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wiki:unterwegs_im_12._jahrhundert

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-Ortsfeste Handwerker gab es nur dort, wo diese mit ihrer Arbeit genug Kunden fanden, also eher in Städten als in Dörfern. Manche  Gewerke wie etwa Steinmetze (z.B. Dombaumeister) wanderten dagegen zu den Baustellen. Während der Christianisierung entstanden nördlich der Alpen rund 2.000 Klöster mit ihren Kirchen, das setzt Fachleute voraus und ein tradiertes Wissen. Plausibel, jedoch hypothetisch, bleibt die Annahme, dass das Wissen der Steinmetze auch nach dem Ende des römischen Reiches weitergegeben wurde ((''Giovanni Teresio Rivoira''\\ //Le origini della architettura lombarda e delle sue principali derivazioni nei paesi d'oltr'Alpe//.\\ 2 Bde. XVI, 371; XI, 698 S., VI, VII Tafeln, Ill., Pläne Roma 1901: Ermanno Loescher. [=Lombardic architecture : its origin, development and derivatives. London 1910: Heinemann. Reprint New York 1975: Hacker Art Books.] )). Aus dem Mittelalter sind als [[wiki:liste_wanderarbeiter|Wanderarbeiter]] aus dem nördlichen Italien die //Comacini// bekannt, die außerhalb Italiens zwischen 1050 und 1150 vielerorts bezeugt sind als »Baurotten« eine Form von Wanderbauarbeitern. (( ''Alfred Schottner''\\ //Das Brauchtum der Steinmetzen in den spätmittelalterlichen Bauhütten und dessen Fortleben und Wandel bis zur heutigen Zeit.//\\ Diss. Münster 1992; korr. A. (=Volkskunde, 6) IX, 275, [118] S. Münster 1994: LIT.)) Auch die Freimaurer sehen sich als Nachfolger der Comacini. Diese sind urkundlich erstmals 643 in lombardischer Zeit zu fasssen als »Magister Commacinus« ((Editto di Rotari (= [[https://archive.org/stream/HistoriaePatriaeMonumenta8/Historiae_patriae_monumenta_8_djvu.txt|Edictum Rotharis Regis]] Artikel 144 und 145 u.a., z.B. »Magister commacinus, id est fabricatores« )) Umstritten ist, ob der Name als Herkunftsbezeichnung (aus Como oder von der dortigen Insel Comacina) zu verstehen ist oder sich ableitet vom Werkzeug (cum machinis) oder von der germanischen Wurzel mak (machen) ((''Teja Erb''\\ //Magistri comacini oder commacini?// Philologus 126 (1982) 111–137.\\ ''Paul Veyne''\\ //"Confraternities" in a History of Private Life: From Pagan Rome to Byzantium//.\\ Cambridge 1987: Belknap.\\ ''Geza de Francovich''\\ //La corrente comasca nella scultura romanica I and II//\\ Rivista dell'Istituto della Storia d'Arte e Archeologia 8 (1936) 267–305; 9 (1937) 46–129.\\ //I magistri commacini : mito e realtà del Medioevo lombardo//\\ atti del XIX Congresso internazionale di studio sull'alto Medioevo, Varese-Como, 23-25 ottobre 2008.\\ 2 Bde. XII, 471 S., [28] 474-935, [68] Tafeln Fondazione Centro italiano di studi sull'alto Medioevo, Spoleto 2009. [[https://swbplus.bsz-bw.de/cgi-bin/result_katan.pl?item=bsz321197402inh.htm|Inhalt]] u.a.:\\ Jörg Jarnut\\ I maestri commacini come indicatori della situazione culturale del regno longobardo\\ Claudio Azzara\\ Magistri commacini, maestranze e artigiani nella legislazione longobarda\\ Carlo Alberto Mastrelli\\ Magistri commacini: la questione linguistica e un esame del lessico tecnico)) +Ortsfeste Handwerker gab es nur dort, wo diese mit ihrer Arbeit genug Kunden fanden, also eher in Städten als in Dörfern. Manche  Gewerke wie etwa Steinmetze (z.B. Dombaumeister) wanderten dagegen zu den Baustellen. Während der Christianisierung entstanden nördlich der Alpen rund 2.000 Klöster mit ihren Kirchen, das setzt Fachleute voraus und ein tradiertes Wissen. Plausibel, jedoch hypothetisch, bleibt die Annahme, dass das Wissen der Steinmetze auch nach dem Ende des römischen Reiches weitergegeben wurde ((''Giovanni Teresio Rivoira''\\ //Le origini della architettura lombarda e delle sue principali derivazioni nei paesi d'oltr'Alpe//.\\ 2 Bde. XVI, 371; XI, 698 S., VI, VII Tafeln, Ill., Pläne Roma 1901: Ermanno Loescher. [=Lombardic architecture : its origin, development and derivatives. London 1910: Heinemann. Reprint New York 1975: Hacker Art Books.] )). Aus dem Mittelalter sind als [[wiki:liste_wanderarbeiter|Wanderarbeiter]] aus dem nördlichen Italien die //Comacini// bekannt, die außerhalb Italiens zwischen 1050 und 1150 vielerorts bezeugt sind als »Baurotten« eine Form von Wanderbauarbeitern. (( ''Alfred Schottner''\\ //Das Brauchtum der Steinmetzen in den spätmittelalterlichen Bauhütten und dessen Fortleben und Wandel bis zur heutigen Zeit.//\\ Diss. Münster 1992; korr. A. (=Volkskunde, 6) IX, 275, [118] S. Münster 1994: LIT.)) Auch die Freimaurer sehen sich als Nachfolger der Comacini. Diese sind urkundlich erstmals 643 in lombardischer Zeit zu fasssen als »Magister Commacinus« ((Editto di Rotari (= [[https://archive.org/stream/HistoriaePatriaeMonumenta8/Historiae_patriae_monumenta_8_djvu.txt|Edictum Rotharis Regis]] Artikel 144 und 145 u.a., z.B. »Magister commacinus, id est fabricatores« )) Umstritten ist, ob der Name als Herkunftsbezeichnung (aus Como oder von der dortigen Insel Comacina) zu verstehen ist oder sich ableitet vom Werkzeug (cum machinis) oder von der germanischen Wurzel mak (machen) ((''Teja Erb''\\ //Magistri comacini oder commacini?//\\ Philologus 126 (1982) 111–137.\\ ''Teja Erb''\\ //Das Baugewerbe in der Übergangsperiode//\\ Klio (Berlin) 65.2 (1983): 351\\ ''Paul Veyne''\\ //"Confraternities" in a History of Private Life: From Pagan Rome to Byzantium//.\\ Cambridge 1987: Belknap.\\ ''Geza de Francovich''\\ //La corrente comasca nella scultura romanica I and II//\\ Rivista dell'Istituto della Storia d'Arte e Archeologia 8 (1936) 267–305; 9 (1937) 46–129.\\ //I magistri commacini : mito e realtà del Medioevo lombardo//\\ atti del XIX Congresso internazionale di studio sull'alto Medioevo, Varese-Como, 23-25 ottobre 2008.\\ 2 Bde. XII, 471 S., [28] 474-935, [68] Tafeln Fondazione Centro italiano di studi sull'alto Medioevo, Spoleto 2009. [[https://swbplus.bsz-bw.de/cgi-bin/result_katan.pl?item=bsz321197402inh.htm|Inhalt]] u.a.:\\ Jörg Jarnut\\ I maestri commacini come indicatori della situazione culturale del regno longobardo\\ Claudio Azzara\\ Magistri commacini, maestranze e artigiani nella legislazione longobarda\\ Carlo Alberto Mastrelli\\ Magistri commacini: la questione linguistica e un esame del lessico tecnico)) 
  
 Das Zunftwesen entstand zur Zeit der hochmittelalterlichen Städtegründungen; eine Wanderpflicht der Gesellen entstand erst in der frühen Neuzeit ((Rudolf Wissell; Ernst Schraepler (Hg.)\\ Des alten Handwerks Recht und Gewohnheit.\\ Einzelveröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, 7. 5 Bde. 2., erw. und bearb. Ausg. Berlin 1971)). Bruderschaften organisieren sich im Schacht (frz. Compagnonnages). In der //Confédération Compagnonnages Européens - Europäische Gesellenzünfte// (C. C. E. G.) finden sich deutsche, französische, belgische und skandinavische Bruderschaften. Das Zunftwesen entstand zur Zeit der hochmittelalterlichen Städtegründungen; eine Wanderpflicht der Gesellen entstand erst in der frühen Neuzeit ((Rudolf Wissell; Ernst Schraepler (Hg.)\\ Des alten Handwerks Recht und Gewohnheit.\\ Einzelveröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, 7. 5 Bde. 2., erw. und bearb. Ausg. Berlin 1971)). Bruderschaften organisieren sich im Schacht (frz. Compagnonnages). In der //Confédération Compagnonnages Européens - Europäische Gesellenzünfte// (C. C. E. G.) finden sich deutsche, französische, belgische und skandinavische Bruderschaften.
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