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wiki:zeitleiste_seeweg_asien_suedoestlich_um_afrika

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wiki:zeitleiste_seeweg_asien_suedoestlich_um_afrika [2026/07/28 11:49] – Externe Bearbeitung 127.0.0.1wiki:zeitleiste_seeweg_asien_suedoestlich_um_afrika [2026/08/03 16:05] (aktuell) – [Natürliche Grenzen und Sigularitäten] Norbert Lüdtke
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 ====== Zeitleiste des Seeweges nach Asien südöstlich um Afrika ====== ====== Zeitleiste des Seeweges nach Asien südöstlich um Afrika ======
  
-===== Vorgeschichte =====+===== Alte Geschichte ===== 
 +==== Im 2. Jahrtausend BC ====
  
-[[zeitleiste_reisegenerationen#Ägyptisches Unterwegs-sein|Ägyptisches Unterwegs-sein]]+→ [[zeitleiste_reisegenerationen#Ägyptisches Unterwegs-sein|Ägyptisches Unterwegs-sein]]
   * 1.890 BC ließ der Pharao ''Sesostris II.'' einen Kanal zwischen dem Nil und dem Roten Meer anlegen. Damit waren von ägyptischen Häfen sowohl Asien als auch Europa erreichbar.   * 1.890 BC ließ der Pharao ''Sesostris II.'' einen Kanal zwischen dem Nil und dem Roten Meer anlegen. Damit waren von ägyptischen Häfen sowohl Asien als auch Europa erreichbar.
  
-[[zeitleiste_reisegenerationen#Unterwegs im antiken Mediterraneum: Phönizier|Unterwegs im antiken Mediterraneum: Phönizier]] +==== Im 6. Jahrhundert BC ====
-  * **5. Jahrhundert BC** ''Hanno'' »der Seefahrer« [vor 480–440 BC] umsegelte Afrika bis zum Golf von Guinea.\\ //Periplus// [[https://www.livius.org/articles/person/hanno-1-the-navigator/hanno-1-the-navigator-2/|Online]] +
-  * **um 613-610 BC** ''Pharao Necho'' (610–595 BC) beauftragt Phönizier damit, **Afrika zu umsegeln**; nach ''Herodot'' (4,42) gelang dies auch um 613-610 BC. Die Formulierung, sie hätten auf ihrer Fahrt die Sonne zur Rechten gesehen, beweist, dass der [[wiki:aequator|Äquator]] in westlicher Richtung überquert wurde.+
  
-[[zeitleiste_reisegenerationen#Die griechisch-römische Antike am Indischen Ozean|Die griechisch-römische Antike am Indischen Ozean]]:+  * **600 BC:** Der ägyptische Pharao ''Necho'' II. beauftragt Phönizier, die Küsten Afrikas zu erkunden. Herodot (~485–425; 4,42) berichtete, dass diese 596 BC im Roten Meer südwärts segelten und 594 BC die Mündung des Nils erreichten, also Afrika umschifft hatten. Die antiken Geographen Eratosthenes (~276–194 BC) und Ptolemäus (~160–100 BC) wiesen dies als unwahr zurück, Aufzeichnungen in den ägyptischen Archiven wurden nicht gefunden. Die Formulierung, sie hätten auf ihrer Fahrt die Sonne zur Rechten gesehen, beweist den Aufenthalt auf der Südhalbkugel und die Umschiffung des Kaps der Guten Hoffnung. 
 +  * **550 BC:** An der Atlantikküste Afrikas wird die karthagische Kolonie Larache gegründet, heute El Araish.  
 +  * ''Plinius der Ältere'' (um 23 – 79 n. Chr.) berichtet von einem Periplus des ''Himilco'' (auch: Himilkon, phönizisch Chimilkât), einem  [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Die phönizische Zeit: Seevölker|phönizischen Seefahrer]] aus Karthago, der im späten **6. Jahrhundert** als Erster der westlichen Küste Europas bis Norwegen gefolgt sein soll. 
 +    * ''Blázquez y Delgado-Aguilera, Antonio''\\ //El periplo de Himilco//.\\ Siglo VI. antes de la Era cristiana, según el poema de Rufo Festo Avieno titulado "Ora Maritima" [lines 80-416. With the text and a Spanish translation]. Descripción de las costas portuguesas y españolas desde el cabo San Vicente hasta Gibraltar. Con un mapa. Por Antonio Blázquez y Delgado-Aguilera.\\ 71 S. 1 Karte, Madrid 1909: Patronata de Huérfanos de Administración Militar. 
 +    * ''Carreras i Candi, Francesc; Martin, Albert (editor), Blazquez, Antoni''\\ //Mapa del Périplo o viatge d'Himilco a la Península en lo segle VI abans de J. C.// / per Antoni Blazquez. Institut Cartogràfic i Geològic de Catalunya 2012 
 +  * **515 BC:** ''Dareios'' I. ließ den von ''Nechos'' II. begonnenen Kanal zwischen Nil und Rotem Meer fertigstellen. 
 + 
 +==== Im 5. Jahrhundert BC ==== 
 +→ [[zeitleiste_reisegenerationen#Unterwegs im antiken Mediterraneum: Phönizier|Unterwegs im antiken Mediterraneum: Phönizier]] 
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 +  * ''Hanno'' »der Seefahrer« [vor **480–440 BC**] umsegelte Afrika bis Marokko oder vielleicht bis zum Golf von Guinea und hinterließ den erhaltenen //Periplus// (= Periplus Hannonis, = Hanno Carthagiensis), [[https://www.livius.org/articles/person/hanno-1-the-navigator/hanno-1-the-navigator-2/|Online]]. 
 +    * ''Karl Bayer''\\ //Periplus Hannonis//.\\ S. 337 in: Gaius Plinius Secundus der Ältere: Naturkunde (Historia naturalis), lateinisch–deutsch. Buch V. Zürich/München 1993: Artemis 
 +    * ''Medas, Stefano''\\ //"--Essendo finiti i viveri, non navigammo oltre"//\\ Introduzione allo studio del Periplo di Annone.\\ 53 S., (=Temi di archeologia punica 2) Lugano, Lumières Internationales 2006: Athenaion. 
 +    * ''Francis Joannès''\\ //L'itinéraire des Dix-Mille en Mésopotamie et l'apport des sources cunéiformes//\\ in: Dans les pas des Dix-Mille, Pallas 43 Topoi, volume 7/1, 1997. pp. 363-370. ''Xenophon'' beschrieb in der //Anabasis// den Feldzug des jüngeren Kyros gegen Artaxerxes II. im Jahr 401 vor Christus.Der Karthager ''Hanno'' der Seefahrer (~480–440 BC) erkundet um 470 BC die Atlantikküste Afrikas, überquert dabei den Äquator und erreicht möglicherweise den Golf von Guinea. 
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 +==== Im 4. Jahrhundert BC ==== 
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 +  * ''Pytheas'' (**~370–~310**), ein griechischer Seefahrer, segelte die eurpoäische Küste nordwärts, erreichte sicher England und Treibeisgebiete. Möglicherweise ist Island identisch mit dem von ihm genannten Thule. Sein Bericht //Über den Ozean// (Περὶ τοῦ ᾿Ωκεανοῦ Perì toũ Okeanoũ) ist verloren. 
 +==== Vom 3. Jahrhundert BC bis zum 3. Jahrhundert AC ==== 
 +→ [[zeitleiste_reisegenerationen#Die griechisch-römische Antike am Indischen Ozean|Die griechisch-römische Antike am Indischen Ozean]] 
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 +  * ''De Romanis, Federico''\\ //The Indo-Roman Pepper Trade and the Muziris Papyrus//.\\ XXIV, 381 S. Oxford 2020Oxford University Press; [[https://doi.org/10.1093/oso/9780198842347.001.0001|online]] [[http://bvbr.bib-bvb.de:8991/exlibris/aleph/a23_1/apache_media/EEEYAGM2AKUGIG44K3HAR79XRSQJXV.pdf|Inhalt]]\\ Die beiden Fragmente des P. Vindobonensis G 40822 (= Muziris-Papyrus, 2. Jh. BC) bilden die einzige Quelle über die indo-römischen Handelspraktiken. Hier werden die kommerzielle und die politische Geographie des alten Südindiens untersucht, der [[wiki:fahrplan|Fahrplan]] und die Größe der Schiffe; die in den südindischen Handelszentren ausgetauschten Waren; und die Steuern, die auf dem Weg vom Roten Meer zum Mittelmeer erhoben wurden. 
   * [[zeitleiste_europa_indien_landweg|Zeitleiste Europa-Indien auf dem Landweg]], s. dort Yavanas   * [[zeitleiste_europa_indien_landweg|Zeitleiste Europa-Indien auf dem Landweg]], s. dort Yavanas
   * Das römische Reich hatte Handelsniederlassungen in Indien und nutzte die ägyptischen Häfen.   * Das römische Reich hatte Handelsniederlassungen in Indien und nutzte die ägyptischen Häfen.
  
-Die islamische [[wiki:zeitleiste_expansionen|Expansion]] ab dem 7./8Jahrhundert nach Christus und die feindliche Begegnung beider Religionen führte dazudass europäische (christliche) Händler und Reisende schwierig bis gar nicht das nördliche AfrikaVorderasien oder Zentralasien durchqueren konntenNach dem völligen Rückzug der Ritterorden aus dem Heiligen Land 1291 und mit der türkischen Expansion bis zur Eroberung von Byzanz 1453 schlossen sich mehr und mehr Wege im Raum des östlichen Mittelmeeres. +  * **30 BC:** Mit der Übernahme des ptolemäischen Ägypten durch ''Octavian'' für Rom kontrolliert Rom das gesamte Mittelmeer. Es übernimmt auch den (Gewürz-)Handel mit Indien. Damit einher geht ein besonderes Interesse für den Schiffverkehr im Indischen Ozean. 
 +    * //Periplus Maris Erythraei// Περίπλους τῆς Ἐρυθράς Θαλάσσης `Küstenbeschreibungen des Erythräischen  Meeres´ [= Rotes Meer & Teile des Indischen Ozeans] aus dem 1. Jahrhundert nach Christus. Online [[https://doi.org/10.11588/diglit.303#0084|original]] und in [[https://en.wikisource.org/wiki/Periplus_of_the_Erythraean_Sea|englischer Übersetzung]] . 
 +      * ''Lionel Casson''\\ //The Periplus Maris Erythraei.//\\ Text with introductiontranslationand commentary.\\ Princeton University Press, Princeton 1989 
 +==== Ab dem 9. Jahrhundert: Wikinger auf dem Atlantik ==== 
 +→ [[wikinger_normannen_waraeger|Wikinger 875 bis nach 1021 via Färöer, Island, Grönland, Nordamerika]]
  
-Aus arabischer Sicht öffneten sich Wege zum Atlantik. Berichte arabischer Seefahrer, die von der iberischen Halbinsel aufbrachen, finden sich bei ''Al-Masudi'' (10. Jh.) und ''Al-Idrisi'' (12. Jh.), Al-Bakri (11. Jh.) enthält geografisches Wissen darüber, → [[Zeitleiste arabischer Reisender|Zeitleiste arabischer Reisender]]+==== Ab dem 10. Jahrhundert: Arabische Seefahrer auf dem Atlantik ==== 
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 +Aus arabischer Sicht öffneten sich durch die islamische Expansion ab dem 7./8. Jahrhundert nach Christus Wege zum Atlantik. Berichte arabischer Seefahrer, die von der iberischen Halbinsel aufbrachen, finden sich bei ''Al-Masudi'' (10. Jh.) und ''Al-Idrisi'' (12. Jh.), Al-Bakri (11. Jh.) enthält geografisches Wissen darüber,\\ → [[Zeitleiste arabischer Reisender|Zeitleiste arabischer Reisender]] 
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 +  * Vor **1147** sollen 80 arabische Seefahrer ('Mugharrirun') vom damals noch arabischen Lissabon zu einer Reise auf dem Atlantik aufgebrochen sein, berichtet um 1154 Al-Idrisi im //Kitab nuzhat al-mushtaq//
 +    * //Al-IdrlsTs Beschreibung einer Entdeckungsfahrt auf dem Atlantik (vor 1147)// S. 37--39 in: 
 +      * ''Charles Verlinden'', ''Eberhard Schmitt'' (Hg.)\\ //Die mittelalterlichen Ursprünge der europäischen Expansion//\\ (=Dokumente zur Geschichte der europäischen Expansion, 1) XVI, 450 S. Ill., Kt. München 1986: Beck. [[https://d-nb.info/850797381/04|Inhalt]] 
 +    * Englische Übersetzung des Textes von Al-Idrisi mit Diskussion der Angaben insbesondere zu den dort benannten Inseln → [[https://www.ancientportsantiques.com/wp-content/uploads/Documents/MAPS/Documents/Alidrisi-Siebold2015.pdf|Ancient Ports – Ports Antiques]] 43 S., insbes. S. 11-13 
 +    * ''Natália Maria Lopes Nunes''\\ //Os Aventureiros de Lisboa, os precursores dos Descobrimentos.//\\ Ar-rihla fi talab al-‘ilm (“A viagem à procura do conhecimento”)\\ S. 147–168 in: Paulo Catarino Lopes (Hg.): Construindo o ‘Outro’ e o ‘Eu’. Representações de identidade e alteridade em contexto de mobilidade na Idade Média (=Estudos, 35) Lisboa 2024: IEM – Instituto de Estudos Medievais [[https://iem.fcsh.unl.pt/wp-content/uploads/2025/02/Book-CONSTRUINDO-19.02.25-Paulo.pdf|Online]] 
 +    * ''Coelho, Armanda''\\ //Os aventureiros e o mar tenebroso.// Férula. Revista da Associação para Estudos Históricos Interdisciplinares, 5 (2014) 42–46. 
 +    * ''Icard, Christophe''\\ //Récits merveilleux et réalité d’une navigation en Océan Atlantique chez les auteurs musulmans.//\\ Actes des Congrès de la Société des historiens médiévistes de l’enseignement supérieur public. 25.1 (1994) 75–87 
 +    * ''Vernet Ginés, Juan''\\ //Textos árabes de viajes por el Atlántico.//\\ Anuario de Estudios Atlánticos, 17 (1971) 401–427 
 +==== Ab dem 13. Jahrhundert: Italienische Sefahrer auf dem Atlantik ====
  
 Die Zwischenhändler aus Venedig, Genua und anderen italienischen Seerepubliken bewahrten sich ihre Verbindungen nach Kairo, Istanbul und zur Levante aus byzantinischer Zeit. Dass dennoch alternative Seewege nach Indien im Blick waren, zeigen zwar die Fahrten der Vivaldi-Brüder 1291 und von ''Lancelotto Malocello'' 1339, → [[synopse_europaeische_expansion|Synopse]], jedoch blieben diese folgenlos.  Die Zwischenhändler aus Venedig, Genua und anderen italienischen Seerepubliken bewahrten sich ihre Verbindungen nach Kairo, Istanbul und zur Levante aus byzantinischer Zeit. Dass dennoch alternative Seewege nach Indien im Blick waren, zeigen zwar die Fahrten der Vivaldi-Brüder 1291 und von ''Lancelotto Malocello'' 1339, → [[synopse_europaeische_expansion|Synopse]], jedoch blieben diese folgenlos. 
  
-Die iberischen Mächte (Portugal, Katalonien, Kastilien) schufen sich dagegen durch die Reconquista neue Möglichkeiten über den weithin unbekannten [[wiki:atlantik|Atlantik]]. Dabei war Portugal durch seine Lage im Vorteil, auch weil die Straße von Gibraltar als schwierig galt. Die meist unbewohnten [[wiki:inseln|Inseln]] vor der afrikanischen Küste wurden zu sicheren Trittsteinen für Versorgung und Rückzug. Afrika hat jedoch weniger Inseln und Halbinseln als alle anderen Kontinente. Zwischen Annobon im im Golf von Guinea und dem Kap der guten Hoffnung gibt es keine geeigneten Inseln mehr, zudem sind die Küsten südlich von Angola als ungastlich so wie etwa die Skelettküste in Namibia. Für die Etappen entlang der Route siehe die [[https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_portugiesischen_Entdeckungen|Zeitleiste portugiesischer Fahrten]].+==== Ab dem 15 . Jahrhundert: Portugiesische Sefahrer auf dem Atlantik ==== 
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 +Die iberischen Mächte (Portugal, Katalonien, Kastilien) schufen sich durch die Reconquista und den Rückzug der Araber von iberischen Halbinsel neue Möglichkeiten über den weithin unbekannten [[wiki:atlantik|Atlantik]]. Dabei war Portugal durch seine Lage mehrfach im Vorteil durch die lange Atlantikküste, auch weil die Straße von Gibraltar als schwierig galt und schließlich weil hier die Reconquista früher gelang.  
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 +Die Azoren, Madeira und die Kanarischen Inseln wurden wiederentdeckt. Die meist unbewohnten [[wiki:inseln|Inseln]] vor der afrikanischen Küste wurden zu sicheren Trittsteinen für Versorgung und Rückzug. Afrika hat jedoch weniger Inseln und Halbinseln als alle anderen Kontinente. Zwischen Annobon im im Golf von Guinea und dem Kap der guten Hoffnung gibt es keine geeigneten Inseln mehr, zudem sind die Küsten südlich von Angola extrem ungastlich so wie etwa die Skelettküste in Namibia. Für die Etappen entlang der Route siehe die [[https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_portugiesischen_Entdeckungen|Zeitleiste portugiesischer Fahrten]].
  
 ===== Möglichkeiten aus heutiger Sicht ===== ===== Möglichkeiten aus heutiger Sicht =====
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 ===== Natürliche Grenzen und Sigularitäten ===== ===== Natürliche Grenzen und Sigularitäten =====
  
-Die portugiesischen Fahrten entlang der afrikanischen Atlantikküste veränderten die Schiffsbauten. Die geruderten Galeonen des Mittelmeeres erwiesen sich als nachteilig; es entstanden sukzessive verschiedenen Arten von Karavellen mit ein, zwei und schließlich drei Masten sowie unterschiedlichen Betakelung. +Die portugiesischen Fahrten entlang der afrikanischen Atlantikküste veränderten die Schiffsbauten. Die geruderten Galeonen des Mittelmeeres erwiesen sich als nachteilig; es entstanden sukzessive verschiedene Arten von Karavellen mit ein, zwei und schließlich drei Masten sowie unterschiedlicher Betakelung. 
   * Segelschiffe sind auf Wind angewiesen und müssen, wenn der Wind ungünstig steht, auch kreuzen können.   * Segelschiffe sind auf Wind angewiesen und müssen, wenn der Wind ungünstig steht, auch kreuzen können.
   * Meeresströmungen beeinflussen den Kurs.   * Meeresströmungen beeinflussen den Kurs.
-  * Flussmündungen verändern die Meeresströmungen und erzeugen eine unruhige See.+  * Flussmündungen verändern die Meeresströmungen und erzeugen eine kabbelige See, die die Route verschiebt.
   * [[Kap|Kaps]] beeinflussen sowohl Meeresströmungen als auch lokale Winde.   * [[Kap|Kaps]] beeinflussen sowohl Meeresströmungen als auch lokale Winde.
   * Buchten können natürliche Häfen bilden, die Schutz vor Wind und Strömungen bieten.   * Buchten können natürliche Häfen bilden, die Schutz vor Wind und Strömungen bieten.
  
-Die Routenplanung wird daher wesentlich durch [[kap|Kaps]] und Buchten, durch [[inseln|Inseln]] und Flussmündungen bestimmt worden, bevor man die jahreszeitlichen Systeme der vorherrschenden Windrichtungen und die hydrographischen Eigenschaften des Atlantik verstanden hatte.+Die Routenplanung wurde daher zuerst durch [[kap|Kaps]] und Buchten, durch [[inseln|Inseln]] und Flussmündungen bestimmt. Nachdem man man die jahreszeitlichen Systeme der vorherrschenden Windrichtungen und die hydrographischen Eigenschaften des Atlantik verstanden hatte, gelang die systematische Routen- und Zeitenplanung.
 ===== Ab dem 14. Jahrhundert ===== ===== Ab dem 14. Jahrhundert =====
  
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 **1427** wurden die **Azoren** wieder entdeckt.\\ Gesichert ist, dass **zwischen 700 und 850 n. Chr.** Menschen auf den Azoren wohnten; DNA-Analysen verweisen auf die Herkunft aus Norwegen.\\ Die Fakten zu dem angeblichen Münzfund von 1749 und den angeblichen karthagischen Münzen aus dem 4./3. Jahrhundert BC hat ''Humboldt'' bereits ausführlich erörtert ((''Alexander von Humboldt''\\ //Kritische Untersuchungen über die historische Entwickelung der geographischen Kenntnisse von der Neuen Welt und die Fortschritte der nautischen Astronomie in dem 15ten und 16ten Jahrhundert//.\\ Band 1. Berlin 1852: Nicolai S. 434, 455-456 [[https://books.google.de/books?id=zzlRXRbDSjAC&lpg=PA455&ots=Or2yclQDgZ&dq=humboldt%20corvo%20m%C3%BCnzen&hl=de&pg=PA435#v=onepage&q=corvo%20m%C3%BCnzen&f=false|Online]] )) - sie sind kaum aussagekräftig.\\ Die Azoren sind erstmals im//Medici-Atlas//von 1351 und im//Atlas Catalan// von 1375 als neun Inseln in drei Gruppen dargestellt worden. Von ''Heinrich dem Seefahrer'' beauftragt, segelte ''Diogo de Silves'' 1427 auf die Azoren und nahm sie für Portugal in Besitz, 1431−1432 und 1452 folgen ''Gonçalo Velho Cabral'' und ''Diogo de Teive''. **1427** wurden die **Azoren** wieder entdeckt.\\ Gesichert ist, dass **zwischen 700 und 850 n. Chr.** Menschen auf den Azoren wohnten; DNA-Analysen verweisen auf die Herkunft aus Norwegen.\\ Die Fakten zu dem angeblichen Münzfund von 1749 und den angeblichen karthagischen Münzen aus dem 4./3. Jahrhundert BC hat ''Humboldt'' bereits ausführlich erörtert ((''Alexander von Humboldt''\\ //Kritische Untersuchungen über die historische Entwickelung der geographischen Kenntnisse von der Neuen Welt und die Fortschritte der nautischen Astronomie in dem 15ten und 16ten Jahrhundert//.\\ Band 1. Berlin 1852: Nicolai S. 434, 455-456 [[https://books.google.de/books?id=zzlRXRbDSjAC&lpg=PA455&ots=Or2yclQDgZ&dq=humboldt%20corvo%20m%C3%BCnzen&hl=de&pg=PA435#v=onepage&q=corvo%20m%C3%BCnzen&f=false|Online]] )) - sie sind kaum aussagekräftig.\\ Die Azoren sind erstmals im//Medici-Atlas//von 1351 und im//Atlas Catalan// von 1375 als neun Inseln in drei Gruppen dargestellt worden. Von ''Heinrich dem Seefahrer'' beauftragt, segelte ''Diogo de Silves'' 1427 auf die Azoren und nahm sie für Portugal in Besitz, 1431−1432 und 1452 folgen ''Gonçalo Velho Cabral'' und ''Diogo de Teive''.
-    * ''Monteiro Velho Arroda, Manuel ''\\ //V. Centenario do descobrimento dos Açôres.//\\ Collecçao de documentos relativos as descubrimento e povoamento dos Açôres, precedida de um ensaio critico.\\ CLXXXIII, 251 S., Taf., Karten. Ponta Delgada 1932: Officina de artes graficas. +    * ''Monteiro Velho Arroda, Manuel''\\ //V. Centenario do descobrimento dos Açôres.//\\ Collecçao de documentos relativos as descubrimento e povoamento dos Açôres, precedida de um ensaio critico.\\ CLXXXIII, 251 S., Taf., Karten. Ponta Delgada 1932: Officina de artes graficas. 
  
 ==== Portugal 1422?: Cabo de Não ==== ==== Portugal 1422?: Cabo de Não ====
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 //"The last-mentioned point is a low, narrow neck of land, running out into the sea, and is called Cape Sierra Leone ; in old charts it is often named Cape Ledo (Liedo) or Cape Tagrin. It is sometimes also called the True Cape, to distinguish it from a projecting high land, about five miles to the ward, called the False Cape, which is frequently //"The last-mentioned point is a low, narrow neck of land, running out into the sea, and is called Cape Sierra Leone ; in old charts it is often named Cape Ledo (Liedo) or Cape Tagrin. It is sometimes also called the True Cape, to distinguish it from a projecting high land, about five miles to the ward, called the False Cape, which is frequently
-mistaken for the former. The breadth of the river, taken from Leopard's island, to the cape Sierra Leone, is about fifteen miles; from this it gradually decreases until it reaches St. George's Bay, about six miles above the cape, where it does not exceed six or seven miles."//\\ S. 14--15 in: ''Thomas Winterbottom'' \\//Account of the native Africans in the neighbourhood of Sierra Leone//\\ to which is added an account of the present state of medicine among them by Thomas Winterbottom  Band 1 London 1803: Hatchard. [[https://dn720407.ca.archive.org/0/items/accountofnativea01wint/accountofnativea01wint.pdf |Online]] +mistaken for the former. The breadth of the river, taken from Leopard's island, to the cape Sierra Leone, is about fifteen miles; from this it gradually decreases until it reaches St. George's Bay, about six miles above the cape, where it does not exceed six or seven miles."//\\ S. 14--15 in: ''Thomas Winterbottom''\\ //Account of the native Africans in the neighbourhood of Sierra Leone//\\ to which is added an account of the present state of medicine among them by Thomas Winterbottom  Band 1 London 1803: Hatchard. [[https://dn720407.ca.archive.org/0/items/accountofnativea01wint/accountofnativea01wint.pdf |Online]] 
  
   * **1460**\\ segelte ''Pedro de Sintra'' bis Sierra Leone und Liberia.   * **1460**\\ segelte ''Pedro de Sintra'' bis Sierra Leone und Liberia.
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 ==== Portugal 1471: Ghana ==== ==== Portugal 1471: Ghana ====
  
-//Cabo tres Puntas//,= Cape Three Points (=heute zu Princes Town, Ghana)\\ Die kleine Halbinsel bildet den südlichsten Ort Ghanas und markiert die westliche Grenze des Golfs von Benin. 570 km entfernt liegt im Atlantik der Punkt (keine wirkliche Insel) //Null Island// mit den Koordinaten 0° N und 0° E.\\  Die Segelentfernung (Luftlinie) von der Mündung des Gambiaflusses bei Banjul zum Cabo tres Puntas (Ghana) beträgt knapp 2.000 Kilometer in südöstlicher, zuletzt östlicher Richtung. Bis Guinea-Bissau unterstützt der Kanarenstrom die Fahrt in südlicher Richtung, dann überwiegt der Guinea-Strom in Richtung Ost-Südost. Der vorherrschende Wind Nordost-Passat (Harmattan) bläst vorwiegend aus Südwest bis West.+//Cabo tres Puntas//,= Cape Three Points (=heute zu Princes Town, Ghana)\\ Die kleine Halbinsel bildet den südlichsten Ort Ghanas und markiert die westliche Grenze des Golfs von Benin. 570 km entfernt liegt im Atlantik der Punkt (keine wirkliche Insel) //Null Island// mit den Koordinaten 0° N und 0° E.\\ Die Segelentfernung (Luftlinie) von der Mündung des Gambiaflusses bei Banjul zum Cabo tres Puntas (Ghana) beträgt knapp 2.000 Kilometer in südöstlicher, zuletzt östlicher Richtung. Bis Guinea-Bissau unterstützt der Kanarenstrom die Fahrt in südlicher Richtung, dann überwiegt der Guinea-Strom in Richtung Ost-Südost. Der vorherrschende Wind Nordost-Passat (Harmattan) bläst vorwiegend aus Südwest bis West.
  
   * Nicht dokumentiert, jedoch plausibel, ist, dass die portugiesischen Seefahrer ''João de Santarém'' und ''Pedro Escobar'' **1471** dieses Kap passierten, als sie auf dem Weg zur Küste von Mina (Golf von Guinea) und zum  Nigerdelta waren, und dabei auch den Äquator überquerten.    * Nicht dokumentiert, jedoch plausibel, ist, dass die portugiesischen Seefahrer ''João de Santarém'' und ''Pedro Escobar'' **1471** dieses Kap passierten, als sie auf dem Weg zur Küste von Mina (Golf von Guinea) und zum  Nigerdelta waren, und dabei auch den Äquator überquerten. 
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