinter dem Waschhaus erbaut; das Heizmaterial war das landesübliche, | ||
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| + | Als ihm das Geschäft vom Kommandanten wegen Feuergefahr untersagt wurde, verlegte er sich auf die Herstellung von Tamarindenmarmelade, | ||
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| + | Das Geschäft war beendet, als eines Nachts eine nach der anderen die unter dem Bett gestapelten und verkorkten Flaschen explosiv ihre Korken durch die Gegend jagten. Eine Geräuschkulisse wie bei einem Schußwechsel, | ||
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| + | Nach dem Kriegsende 1918 gab es lange keine Anzeichen für eine Verschiffung nach Hause, die Moral im Lager sank: //„Die geistigen Interessen, die zahlreichen Bestrebungen zur Weiterbildung flauten ab, und schließlich hörte sogar die sportliche Betätigung fast völlig auf. Bei vielen machte sich stattdessen dauernde Gereiztheit und Zanksucht und eine Neigung zu alkoholischen Ausschweifungen bemerkbar, andere flüchteten sich in die sonderbarsten sektiererischen Lehren, in okkulten Hokuspokus oder einfach in schiere stumpfe Verzweiflung und Selbstaufgabe - und einige flüchteten aus dem Leben überhaupt. Denjenigen, die freiwillig gegangen waren, sollten im Laufe dieses düsteren Jahres noch viele unfreiwillig folgen. Nachdem schon eine Choleraepidemie auch unter uns mehrere Opfer gefordert hatte, fiel der schwarze Schatten der weltumspannenden Grippe auch über Indien. ... [Dann] flammte die dortzulande nie ganz verlöschende tropische Pest, die Bubonenpest ((Beulenpest)), | ||
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| + | Erst Silvester 1919 werden alle Gefangenen Hals über Kopf nach Bombay und dort auf ein Schiff gebracht und am 24. Februar 1920 landet Heye im Hafen von Rotterdam. Heye trifft auch einen '' | ||
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| + | Bis Mitte 1917 war Hauer in den Kampfgebieten Ostafrikas eingesetzt, dann wurde er gefangengenommen und Ende November in das Gefangenenlager in Lindi gebracht. Ein Hospitalschiff brachte ihn nach siebenwöchigem Typhusleiden und abgemagert auf 45 Kilo nach Indien und dort über Karachi ins Gefangenenlager von Ahmednagar, einem der gesündesten, | ||
| + | Außerdem berichtet er von einer weiteren Flucht, die auch Heye erwähnt: // „Eines Morgens fehlte jener schlagfertige Leipziger. In einem Brief, der jedem Melancholiker [[wiki: | ||
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| + | Bei Heye heißt der Flüchtige allerdings '' | ||
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| + | Auch in Ceylon glaubte man bis zuletzt nicht an die Möglichkeit eines Krieges. Am 7. August 1914 erhielt Hagenbeck den Ausweisungsbefehl und mußte Ceylon noch am gleichen Tage verlassen, Frau, Familie, Haus, Hab und Gut bis auf einen kleinen Handkoffer zurücklassend und sich zweiter Klasse nach Batavia einschiffend, | ||
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| + | Einige Zeit später flüchtete er zusammen mit einem Österreicher, | ||
| + | Das setzte natürlich die fließende Beherrschung des Französischen voraus, ein gewisser Akzent wurde dem Belgier zugestanden. Seine Rolle spielte er überaus glaubhaft und bei den verschiedenen Revisionen durch englische Kriegsschiffe brauchte er als „armer Belgier“ seine Papiere niemals zu zeigen. In Italien, damals neutral, verließ er das Schiff, suchte den Konsul auf und erhielt von ihm einen deutschen Paß. Ohne weitere Schwierigkeiten erreichte er Deutschland mit dem Zug. (( Ausführlich schilderte Hagenbeck diese Zeit in dem Buch „John Hagenbecks abenteuerliche Flucht aus Ceylon“. Fünfzehn Jahre später (1929) kehrte er nach Ceylon zurück, baute sich erneut eine Existenz auf. 1939, bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gelang es ihm nicht mehr, auf Schleichwegen Asien zu verlassen. Siebzigjährig wurde er interniert und starb im Internierungslager. [J. Hagenbeck, Die Schnur der sieben Knoten] )) | ||
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| + | Getrennt reisen die Expeditionsteilnehmer am 14. April 1915 von Berlin über Wien und durch Rumänien nach Konstantinopel, | ||
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| + | Am 1. Juni 1915 brechen sie erneut auf, ab nun begleitet von Spionen, denn sie befinden sich bereits im englischen Einfluß, nicht aber in deren Machtbereich. Mit Maultieren, Eseln, Pferden und Kamelen ziehen sie durch Persien, getrenntt, in drei Gruppen, meist auf den schwierigsten Strecken, meist durch die trockensten Wüstengegenden, | ||
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| + | Erst am 24. Dezember 1916 ist die erste Bahnverbindung erreicht, sie betreten // | ||
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| + | Nach der letzten Absage handelt Hentig schnell, taucht noch abends in Shanghai unter und läßt sein Gepäck zurück, besitzt lediglich ein amerikanisches Marine-Hemd, | ||
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| + | Zu seiner Überraschung wird er nach einiger Zeit freigelassen, | ||
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| + | Die Art der Schilderung hebt sich angenehm von ähnlichen Publikationen aus den Kriegsjahren ab. Hentig bekennt sich als Deutscher, schildert seine Erlebnisse jedoch ohne jeden Hurra-Patriotismus. Erfahrungen, | ||
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| + | Ein wenig hat er diesen Zwist nach dem Ende seiner Zentralasien-Durchquerung in Hankau formuliert: | ||
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| + | ==== 3.2 Der 2. Weltkrieg 1939-1945 ==== | ||
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| + | Ausgerüstet war er mit einem zwei Meter langen [[wiki: | ||
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| + | Drei Tage lief er ohne Wasser, dann brach er zusammen. [[wiki: | ||
| + | Etwa ein Jahr blieb er bei den Beduinen, lernte deren [[wiki: | ||
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| + | Erst Ende 1947 durfte er die Beduinen verlassen und ging nach Kairo. Seine Versuche, sich einen Paß und eine Fahrkarte nach Europa zu organisieren, | ||
| + | Als Gegenleistung verpflichtete er sich als Söldner im Palästina-Krieg mit dem Einsatzort Jaffa. Weder Israelis noch Araber waren militärisch organisiert, | ||
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| + | Dort erhielt er von der saudi-arabischen Regierung das Angebot, die Leitung des Krankenhauses im Gesundheitsamt von Hofuf zu übernehmen, | ||
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| + | ==== Flucht aus Holland ==== | ||
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| + | Geld und Beziehungen machen das Leben und auch die Flucht leichter, schützen aber nicht vor Exil und Internierung. Diese Erfahrung machte '' | ||
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| + | ==== Das Ende einer Bergfahrt ==== | ||
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| + | Für kurze Zeit landeten beide im Militärgefängnis von Lahore, kamen dann ins Internierungslager Ahmednagar und trafen dort auf //„drei Mitglieder der deutschen Nanga-Parbat-Expedition sowie zwei Bayern, die mit einem Schweizer in Sikkim gewesen waren.“// ((Kolb, Einzelgänger im Himalaja, 71)) Einer der Bayern war ein Bäcker, der einige Jahre später nach einem Fluchtversuch von Dörflern wegen seines Geldes erschlagen wurde, vermutlich Schmaderer (s. Kap. 1). Die beiden lernten Hindustani und andere Sprachen. Später kamen sie nach Deolali, dann nach Dehra-Dun. Sie unternahmen keinen Fluchtversuch und wurden bereits 1944 entlassen, da sie außerhalb des Lagers als Lehrer tätig waren. | ||
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| + | ==== Glück gehabt? ==== | ||
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| + | Die weitere Heimreise nach Deutschland konnte nur entweder über Amerika erfolgen oder durch Sibirien, denn der Suezkanal wurde von den Engländern kontrolliert. Noch im August hatte Deutschland einen Pakt mit Rußland geschlossen und so erhielt von Medem ein Visum beim russischen Botschafter, | ||
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| + | ==== Der Legion entkommen ==== | ||
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| + | 1940 erklärte Frankreich den Waffenstillstand. Damit fehlte ihm dann auch die letzte Perspektive.// | ||
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| + | ==== 3.3 Mitten im Putsch ==== | ||
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| + | An einem ruhigen Sonntagmorgen fuhr der Engländer '' | ||
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| + | Dort ging es drunter und drüber: Zunächst beschimpfte ihn ein Unteroffizier als Söldner und nannte seinen Füllfederhalter eine getarnte Waffe. Dann schützte ihn ein Oberst einige Stunden, mußte aber bald selber fliehen, während Chatwin vom Unteroffizier wieder arrestiert wurde. Später erschien ein neuer Oberst, diesmal eine Frau. Chatwin mußte sich bis auf die Unterhose ausziehen, über den Hof gehen und sich dort mit erhobenen Händen an eine Wand stellen, das Gesicht zur Wand. Umdrehen war verboten, sprechen war verboten. Die Soldaten trieben ihr Spiel, bis er in der Mittagshitze ohnmächtig zusammenbrach. Abends erhielt er seine Kleider zurück, doch die Euroschecks fehlen.\\ | ||
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| + | Ein belgischer Gefangener, der zu viele Fragen stellte, wurde zusammengeschlagen. Ein Missionsarzt, | ||
| + | Am nächsten Morgen kam der französische Konsul, schwitzend vor Angst und sich nur um die Ernährung der Gefangenen kümmernd. Chatwins Bitte, den englischen Konsul über seine Lage zu informieren, | ||
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| + | ==== 3.4 Entkommen aus Sibirien ==== | ||
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| + | Vom ersten Tag an beschäftigte sich Rawitsch mit Fluchtgedanken, | ||
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| + | Ihre Fluchtvorbereitungen waren relativ bescheiden, da die Umstände kaum mehr zuließen: Von ihrer Tagesration (1 kg Brot) trockneten sie täglich ein Viertel auf einem Ofen; organisierten sich ein wenig Mehl und Salz, Graupen und Tabak; jeden Tag stahlen sie von den zahlreichen Pelzen, die die sowjetischen Soldaten zum Trocknen aufhängten, | ||
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| + | Aus Angst vor Entdeckung liefen sie die ersten Tage nur nachts und gruben sich tags in Schneehöhlen ein. Zeitweise mußten sie in einem Meter tiefem Neuschnee spuren und erst, als sie tagsüber marschierten, | ||
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| + | In der zweiten Juni-Woche überschritten sie die mongolisch-russische Grenze und bewegten sich auf die Kentei-Shen-Berge zu: in sechzig Tagen hatten sie zweitausend Kilometer zurückgelegt. Weiterhin waren die [[wiki: | ||
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| + | In der besiedelten äußeren Mongolei trafen sie auf gastfreundliche Bewohner, die ihnen öfters mit Lebensmitteln aushalfen. Zunehmend wurde die Gegend karger und sandiger, ein Anzeichen für die nahende Wüste Gobi, die sie zu Fuß durchquerten, | ||
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| + | Zu viert begegneten sie wenige Tage später einer indischen Militärpatrouille, | ||
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| + | Mag sein, daß Rawitsch aus einem sibirischen Lager geflohen ist, dieser Teil ist noch sehr plausibel. Doch der Rest? Auch Peter Hopkirk berichtet in „Der Griff nach Lhasa“ über ernsthafte Zweifel an Rawitschs Bericht, der 1956, zehn Jahre nach den Ereignissen erschien (The Long Walk). Der Zentralasienexperte Peter Fleming äußerte im Spectator erhebliche Zweifel, während Kritiker es als ein „Meisterwerk der Reiseliteratur“ lobten. Rawitsch, der seit jener Zeit in England, bei Nottingham, lebte, widersprach: | ||
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| + | ===== 4 Weltreise im Weltkrieg ===== | ||
| + | ==== 4.1 Freiheit auf den Meeren ==== | ||
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| + | ==== I am sailin' | ||
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| + | Afrika lockt ihn. In Brindisi, wo er eigentlich auf den Dampfer nach Griechenland wartet, kauft er spontan die //„Santa Barbara“,// | ||
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| + | ==== Illegal in Palästina ==== | ||
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| + | Am 19. Oktober 1935 betritt er illegal Palästina, gibt sich als Jude aus und arbeitet dort einen Winter lang. Im nächsten Jahr fährt er über Port Said und durch den Suez-Kanal nach Port Sudan. Dort verkauft er sein Schiff für 175 Pfund (wieder einmal ein gutes Geschäft) ((Meiss-Teuffen, | ||
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| + | ==== Kriegsdienst in Helvetia ==== | ||
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| + | Mit drei Wochen Verspätung hört er vom Kriegsbeginn in Europa im August 1939. Im Dezember ist er auf dem Rückweg in die Schweiz. Seine Zeit als Soldat der Schweizer Armee hat nach einigen Monaten und zwei Malariaanfällen ein rasches Ende. Mehrere Monate hält er dann Vorträge vor Soldaten über seine Reisen. //„Doch die Sehnsucht nach Afrika, nach meiner Farm und dem damit verbundenen Leben ließ mich erst von Konsulat zu Konsulat laufen, um zu versuchen - Krieg oder nicht Krieg -, wieder zum Luapula zurückzukehren. Überall begegnete ich dem gleichen leicht spöttischen Achselzucken: | ||
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| + | ==== Schiffbruch und Landurlaub ==== | ||
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| + | In der vierten Nacht nach dem Auslaufen aus Freetown in Sierra Leone erlitt er Schiffbruch. Mit seinem Beiboot rettet er sich an Land, kann noch seine Papiere, Geld, Wasser und [[wiki: | ||
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| + | Acht Tage lief er, elf Monate saß er in Freetown fest, dann, im März 1943 konnte er auf einem Frachter nach Kapstadt fahren. Dachte er. Denn nach zwei Tagen drehte der Frachter und fuhr stattdessen nach England. Nach einigen Tagen erfolgte ein Luftangriff, | ||
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| + | ==== Alles im Lot auf'm Boot ==== | ||
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| + | Er kaufte sich im Juli 1945 ein Schiff, die// „Speranza“,// | ||
| + | Am 11. März 1946 segelte er schließlich weiter. Drei Wochen blieb er in Tanger, ebenso lange in Gibraltar, und hielt dort Vorträge über Einhandsegeln vor den englischen Offizieren und Kadetten. Den vorläufigen Abschluß seiner zwölfjährigen Vagabundenzeit auf dem Meer bildete die Überquerung des Atlantiks in der Rekordzeit von 58 Tagen über Neufundland und Neuschottland. Es schlossen sich drei Jahre in Amerika an und im April 1949 finden wir ihn in Alaska überwinternd und dieses Buch schreibend. Drei Vortragsreisen durch die USA und Deutschland folgten 1949/50. | ||
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| + | Meiss-Teuffen war unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg unterwegs, lange Zeit während des Krieges und unmittelbar nach dessen Ende wieder. Nirgends erwähnt er die Begegnung mit anderen Reisenden; das Maß der Aufmerksamkeit, | ||
| + | Eine Kombination seltener Eigenschaften und Umstände war nötig, um während des Krieges zu reisen: Neben einem starken Wandertrieb gehörte dazu die Zugehörigkeit zu einer anerkannt neutralen Nation, die Freistellung von der Armee und ein hohes Maß an Selbstbestimmung bezüglich Ziel und Routenwahl, wie es wohl nur auf dem Meer möglich ist, unterstützt durch das Talent, in jeder Situation Geld zu verdienen, und sich in nahezu jedem Land in der Landessprache unterhalten zu können. | ||
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| + | ==== 4.2 Unfreiwillige Weltreisen ==== | ||
| + | === Auch Flieger müssen fliehen === | ||
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| + | Schwierig war es, einen Platz auf einem Schiff nach Europa zu bekommen. Das gelang ihm erst mit einem gefälschten Paß, der ihn als Schweizer ausgab, und ihm die [[wiki: | ||
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| + | Fünf „Schweizer“, | ||
| + | Mit der Zeit packte ihn die Gefangenenkoller: | ||
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| + | === Noch ein Flieger auf der Flucht === | ||
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| + | === Flucht aus Sibirien === | ||
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| + | Killinger beschloß, nach sechs Monaten Kriegsgefangenschaft während der [[wiki: | ||
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| + | In einem [[wiki: | ||
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| + | Die Leute waren gutmütig und gastfreundlich, | ||
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| + | Nach etwa vierzehn Tagen gelangten sie in eine kleine Stadt namens Mompanse und schlugen von dort den Weg nach Kirin ein, einer Stadt, die an dem Fluß Sungari liegt, etwa in der Mitte zwischen Mukden ((Heute Shenyang)) und Charbin ((Heute „Harbin“)). In Kirin angekommen, wurden sie von einem der beiden dort ansässigen Deutschen freundlich bewirtet. Dieser erzählte, daß bereits ein halbes Jahr vorher elf deutsche und österreichische Offiziere die Flucht auf der gleichen Route versucht hätten, jedoch nur vier hätten Kirin lebend erreicht und wären nun in Tientsin interniert.\\ | ||
| + | |||
| + | Auf einem Karren versteckt schaukelten Killinger und seine Kameraden in den folgenden vierzehn Tagen nach Mukden. Dort begaben sie sich zum deutschen Konsulat und erfuhren, daß ihre Flucht in sämtlichen russischen Zeitungen bekanntgegeben und Steckbriefe erlassen worden seien. Ihnen wird empfohlen, getrennt weiterzureisen. In Tientsin bieten ihm Deutsche Unterkunft und Hilfe an, so daß er sich erholen kann, dann fährt er über Nanking nach Shanghai, immer weitergereicht an dort jeweils ansässige Deutsche. | ||
| + | |||
| + | === Von China nach Amerika === | ||
| + | |||
| + | Dann beginnt die Vorbereitung für die Flucht aus China: Ihm bleibt nur die [[wiki: | ||
| + | Er verbessert sein Französisch und Englisch, läßt sich in Sprachstunden seinen Akzent austreiben, paukt die bei Seeleuten üblichen Redewendungen. Dann besorgte er sich Kataloge, Geschäftspapiere und Briefbogen einer Schweizer Maschinenfabrik. Einen abgelaufenen französischen Paß kaufte er auf dem Schwarzmarkt, | ||
| + | Während der einen Monat dauernden [[wiki: | ||
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| + | === Von New York nach Norwegen === | ||
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| + | Wieder einmal war ein neuer Paß nötig: Wenn er sich als Franzose ausgeben würde, holten ihn die Engländer vom Schiff und schickten ihn nach Frankreich, damit er seine Militärpflicht erfüllte. Und als Schweizer? // „Aber gerade als Schweizer Staatsangehöriger hatte man bei den Engländern mit einer besonders scharfen Kontrolle zu rechnen, da sich alle diejenigen, die eine fremde Sprache nicht fließend beherrschten, | ||
| + | Die französische Schweiz kannte Killinger gut aus seiner Schulzeit und war dort bei dem Geistlichen '' | ||
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| + | Abends läßt er sich von Freunden ins Kreuzverhör nehmen, bis er alle Angaben widerspruchsfrei beherrscht. Auch sein Äußeres trimmt er auf Matrose: // „... ich brachte mir an mehreren Stellen der Finger kleine Verletzungen bei und hielt dann die Hände in Petroleum, in dem vorher rostige Eisenstücke gelegen hatten. Die Finger schwollen natürlich sofort an, und der Rost setzte sich in den Ritzen der Haut fest. Dies Verfahren wirkte vorzüglich. Nach wenigen Tagen schon hatte ich eine richtige Seemannsfaust. ... Auch mein Gebiß paßte schlecht zu einem Matrosen. Früher hatte ich einmal durch einen Sturz mit meinem Flugzeug einen Vorderzahn eingebüßt, | ||
| + | |||
| + | Auf dem norwegischen Dampfer // | ||
| + | Fast ein Jahr nach seiner Gefangennahme betrat er norwegischen Boden, fühlte sich in Sicherheit. Auf der deutschen Botschaft glaubte man ihm seine Geschichte nicht, gab ihm jedoch Geld für eine Fahrkarte nach Warnemünde. Dort angekommen, wurde er gleich verhaftet, man hielt ihn für einen russischen Spion, bis ihn ein Kamerad aus der Fliegerstaffel identifiziert. Am 6. März 1916, elf Monate nach seiner Gefangennahme, | ||
| + | |||
| + | ===== 5 Bedingungen und Verhalten in Zwangssituationen ===== | ||
| + | ==== Selbstbestimmung und Objekt ==== | ||
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| + | Zweimal im [[wiki: | ||
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| + | //" | ||
| + | |||
| + | Wichtiger als die unterschiedlichen Ziele ist das Maß der Selbstbestimmtheit, | ||
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| + | Reisende werden in Kriegszeiten wie Soldaten, Gefangene, Spione behandelt (Aram, Harrer, Sattler). Reisende sind in Kriegszeiten nun einmal häufig nicht mehr selbstbestimmt, | ||
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| + | Ein Flüchtiger wandelt auf der Grenze zwischen beiden Extremen. Have bemerkt das bereits auf der Flucht: // „Erst jahrelang als Gefangener reines Objekt, das alles mit sich geschehen läßt, dann plötzlich, das Geschick an sich reißend, selbstbestimmter, | ||
| + | |||
| + | Andererseits wurden hin und wieder aus Soldaten Reisende, die auf sich allein gestellt eigene Entscheidungen treffen mußten. Gunther Plüschow und Erich Killinger sind nach ihrer Flucht fast ein Jahr unterwegs, Werner-Otto von Hentig reist freiwillig in geheimer Mission. Dabei kann der Eindruck des Reisens so stark sein, daß aus zwangsweise Reisenden später freiwillig Reisende wurden: Plüschow nahm seinen Abschied und war bis 1931 immer wieder auf langen Reisen, ebenso Colin Ross, der im Ersten Weltkrieg als Kriegsberichterstatter tätig war. | ||
| + | |||
| + | ==== Bei Kriegsausbruch in Feindesland ==== | ||
| + | |||
| + | Anzeichen für einen bevorstehenden Krieg gab es 1914 und 1939, doch wurden sie von vielen Menschen ignoriert, aus Leichtsinn, Dummheit, Realitätsverlust oder Naivität. Ihr Alltag verlief weitgehend normal, das Säbelrasseln der Diplomaten berührte anscheinend ihr Leben nicht. Sowohl die Kriegserklärung an Rußland 1914 als auch der Einmarsch in Polen 1939 erfolgten für den überwiegenden Teil der Bevölkerung überraschend, | ||
| + | |||
| + | Wer sich derart unvermittelt in Feindesland wiederfand konnte mit etwas Glück, Papieren, Geld und schneller Entschlußkraft noch in neutrale Länder ausreisen. Walter-Eberhard Freiherr von Medem hat soviel Glück, als er kurz vor der Kriegserklärung Englands noch an Bord eines deutschen Dampfers kommt. John Hagenbeck empört sich über seine Ausweisung aus Ceylon, wo er schon viele Jahre lebte, doch die zurückgebliebenen Deutschen wurden entgegen aller Zusagen interniert. Nur selten gelang es Reisenden, im jeweiligen Aufenthaltsland zu bleiben und normal zu leben: Hans Helfritz war zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in Südamerika, | ||
| + | |||
| + | Wer es nicht schaffte, sich rechtzeitig abzusetzen, dem drohte neben dem Unwillen der Bevölkerung Hausarrest, die Internierung in Gefängnis, Zuchthaus oder Konzentrationslager. Concentration camps gab es bei den Engländern bereits im Ersten Weltkrieg - allerdings waren diese nicht mit den Konzentrationslagern der Deutschen im Zweiten Weltkrieg zu vergleichen. Auch die Vichy-Regierung im besetzten Frankreich richtete Konzentrationslager ein: //„In diesen Lagern ... werden gespeist, gekleidet und zu nützlicher Arbeit angehalten alle jene unerwünschten und nicht anpassungsfähigen Elemente, die sich anders nicht weiterhelfen könnten: alle jene, die sonst in die Fremdenlegion eingetreten wären, Landstreicher und Heruntergekommene, | ||
| + | |||
| + | Die Lagersysteme glichen sich überall auf der Welt und machten den Internierten das Leben mal mehr, mal weniger schwer. Zunächst einmal waren es tatsächlich „Konzentrationslager“: | ||
| + | |||
| + | //„An sich ist ja eine Flucht nichts Unanständiges, | ||
| + | |||
| + | ==== Bei Kriegsausbruch im neutralen Ausland ==== | ||
| + | |||
| + | Weltweit besteht nach einer Mobilmachung für jeden Deutschen die Pflicht, sich bei der nächsten deutschen Behörde zu melden, bei Konsulaten oder Botschaften. Wer seinen [[wiki: | ||
| + | |||
| + | Reisende befanden sich in einer der drei folgenden Situationen: | ||
| + | - Sofortige Heimreise bzw. vorher eine Kontaktaufnahme mit Konsulat oder Botschaft. | ||
| + | - Internierung in feindlichen Ländern mit der Möglichkeit, | ||
| + | - Bitte um Asyl in einem neutralen Land mit dem Risiko der Ausweisung in das zuletzt bereiste Land oder das Heimatland. | ||
| + | |||
| + | ==== Wer konnte reisen? ==== | ||
| + | |||
| + | Bei der ersten und zweiten Situation war es mit der [[wiki: | ||
| + | |||
| + | Weitergehende Reisefreiheit hatten Bürger der neutralen Länder und so ist es kein Zufall, daß das einzige Beispiel eines freiwillig während des zweiten Weltkriegs Reisenden von einem Schweizer stammt ('' | ||
| + | |||
| + | Bei einigen der durch Krieg jahrelang von der Heimat ferngebliebenen Deutschen hatte die lange Abwesenheit den Effekt, daß sie sich nach der [[wiki: | ||
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| + | ==== Strategien der Flucht ==== | ||
| + | |||
| + | Voraussetzung ist auf Seiten des Flüchtenden zunächst einmal der unbändige Wille zu fliehen verbunden mit dem Glauben an Erfolg. Nur die wenigsten Internierten haben diesen Impetus. Als von Dehra-Dun alle bisherigen Ausbrecher in ein Straflager verlegt werden, sind dies neunzehn Männer von knapp zweitausend Internierten! Die Mehrheit fand für sich andere Lösungen (( E. Kästner (Zeltbuch von Tumilad) beschreibt ausführlich die Wege, um Jahre im Lager geistig gesund zu überstehen. Das „Dasein im Leeren“ wurde für ihn erträglich, | ||
| + | Rawitsch unterschiedet bei den Internierten verschiedene Typen: | ||
| + | |||
| + | Zweite Voraussetzung ist eine sehr gute körperliche und seelische Konstitution mit Reserven für lange Strapazen. Wichtig ist es, ein Ziel zu haben, das motiviert und Sicherheit bietet, das es zu erreichen lohnt. Unabdingbar sind fast immer ausreichende Geldmittel, notfalls Tauschobjekte, | ||
| + | |||
| + | Der Fluchtweg richtet sich nach den Gegebenheiten der Umgebung und den eigenen Möglichkeiten unter Berücksichtigung der Erfahrungen vorheriger Ausbrecher. Hier ist der Phantasie keine Grenze gesetzt. In der ersten Fluchtphase, | ||
| + | |||
| + | Schlußendlich geht es um eine passende Ausrüstung, | ||
| + | In jedem Fall müssen Ausstattung, | ||
| + | |||
| + | Selbst wenn die Flucht gelingt, befindet man sich meist noch nicht in Sicherheit: Magener und von Have benötigen einen Monat für ihre Flucht durch Indien, verbringen danach aber drei Monate in japanischen Gefängnissen, | ||
| + | Wille und Phantasie, Geld und Papiere heißt die Zauberformel. Wem es an dem einen mangelt, muß dies mit den anderen drei kompensieren. | ||
| + | |||
| + | ===== 6 Biographien ===== | ||
| + | |||
| + | Biographische Angaben sind überwiegend den Reiseberichten entnommen. Diese herauszufinden bzw. abzuleiten bedurfte detektivischer Kleinarbeit. Einige Male lieferte das „Deutsche Biographische Archiv (Neue Folge)“ wertvolle Hinweise. Literaturangaben entstammen dem Gesamtverzeichnis deutschsprachiger Bücher (GV). | ||
| + | |||
| + | ==== Kurt Aram ==== | ||
| + | |||
| + | (Pseudonym für Hans Fischer) | ||
| + | * 28.1.1869 in Lennep, + 10.7.1934. Autor weniger Reisebücher sowie geistreicher und fesselnd geschriebener Unterhaltungsliteratur, | ||
| + | * (1.) Oh Ali! Roman. Th. Knaur Nachf., Berlin. 1927, 320 S., 8° | ||
| + | * (2.) Bolschewiki. Ein Schauspiel aus Rußland in 3 Akten und 6 Aufzügen. °, W. Borngräber, | ||
| + | * (3.) Der Goten Glück und Ende. 3 Bücher der Einkehr und Erhebung, den Quellen nacherzählt. Volksverband d. Bücherfreunde, | ||
| + | * (4.) Baronin Horn. Roman. G. Müller, München. 1912, 320 S. | ||
| + | * (5.) Jugendsünden. W. Vorngräber. Leipzig. 1918, 296 S., 8° | ||
| + | * (6.) Leda. Roman aus dem Nahen Osten. Dt. Buch-Gemeinschaft. Berlin. 1926, 318 S., 8°. | ||
| + | * (7.) Magie und Mystik in Vergangenheit und Gegenwart. Albertus. Augsburg. 1929, 626 S., 8°. | ||
| + | * (8.) Magie und Zauber in der alten Welt. Deutsche Buch-Gemeinschaft. Berlin. 1928, 380 S., 8°. | ||
| + | * (9.) Mit 100 Mark nach Amerika. Erlebnisse. F. Fontane. Berlin. 1912, 189 S. | ||
| + | * (10.) Die Ölmühle. Kürschners Bücherschatz Nr. 907. | ||
| + | * (11.) Der Schatten. Engelberts allgemeine Roman-Bibliothek. 31. Jg. Bd. 13/14. | ||
| + | * (12.) Nach Sibirien mit 100.000 Deutschen. Vier Monate russische Kriegsgefangenschaft. Berlin: Ullstein 1915. OBrosch, 247p, kl. 8° | ||
| + | * (13.) Die vornehme Tochter. W. Vorngräber. Leipzig. 1902. | ||
| + | * (14.) Der elfenbeinerne Turm. Roman. Schles. Vlgs.-anst. Berlin. (1915), 278 S., 8° | ||
| + | * (15.) An den Ufern des Araxes. Ein deutscher Roman aus Persien. Vita. Charlottenburg. 1911, 403 S. | ||
| + | * (16.) Welko, der Balkankadett. Eine Erzählung aus dem Balkankriege 1912/13. Ullstein. Berlin. 1914, 228 S. | ||
| + | * (17.) Unter Wolken. W. Vorngräber. Leipzig. 1900 | ||
| + | * (18.) Der Zar u. seine Juden. K. Curtius. Berlin. 1914, 192 S. | ||
| + | * (19.) Der Zylinder des Straßenfegers und andere Erzählungen. Kürschners Bücherschatz Nr. 888 | ||
| + | * | ||
| + | ==== Peter Aufschnaiter ==== | ||
| + | *2.11.1899 in Kitzbühel, + 12.10.1973 in Innsbruck. Sein Vater war der Tischlermeister Peter, seine Mutter die Katharina Seiwald. Mit 12 Jahren begann er das Skilaufen und lernte unter anderem bei dem Skipionier Franz Reisch. Er besuchte die Volksschule, | ||
| + | Peter Aufschnaiter hatte Skrupel, sich zu verkaufen, blieb lieber bescheiden im Hintergrund: | ||
| + | * (1.) Escape to Lhasa. In: The Himalaya Journal. Clarendon. Oxford. Vol. XIV (1947), S.116-120 | ||
| + | * (2.) Diamir Side of Nanga Parbat, Reconnaissance 1939. In: The Himalaya Journal. Clarendon. Oxford. Vol. XIV (1947), S.110-115 | ||
| + | * (3.) Himalaja im Karakorum. In: Der Kampf um die Weltberge. T. Herzog (Hrsg.) München 1955. | ||
| + | * (4.) Once More: The Yeti. In: East and West. G. Tucci (Hrsg.) IsMeo. Rom. Vol. 22, No. 1-2, S. 115-117, 1972 | ||
| + | * (5.) Prehistoric sites discovered in inhabited regions of Tibet. In: East and West. G. Tucci (Hrsg.) IsMeo. Rom. Vol. 7, No. 1, S. 74-88, 1956 | ||
| + | * (6.) Peter Aufschnaiter. Sein Leben in Tibet. Martin Brauen (Hrsg.) Steiger. Innsbruck. 1983. 17x25cm, OBrosch, 207p, zahlr. Abb. i. Text u. a. Tfll. | ||
| + | |||
| + | ==== Ludwig „Lutz“ Chicken ==== | ||
| + | Im Frühjahr 1939 zog eine kleine Expedition im Auftrag der Deutschen Himalajastiftung aus, um eine neue Route zur Besteigung des Nanga Parbat durch die Diamirflanke zu erschließen. Geleitet wurde sie von Peter Aufschnaiter aus Kitzbühel, die drei weiteren Teilnehmer waren Heinrich Harrer aus Graz, Hans Lobenhoffer aus Bamberg und Lutz Chicken aus Bozen. Sie fanden einen möglichen, wenngleich schwierigen und gefährlichen Weg. Während die Gruppe im August 1939 nach Karachi reiste und von dort die Heimreise antreten wollte, brach der Krieg aus. Am 3. September wurden sie verhaftet und über das Lager Ahmednagar sie in das Lager Dehra-Dun bei Mussorie in Nordindien gebracht. Promovierte 1947 an der medizinischen Fakultät München zum Thema „Die Krankheitsindizien im Internierungslager Premnagar“ und hat dabei wohl seine Erfahrungen als Internierter verarbeitet. | ||
| + | - //Die Krankheitsindizien im Internierungslager Premnagar/ | ||
| + | - //Durchs Jahrhundert. Mein Leben als Arzt und Bergsteiger// | ||
| + | ==== Gustav Fruhmann ==== | ||
| + | Am 24.10.1896 hatte Fruhmann seine Kellnerausbildung abgeschlossen und verläßt Wien achtzehnjährig. Er will die Welt sehen, die angebotene Stelle bei Sacher sagt er ab. Mit einem Billett dritter Klasse und 120 Gulden fährt er nach London. Der Stelle in London folgt eine auf einem Dampfer nach Südafrika und er macht die Reise zweimal, geht heimlich von Bord und bleibt in Südafrika, bis er 1899 den Einberufungsbefehl bekommt. Zurück in Wien sagt man ihm, man hätte dieses Jahr schon genügend Rekruten, er könne wieder gehen. Einem Engagement auf einem Dampfer im Mittelmeer entflieht er in Istanbul. „Ich bin schon ein unruhiges Blut, das nicht lange an einem Ort bleiben kann, ich bin das, was man auf wienerisch einen ' | ||
| + | - Im Frack um die Welt. Erlebnisse eines Oberkellners in 4 Erdteilen. Velhagen & Klasing, Bielefeld, 1937. 13x 20 cm, OLn, 184p, Frontispiz (30.000 Ex. bis 1944) | ||
| + | |||
| + | ==== Heinrich Harrer ==== | ||
| + | *6.7.1912 Hüttenberg in Kärnten, Sohn eines Postbeamten, | ||
| + | * (1.) Sieben Jahre in Tibet. Mein Leben am Hofe des Dalai Lama. Ullstein. Wien. 1952. 266 S. (9 deutsche Ausgaben, weltweit 40 Auflagen, ca. 3,5 Millionen Exemplare) | ||
| + | * (2.) Die weisse Spinne. Die Geschichte der Eiger-Nordwand. Ullstein. Wien. 1959. Ullstein. Wien. 1958. 228 S. (6 Ausg.) | ||
| + | * (3.) Ich komme aus der Steinzeit. Ewiges Eis im Dschungel der Südsee. Ullstein. Berlin. 1963 251 S., 8° (5 dt. Ausg.) | ||
| + | * (4.) Thubten Dschigme Norbu. Tibet, verlorene Heimat. Ullstein. Wien. 1960, 283 S. (2 dt. Ausg.) | ||
| + | * (5.) Tibetausstellung. Sammlung Heinrich Harrer. Veranstaltung durch d. Österreich. Kulturvereinigung im Museum für Völkerkunde, | ||
| + | * (6.) Meine Tibet-Bilder. Text von Heinz Woltereck. Heering. Seebruck/ | ||
| + | * (7.) Huka, Huka. Bei den Xingu-Indianern in Südamerika. Ullstein. Berlin. 1968. 131p, 8°, 20 farb. Abb. a. Tfll.) | ||
| + | * (8.) Geister und Dämonen. Magische Erlebnisse in fernen Ländern. | ||
| + | * (9.) Die Götter sollen siegen. Wiedersehen mit Nepal. | ||
| + | * (10.) Heinrich Harrers Impressionen aus Tibet. Sammlung Harrers im Völkerkundemuseum der Universität. 240 S. | ||
| + | * (11.) Unter Papuas. Mensch und Kultur Neuguineas. Pinguin. Innsbruck. 1976. (3 Ausg.) | ||
| + | * (12.) Die letzten Fünfhundert. Zwergvölker auf den Andamanen-Inseln. | ||
| + | * (13.) Ladakh. Götter und Menschen hinterm Himalaja. 168 S. | ||
| + | * (14.) Tips, Tabellen und Geschichten für die Jugend. | ||
| + | * (15.) Die Lust am großen Abenteuer. Heinrich Harrer als Mensch und Forscher. 64 S. | ||
| + | * (16.) Unterwegs - Handbuch für Reisende. Mitarb. v. A. Thorer u. K.R. Walddorf. Brockhaus. Wiesbaden. 1980. 166p, 8° | ||
| + | * (17.) Geheimnis Afrika. | ||
| + | * (18.) Der Himalaja blüht. | ||
| + | * (19.) Ladakh. | ||
| + | * (20.) Rinpotsche von Ladakh. | ||
| + | * (21.) Wiedersehen mit Tibet. | ||
| + | |||
| + | ==== Heins von Have ==== | ||
| + | Etwa um 1910 geboren. Lebte bis zum Ausbruch des Krieges in Batavia und war dort als Kaufmann tätig, wurde von den Holländern interniert und vor der Landung der Japaner auf Java mit den anderen Deutschen aus Indonesien nach Britisch-Indien gebracht.. Er hatte schon bei seiner Ankunft in Dehra-Dun den Ruf eines tollkühnen Ausbrechers. Zusammen mit dem Hamburger Hans Peter Hülsen unternahm er einen ersten Fluchtversuch, | ||
| + | |||
| + | ==== Werner-Otto von Hentig ==== | ||
| + | * 22.5.1886 in Berlin. Sein Vater war Staatsminister, | ||
| + | * (1.) Heim durch Kurdistan. Ritt u. Reise von Persien zur Ostfront 1914. Voggenreiter. Potsdam. 1943. 124 S., 8° (2 Ausg.) | ||
| + | * (2.) Ins verschlossene Land. Ein Kampf um Mensch und Meile. Voggenreiter. Potsdam. 1928. 192 S., 8° (7 dt. Auflg., Über 200. Tsd. Ex. i. d. 1. Aufl.) | ||
| + | * (3.) Mein Leben, eine Dienstreise. Vandenhoek u. Ruprecht. Göttingen. 1962. 507 S., 8° (2 dt. Aufl.) | ||
| + | * (4.) Der Nahe Osten rückt näher. List. 1940. 117 S., 8° | ||
| + | |||
| + | ==== Arthur Heye ==== | ||
| + | Artur Heye (*4.11.1885 in Leipzig) entstammt einer Arbeiterfamilie, | ||
| + | Dort bietet sich ihm die Gelegenheit zu ersten Veröffentlichungen. Nach einigen Monaten treibt es ihn im Herbst 1909 wieder in die Welt; zu Fuß wandert er nach Italien und setzt auf der Baron Call nach Ägypten über. Dort verbringt er drei Jahre, während derer er im Winter in einem Sanatorium arbeitet und im Sommer bei den Beduinen lebt. 1912 folgt wieder ein kurzer Heimaturlaub, | ||
| + | Von dort reist er über den Sudan nach Äthiopien, doch muß er die Reise verschiedener Unglücke wegen abbrechen. Über den Jemen und Somalia erreicht er 1913 Britisch-Ostafrika und betätigt sich dort als Tierphotograph. Einige Monate hält er sich in Uganda und dem östlichen Kongo auf. Im August 1914 erhält er seinen Gestellungsbefehl und ist drei Jahre Soldat und Unteroffizier während des 1. Weltkriegs in Ostafrika. Im Juni 1917 bringen ihn die Engländer als Kriegsgefangenen nach Indien, per Schiff von Daressalam aus. Bis 1920 lebt er im Gefangenenlager. Es folgt eine längere Zeit in der Heimat, die mit Schreiben und Vorträgen ausgefüllt ist. 1921 ist er in Italien, 1922/23 verbringt er sieben Monate in Ägypten, die Sommer 1923 und 1924 wieder schreibend in der Schweiz und Italien. 1925/26 ist er in Ostafrika und dreht einen Film, im März 1926 ist er wieder in Deutschland. Im Juli 1928 heiratet er. 1929/30 ist er mit seiner Frau in Brasilien unterwegs, leidet jedoch wie schon seit Jahren an einer chronischen Gallenerkrankung, | ||
| + | 1932-1933 lebt er in Alaska. Aus politischen Gründen verlegt er seinen Wohnsitz dann in die Schweiz, nach Ascona. Nach 1940 erscheinen die Bände der Wilden Lebensfahrt, | ||
| + | * (1.) Vitani. Kriegs- und Jagderlebnisse in Ostafrika 1914-1916. Leipzig, Grunow (DEA 1921) in 4 Auflagen bis 1931 | ||
| + | * (2.) Hatako. Das Leben eines Kannibalen. Berlin, Safari-Vlg. (DEA 1921) in zwei Auflagen und vier Ausgaben bis 1945 | ||
| + | * (3.) Wanderer ohne Ziel. Von abenteuerlichem Zwei- und Vierbein. Berlin, Safari-Vlg. (DEA 1922) in zwei Ausgaben | ||
| + | * (4.) Unterwegs. Die Lebensfahrt eines romantischen Strolches. Berlin, Safari- Vlg. (DEA 1925), 30 Auflagen in 5 Ausgaben bis 1948, darunter auch „Wilde Lebensfahrt Bd. 13“ | ||
| + | * (5.) Allah hu akbar. Unterwegs im Morgenlande. Berlin, Safari Vlg. (DEA 1926) 5 Aufl. u. 3 Ausg.bis 1961 | ||
| + | * (6.) Meine Brüder. Bilderbuch einer langen Fahrt durch befremdliche Länder und Zeiten Berlin, Safari-Vlg., | ||
| + | * (7.) Pech. Afrikanische Zufälle Berlin, Safari-Vlg. (DEA 1927) in zwei Auflagen | ||
| + | * (8.) Brennende Wildnis. Bilderbuch e. langen Weges durch befremdliche Länder u. Zeiten. Berlin, Safari-Vlg. (DEA 1927) | ||
| + | * (9.) Filmjagd auf Kolibris und Faultiere. Nach brasilianischen Tagebuchblättern eines Kurbelmannes. Berlin, Safari-Vlg. (DEA 1929) in 2 Ausgaben | ||
| + | * (10.) Millionen am Amazonas. Ein Roman. Berlin, Safari-Vlg. (DEA 1930) | ||
| + | * (11.) Tiere, wie ich sie sah. Aus Urwald und Steppe. Berlin, Safari Vlg. (DEA 1933) | ||
| + | * (12.) Amazonasfahrt. Erlebnisse in Brasilien. Zürich, Büchergilde Gutenberg 1944 in 2 Ausg. bis 1950 | ||
| + | * (13.) Ein Leben unterwegs. Berlin, Safari-Vlg. (DEA 1948) in 2 Ausgaben bis 1950 | ||
| + | * (14.) In Freiheit dressiert. Zürich, Albert Müller, 160 S., Ln (=Wilde Lebensfahrt Bd. 1) zwei Aufl. u. zwei Ausg. bis 1961 | ||
| + | * (15.) Allahs Garten. Erlebnisse im Morgenland. Zürich, Albert Müller, 1961, 188 S., 2 Bl., Ln, (=Wilde Lebensfahrt Bd. 2) | ||
| + | * (16.) Hinein nach Afrika. Zürich, 1940, 160 S., Ill., in zwei Auflagen (=Wilde Lebensfahrt Bd. 3) | ||
| + | * (17.) Die Wildnis ruft. Zürich, Albert Müller, 1941, 164 S., Ln (=Wilde Lebensfahrt Bd. 4) in 2 Aufl. bis 1943 | ||
| + | * (18.) Steppe im Sturm. Zürich, 1942, 159 S., Ln. (=Wilde Lebensfahrt Bd. 5) | ||
| + | * (19.) Ewige Wanderschaft. Zürich, Müller, 1942, 154 S., 3 Bl., Ln (=Wilde Lebensfahrt Bd. 6) in 2 Ausgaben | ||
| + | * (20.) Im letzten Westen. Mit Trappern, Fischern, Goldsuchern in Alaska. Zürich, Müller, 32 Tfll., 304 S., Ln, 5 Aufl. bis 1953 | ||
| + | * (21.) Hatako-Mariani. Das Leben eines Kannibalen. Zürich, Müller, 1945, 192 S., Ln (=Wilde Lebensfahrt Bd. 11) | ||
| + | * (22.) Unterwegs. Rüschlikon-Zürich, | ||
| + | * (23.) Amazonasfahrt. Erlebnisse in Brasilien. Rüschlikon-Zürich, | ||
| + | |||
| + | ==== Oskar und Anita Iden-Zeller ==== | ||
| + | * (1.) Im Fischerboot zum sibirischen Eismeer. Eine Fahrt mit jakutischen Fischern zum Lenadelta. (Auskopplung aus: Weg der Tränen.) Bilder v. Ernst Liebermann. Enßlin u. Laiblin. Reutlingen. 1932. 32 S., 8° (2 Aufl.) | ||
| + | * (2.) Das Dorf Myßkowo. Novelle. Reclam. Lpz. 1929. 76 S. | ||
| + | * (3.) Nomaden der Tundra. J. Beltz. Langenfeld. 1933. 38 S., kl. 8°. (3 Aufl.) | ||
| + | * (4.) In Steppe und Urwald Ostsibiriens. J. Beltz. Langenfeld. 1933 kl. 8°. (2 Aufl.) | ||
| + | * (5.) 12000 Kilometer durch Sibirien. Reclam. Lpz. (2 Ausg.) | ||
| + | * (6.) Sibirische Skizzen. (Co-Autor: Egon Frh. von Kapherr). Diesterweg. Frankfurt/ | ||
| + | * (7.) Der Weg der Tränen. 11 Jahre verschollen in Sibirien. 1926-1929. 512 S. Reclam. Leipzig. 8° (8 Aufl., 3 Ausg.) | ||
| + | * (9.) Auf einsamen Wegen in Nordost-Sibirien. (Schaffsteins grüne Bändchen 39) | ||
| + | |||
| + | ==== Erich Killinger ==== | ||
| + | * 21.11.1893 in Schönau im badischen Wiesental. Sein Vater Emil war Geheimer Regierungsrat, | ||
| + | - Flucht um die Erde. Abenteuer des Ostseefliegers im Weltkrieg. Berlin: Ullstein 1934. 12, | ||
| + | |||
| + | ==== Fritz Kolb ==== | ||
| + | Dr. phil, Fachlehrer an Wiener Vorstadtschulen, | ||
| + | - Third Choice - Adventures in the Padar Region. In: The Himalaya Journal. Clarendon. Oxford. Vol. XIV (1947) | ||
| + | - Einzelgänger im Himalaya. Bruckmann. München. 1957. OLn, 176p, 8°, 16 SW-Tfll., 3 Kt. | ||
| + | |||
| + | ==== Hans „Hanne“ Kopp ==== | ||
| + | Geboren vermutlich nach 1900 im Buschland Südwestafrikas, | ||
| + | - Sechsmal über den Himalaya. Fluchterlebnisse eines Deutschen in Indien und Tibet. Hermann Klein, Freiburg /Br., 1955. 13x21cm, OLn, 242p, 20 SW-Abb. a. 16 Tfll. | ||
| + | |||
| + | ==== Edmund „Ede“ Krämer ==== | ||
| + | Ein damals in Asien bekannter und erfolgreicher Ringkämpfer. Er liebte das Abenteuer und ging keiner Auseinandersetzung aus dem Weg, mischte bei allem mit, was nicht ganz legal war. | ||
| + | Keine Buchveröffentlichungen | ||
| + | |||
| + | ==== Hans Lobenhoffer ==== | ||
| + | Im Frühjahr 1939 zog eine kleine Expedition im Auftrag der Deutschen Himalajastiftung aus, um eine neue Route zur Besteigung des Nanga Parbat durch die Diamirflanke zu erschließen. Geleitet wurde sie von Peter Aufschnaiter aus Kitzbühel, die drei weiteren Teilnehmer waren Heinrich Harrer aus Graz, Hans Lobenhoffer aus Bamberg und Lutz Chicken aus Bozen. Sie fanden einen möglichen, wenngleich schwierigen und gefährlichen Weg. Während die Gruppe im August 1939 nach Karachi reiste und von dort die Heimreise antreten wollte, brach der Krieg aus. Am 3. September wurden sie verhaftet und über das Lager Ahmednagar sie in das Lager Dehra-Dun bei Mussorie in Nordindien gebracht. | ||
| + | Keine Buchveröffentlichungen. | ||
| + | |||
| + | ==== Rolf Magener ==== | ||
| + | 1910 geboren in Odfessa, 2000 in heidelberg gestorben. Magener hatte ein College in England besucht, war für seine Firma, die IG Farbenfabriken, | ||
| + | - Die Chance war Null. Ullstein. Wien (2 Aufl., 17 Tsd., 1954 u. 4 weiteren Ausg. 1956 (Lizenzausg.), | ||
| + | |||
| + | ==== Walter-Eberhard Freiherr von Medem ==== | ||
| + | * 4.5.1887 in Liegnitz, gstorben 1945. Verheiratet mit Dorothee, Gräfin von Rothkirch und Trach, Vater einer Tochter (Mechthild, *1915) und eines Sohnes (Eberhard, *1913). Hauptmann, Redakteur bei der „Ostpreußischen Zeitung“, Chefredakteur der „Allensteiner Zeitung“, dann Chefredakteur des „Tag“ (Scherl Vlg., Berlin). | ||
| + | * (1.) Blick in die weite Welt. Limpert. Berlin. 1940. 317 S., 8°. (2 Aufl.) | ||
| + | * (2.) Kabinenjunge Werner Franz vom Luftschiff „Hindenburg“. Nach Erzählungen und Aufzeichnungen von Werner Franz. Schneider. Berlin. 1940. 111 S., 8°. (54. Tsd. Ex.) | ||
| + | * (3.) Fliegende Front. Wehrmacht. Berlin. 1942. 118 S., gr. 8°. | ||
| + | * (4.) Kampf gegen das System als Chronist 1926-1932. Schlieffen. Berlin. 1937. 331 S., gr. 8° | ||
| + | * (5.) Seldte, Duesterberg. Kittler. Berlin. 1932. 112 S., 8°. | ||
| + | * (6.) Stürmer von Riga. Geschichte eines Freikorps. Schneider. Leipzig. 1935. 96 S., 8°. (2 Aufl.) | ||
| + | * (7.) Abenteuer in der Wüste. (Co-Autor von Max Kirsch) | ||
| + | |||
| + | ==== Hans von Meiss-Teuffen ==== | ||
| + | * 25.11.1911. Verbrachte seine Kindheit in der Schweiz und in Wien, Banklehre in Berlin (2 Jahre) und London. Ein Onkel war Bankdirektor, | ||
| + | Meiss-Teuffen scheint ein richtiges Sprachgenie zu sein. Neben Deutsch, Schwyzerdütsch und Französisch, | ||
| + | - „Ziel im Wind.“ (a. d. Engl.) Ullstein. Wien 1951 (2 Auflagen), 360 S., 8° und ebd. 1954 (gekürzte Ausg.), 191 S., 8° | ||
| + | - „Postlagernd USA.“ Ullstein. Wien. 1956, 350 S., 8° (=Abenteuer des Lebens) | ||
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| + | ==== Antoni-Ferdinand Ossendowski ==== | ||
| + | * 27.5.1876 in Witebsk (Polen), sein Vater Martin war Arzt, seine Mutter hieß Wiktoria Bortkiewicz. Die uradlige polnische Familie stammte ursprünglich aus Ossendowice. Er besuchte das Gymnasium, ging dann an die mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Petersburg und erwarb dort ausgezeichnete Kenntnisse der Kohlengruben und Goldfundstellen Sibiriens. Frühzeitig war er gezwungen, sich das Studium selbst zu finanzieren. Zahlreiche Forschungsreisen führten ihn nach Sibiren und in die Mongolei. Im russisch-japanischen Krieg war er Dezernent für Brennstoffversorgung der russischen Armee. Später wurde er als Professor für organische Chemie an das Polytechnikum des Instituts Petersburg gerufen, außerdem war er im Beirat der Regierung. 1905 wurde er in die russische Revolution hineingerissen, | ||
| + | * (1.) Flammendes Afrika. Quer durch Marokko. (Übertr. a. d. Engl. v. C. H. Pollog) G. Reissner. Dresden. 1926. 334 S., 8°, 40 Bildtfll. (2 Ausg.) | ||
| + | * (2.) Unter dem Gluthauch der Wüste. Quer durch Algerien und Tunis. (Übertr. a. d. Engl. v. O. Marbach) G. Reissner. Dresden. 1927. 324 S., 8°, 40 Bildtfll. (3 Ausg.) | ||
| + | * (3.) Tiere, Menschen und Götter. W. v. Dewall (Hrsg.) Frankfurter Societätsdruckerei. Ff./M. 1924. 369 S., 8°. (3 Ausg.) | ||
| + | * (4.) In den Dschungeln der Wälder und Menschen. Man and mystery in Asia. W. v. Dewall (Hrsg.) Frankfurter Societätsdruckerei. Ff./M. 1924. 399 S. (2 Ausg.) | ||
| + | * (5.) Japanische Erzählungen. (A. d. Poln.) Eurasia. Wien. 1924. 217 S., kl. 8°. | ||
| + | * (6.) Im Land der Bären. (A. d. Poln.) Stuffer. Baden-Baden. 1938. 86 S., 8°. Zeichn. v. O. Starke. (2 Ausg.) | ||
| + | * (7.) Lenin. Ein biographischer Roman. Sieben Stäbe. Berlin. 1930. 437 S. 8° | ||
| + | * (8.) Die Löwin. Ein marokkanischer Roman. Reissner. Dresden. 1929. 312 S., 8°. (2 Ausg.) | ||
| + | * (9.) Hinter Chinas Mauer. Roman. Reissner. Dresden. 1929. 312 S., 8°. (2 Ausg.) | ||
| + | * (10.) Schatten des dunklen Ostens. Ein Stück Sittengeschichte des russischen Volkes. Eurasia. Wien. 1924. 168 S., 8° | ||
| + | * (11.) Schattenbilder aus dem neuen Rußland. Phaidon. Wien. 1928. 255 S., kl. 8° | ||
| + | * (12.) Sklaven der Sonne. Eine Forschungsexpedition ins dunkelste Afrika. Reissner. Dresden. 1928. 467 S., 8°, 24 Abb. | ||
| + | * (13.) Tagebuch e. Schimpansin. Phaidon. Wien. 1929. 234 S. | ||
| + | * (14.) Im sibirischen Zuchthaus. From President to Prison. W. v. Dewall (Hrsg.) Frankfurter Societätsdruckerei. Ff./M. 1925. 427 S., 8°. | ||
| + | Ossendowski veröffentlichte etwa 60 Bände, von denen hier nur die in Deutschland erschienenen aufgeführt sind. Über den Wahrheitsgehalt seiner sibirischen Erlebnisse wurde intensiv debattiert: | ||
| + | - Thomas Neuhaus: Tibet in the Western Imagination. Palgrave Macmillan, Basingstoke 2012, 126 ff. | ||
| + | - Wolfgang Nastali: Ursein, Urlicht, Urwort: die Überlieferung der religiösen " | ||
| + | - Sven Anders Hedin: Ossendowski und die Wahrheit. F.A. Brockhaus, Leipzig 1925. | ||
| + | - Um Ferdinand Ossendowski: | ||
| + | |||
| + | ==== Herbert Paidar ==== | ||
| + | Bergsteiger, | ||
| + | - Zwischen Kantsch und Tibet. [[wiki: | ||
| + | - Drei im Himalaja. Die Erlebnisse einer Himalajafahrt. Bruckmann 1938, 97 S., 63 Tfll., 2 Panoramen, 3 Karten, 8°. | ||
| + | |||
| + | ==== Erich Robert Petersen ==== | ||
| + | * 24.9.1886 in Hamburg, + 31.8.1950 in Eckernförde. Schriftsteller. Autor von Jugendschriften und Reiseberichten, | ||
| + | * (1.) Büffelkoppel am Dume. Als Bauer und Jäger in Kamerun. Thienemann. Stuttgart. 1939. 87 S., 8° (20. Tsd. Ex.) | ||
| + | * (2.) Durch Busch und Blockade. Kriegsfahrten Kameruner Schutztruppler. Thienemann. Stuttgt. 1933. 108 S., 8°(30.Tsd.) | ||
| + | * (3.) Hans Dominik. Kameruns großer Soldat. Safari. Berlin. 1941. 180 S., 8° | ||
| + | * (4.) Gummi aus Kamerun. Safari. Berlin. 1939. 236 S., 8° | ||
| + | * (5.) Die Gummisucher. Aus dem Leben eines Kameruner Pflanzers. Safari. Berlin. 1928. 236 S., 8° (2 Aufl., 2 Ausg.) | ||
| + | * (6.) Die weißen Häuser am Gummibusch. Fahrten u. Taten im deutsch. Kamerun. Schneider. Bln. 1936. 206 S., 8° (15 Tsd. ) | ||
| + | * (7.) Im Herzen Kameruns. Auf Busch- und Kriegspfaden durch Kamerun. Schneider. Berlin. 1939. 90 S., 8° (8. Tsd. Ex.) | ||
| + | * (8.) Kämpfer auf Schanzen und Schiffen. Schneider. Berlin. 1937. 157 S., 8° | ||
| + | * (9.) Ondua, der Soldatenjunge. Aufwärts. Bln. 1941. 39 S., 8° | ||
| + | * (10.) Trommeln rufen durch Kamerun. Aufwärts. Berlin. 1934. 83 S., 8° (49 Tsd. Ex.) | ||
| + | |||
| + | ==== Gunther Plüschow ==== | ||
| + | * 8.2.1886 in München, + 28.1.1931 in Feuerland. Plüschow wuchs in Rom auf, trat später dem Kadettenkorps in Plön und Groß-Lichtenfelde bei, war 1904 Seekadett der kaiserlichen Marine und wurde dann Marineflieger in Tsingtau (China). Er erhielt verschiedene Orden, darunter das Eiserne Kreuz Erster und Zweiter Klasse und den Hohenzollern-Orden. 1919, nach der Auflösung der kaiserlichen Marine, nahm er seinen Abschied. Seine erste Reise nach dem Krieg unternahm er mit einem eigenen kleinen Segelkutter von Büsum über Brasilien nach Feuerland, an Bord hatte er sein Flugzeug, den Silberkondor.Eine weitere Reise unternahm er mit dem Hamburger Viermaster „Parma“. Er war Mitglied des Kaiserlichen Jachtklubs, des Aero-Klubs von Deutschland, | ||
| + | - Silberkondor über Feuerland. Ullstein. Berlin 1929 | ||
| + | - Segelfahrt ins Wunderland. Ullstein. Berlin 1935 | ||
| + | - Die Abenteuer des Fliegers von Tsingtau. Meine Erlebnisse in drei Erdteilen. Ullstein. Berlin. 1916. 189p, 8° | ||
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| + | ==== Herbert Pritzke ==== | ||
| + | Pritzke ist Arzt, Berliner und seit 1944 zum Rommel-Korps beordert. Bei Kriegsende wird er gefangengenommen und unternimmt etwa im April 1946 seinen ersten Fluchtversuch mit zwei Kameraden. Man ergreift ihn wieder, und er wird in das berüchtigte Lager 307 bei Fanara in der Suezkanal-Zone verlegt. Er simuliert eine Krankheit, kommt ins Hospital nach Fayed und flieht von dort erfolgreich, | ||
| + | - Nach Hause kommst du nie ... Ullstein, Wien, 1956. 12, | ||
| + | - Médecin du désert. Paris : Éd. de la Pensée moderne, 1967 | ||
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| + | ==== Wolfgang Gans Edler Herr zu Putlitz ==== | ||
| + | *1889 in Laaska/ | ||
| + | - Unterwegs nach Deutschland. Erinnerungen eines ehemaligen Diplomaten. Nation. Bln. 1960. 13x20,5cm, OLn, 378p | ||
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| + | ==== Slavomir Rawitsch (Rawicz) ==== | ||
| + | *ca. 1915. Er diente als Leutnant in der polnischen Kavallerie, seine Mutter war Russin, sein Vater Besitzer eines Gutes in Pinsk. 1937 wurde er zur Armee einberufen, gerade als er sein Diplom als Architekt und Bauinspektor an der Technischen Hochschule in Warschau vorbereitete. Nach zwölf Monaten in der Infanterieschule in Brest-Litowsk schloß er auch sein Examen ab und wurde 1939 im Zuge einer inoffiziellen Mobilmachung einberufen. Seine Frau Vera heiratete er am 5.7.1939. Er wurde am 19.11.1939 in Pinsk von den Russen gefangengenommen und verbrachte etwa ein Jahr in den russischen Gefängnissen von Minsk und Charbow sowie in der Lubjanka in Moskau. Verurteilung durch den NKWD zu 25 Jahren Arbeitslager, | ||
| + | - Flucht durch Steppe und Wüste. Büchergilde Gutenberg. Frankfurt/ | ||
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| + | ==== Philip Rosenthal ==== | ||
| + | * 23.9.1911. Als Kind aus Deutschland nach England emigriert, besuchte das College in Oxford. Mutter lebte in Frankreich, der Vater in Bozen. Ging 1939 zur Fremdenlegion, | ||
| + | (1.) Einmal Legionär. Mit einem Nachwort: Was ich in der Legion gelernt habe. A. Knaus, Hamburg, 1980.8°, OLn, 287p | ||
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| + | ==== Colin Ross ==== | ||
| + | * 4.6.1885 in Wien, + 29.4.1946 in Urfeld/Bad Tölz. Colins Vater war der Zivilingenieur Friedrich, seine Mutter hieß Charlotte Christensen. Väterlicherseits stammte er von den berühmten Südpolforschern James und John Ross ab. Er studierte an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg Maschinenbau und Hüttenkunde, | ||
| + | * (1.) Unser Amerika. Der deutsche Anteil an den Vereinigten Staaten. Brockhaus. Leipzig. 1936. 317 S., 8° (4 Aufl.) | ||
| + | * (2.) Das neue Asien. Brockhaus. Lpz. 1940. 287 S., 8° (7 Aufl.) | ||
| + | * (3.) Auf deutschem Boden um die Erde. Erinnerungen eines Weltreisenden. Schaffstein. Köln. 1934. 79 S., 8° | ||
| + | * (4.) Südamerikanisches [[wiki: | ||
| + | * (5.) Der [[wiki: | ||
| + | * (6.) Im Balkankrieg. Singer. Strassburg. 1918. 125 S. | ||
| + | * (7.) Fahrten- und Abenteuerbuch. Büchergilde Gutenberg. Berlin. 1925. 236 S., gr. 8° | ||
| + | * (8.) Haha Whenua - das Land, das ich gesucht. Mit Kind und Kegel durch die Südsee. Brockhaus. Leipzig. 1933. 289 S., 8°, 68 Abb. (10 Aufl.) | ||
| + | * (9.) Die westliche Hemisphäre als Programm und Phantom des amerikanischen Imperialismus. Brockhaus. Leipzig. 1942. 230 S., 8° (2 Aufl.) | ||
| + | * (10.) Heute in Indien. Brockhaus. Leipzig. 1925. 330 S., 8°, 80 Abb., 1 Karte. (6 Aufl., 2 Ausg.) | ||
| + | * (11.) Vier Jahre am Feind. Meine Erlebnisse im Feld. Brockhaus. Leipzig. 1938. 285 S., 8° | ||
| + | * (12.) Umstrittenes Indien. Hobbing. Bln. 1931. 94 S., 74 Abb. | ||
| + | * (13.) Der unvollendete Kontinent. Brockhaus. Leipzig. 1930. 282 S., 9° (12 Aufl.) | ||
| + | * (14.) Das Kreuz im Kreis und das Hakenkreuz. Offener Brief a. d. Gründer der American Progressive Party, Gouverneur Philip La Follette von Wisconsin. Eher. Berlin. 1938. 11 S., gr. 8° | ||
| + | * (15.) Das Meer der Entscheidungten. Beiderseits des Pazifik. Brockhaus. Leipzig. 1925. 333 S., 8°, 97 Abb., 7 Kt. (7 Aufl.) | ||
| + | * (16.) Mit dem Kurbelkasten um die Welt. Wolfsohn. Berlin. 1925. 45 S., 8° (2 Ausg.) | ||
| + | * (17.) Mit Kamera, Kind und Kegel durch Afrika. Brockhaus. Leipzig. 1928. 176 S. 8°, 32 Abb. (25 Aufl.) | ||
| + | * (18.) Mit Kind und Kegel in die Arktis. Brockhaus. Leipzig. 1934. 218 S., 8°, 50 Abb. (10 Aufl.) | ||
| + | * (19.) Amerikas Schicksalsstunde. Die Vereinigten Staaten zwischen Diktatur und Demokratie. 1935. 315 S., 8°, 74 Abb., 1 Karte. (12 Aufl.) | ||
| + | * (20.) Die erwachende Sphinx. Durch Afrika vom Kap nach Kairo. Brockhaus. Leipzig. 1927. 310 S., 8°, 112 Abb., 13 Karten (11 Aufl.) | ||
| + | * (21.) USA. Oberkommando der Wehrmacht. 1943. 30 S., 8° | ||
| + | * (22.) Zwischen USA und Pol. Durch Kanada, Neufundland, | ||
| + | * (23.) Südamerika, | ||
| + | * (24.) Der Weg nach Osten. Reise durch Rußland, Ukraine, Transkaukasien, | ||
| + | * (25.) Die Welt auf der Waage. Der Querschnitt von 20 Jahren Weltreise. Brockhaus. Leipzig. 1929. 188 S., 8° (34 Aufl.) | ||
| + | * (26.) Der Wille der Welt. Eine Reise zu sich selbst. Brockhaus. Leipzig. 1932. 220 S., 8° (8 Aufl.) | ||
| + | * (27.) Wir draußen. 2 Jahre Kriegserleben an vier Fronten. Ullstein. Berlin. 1916. 454 S., 8° | ||
| + | |||
| + | ==== Friedel Sattler ==== | ||
| + | War wohl Mittelstürmer im Lager Dehra-Dun und scheint von Hause aus Handwerker zu sein, vielleicht Schreiner, vielleicht auch Innenarchitekt. Im April 1945 wurde Sattler zusammen mit allen, die bisher einen Ausbruchsversuch unternommen hatten, strafverlegt in das Lager Deoli etwa neunzig Kilometer entfernt von Kotta. Alle Vergünstigungen, | ||
| + | - Flucht durch den Himalaja und Erlebtes beim Maharadscha von Bundi. Vlg. Das Bergland-Buch, | ||
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| + | ==== Ludwig Schmaderer ==== | ||
| + | Bergsteiger, | ||
| + | - Zwischen Kantsch und Tibet. [[wiki: | ||
| + | - Drei im Himalaja. Die Erlebnisse einer Himalajafahrt. Bruckmann 1938, 97 S., 63 Tfll., 2 Panoramen, 3 Karten, 8°. | ||
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| + | ==== Bruno Treipel ==== | ||
| + | Keine Buchveröffentlichungen | ||
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| + | ===== 7 Verweise ===== | ||
| + | siehe auch\\ | ||
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| + | * [[wiki: | ||
