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wiki:unterwegs-sein-konzepte

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wiki:unterwegs-sein-konzepte [2026/08/19 04:38] – [Tour & Tourist] Norbert Lüdtkewiki:unterwegs-sein-konzepte [2026/09/13 05:12] (aktuell) – [Semitische Sprachen] Norbert Lüdtke
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 ==== Abgeleitete Formen ==== ==== Abgeleitete Formen ====
  
-Die Unterschiede zeigen sich bei aller Unschärfe des heutigen Sprachgebrauchs in solchen zusammengesetzten Begriffen ((Durch das Erstglied (= Bestimmungswort) wird das Zweitglied (= Grundwort) näher bestimmt. Oder Fachlich korrekt: Im Determinativkompositum wird die Semantik des Grundwortes durch das Bestimmungswort eingeschränkt. )), in denen sich das Letztglied gegen einen Austausch sträubt, wo -//gang//, -//fahrt//, -//reise// also eine spezifische und ursprüngliche Bedeutung speichern. Die Fahrt wehrt sich gegen Figuren, nicht aber gegen Gruppen (Klassenfahrt, Kreuzfahrer). Der Gang verträgt keine Fortbewegungsmittel; Gang und Reise vertragen keine Fortbewegung. Einzig das Pilgern kombiniert sich zwanglos mit allen drei Konzepten, das Wandern dagegen nicht.\\ +Die unelastischen Wortstrukturen (morphosyntaktische Starrheit) der zusammengesetzten Begriffe (Determinativkomposita) spiegelt das sprachliche Gedächtnis des Unterwegs-Seins als soziotechnisches Handlungssystem mit seinen ursprünglichen Bedingungen und Grenzen. 
 + 
 +Das Grundwort -//gang//, -//fahrt//, -//reise// sträubt sich gegen ein Bestimmungswort ((Durch das Erstglied (= Bestimmungswort) wird das Zweitglied (= Grundwort) näher bestimmt. Oder Fachlich korrekt: Im Determinativkompositum wird die Semantik des Grundwortes durch das Bestimmungswort eingeschränkt. ))Die Fahrt wehrt sich gegen Figuren, nicht aber gegen Gruppen (Klassenfahrt, Kreuzfahrer). Der Gang verträgt keine Fortbewegungsmittel. Einzig das Pilgern kombiniert sich zwanglos mit allen drei Konzepten, das Wandern dagegen nicht.\\ 
 Der "Gang nach Canossa" von [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Seit dem 11. Jahrhundert|1077]] war keine "Fahrt", weil König ''Heinrich IV.'' auf erleichternde Hilfsmittel verzichtete und auch keine neuen Wege suchte. Er war auch keine Reise, weil ihm der aggressive Aspekt fehlte, der damals mit dem Reisen verbunden wurde, denn der König kam als Büßer und Bittsteller und bat Papst ''Gregor VII.'' den Kirchenbann aufzuheben. Der "Gang nach Canossa" von [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Seit dem 11. Jahrhundert|1077]] war keine "Fahrt", weil König ''Heinrich IV.'' auf erleichternde Hilfsmittel verzichtete und auch keine neuen Wege suchte. Er war auch keine Reise, weil ihm der aggressive Aspekt fehlte, der damals mit dem Reisen verbunden wurde, denn der König kam als Büßer und Bittsteller und bat Papst ''Gregor VII.'' den Kirchenbann aufzuheben.
  
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 Unausgesprochen dabei bleibt die Vorstellung des 'richtigen' Weges, der durch gemeinschaftlichen Gebrauch legitimiert ist, siehe auch baskisch [[https://www.euskaltzaindia.eus/index.php?option=com_oehberria&task=sarreraIkusi&Itemid=&lang=es&id=135387|Bidezki]] 'rightly, legitimately' ((''Agud, Manuel'', ''Antonio Tovar''\\ //Materiales para un Diccionario Etimológico de la Lengua Vasca (VII).//\\ Anuario del Seminario de Filología Vasca" Julio de Urquijo" 24.1 (1990) 111-202. [[https://mcainzospeteiro.wordpress.com/wp-content/uploads/2022/12/anorga-lehen-eta-orain.pdf|Online]]\\ Bidarte 'Reisender', Bide- 'Weg')) und türkisch uğur 'Weg, Glück' ((''Marek Stachowski''\\ //Kurzgefaßtes etymologisches Wörterbuch der türkischen Sprache//\\ Kraków 2019: Jagiellonian University. [[https://doi.org/10.12797/9788381381581|Online]], dort ausführlich zu *ugur od. *ogur und vergleichbar vielleicht arab. ṭarīḳ 'Weg' und tarikat ‘religiöser Orden’. )) Unausgesprochen dabei bleibt die Vorstellung des 'richtigen' Weges, der durch gemeinschaftlichen Gebrauch legitimiert ist, siehe auch baskisch [[https://www.euskaltzaindia.eus/index.php?option=com_oehberria&task=sarreraIkusi&Itemid=&lang=es&id=135387|Bidezki]] 'rightly, legitimately' ((''Agud, Manuel'', ''Antonio Tovar''\\ //Materiales para un Diccionario Etimológico de la Lengua Vasca (VII).//\\ Anuario del Seminario de Filología Vasca" Julio de Urquijo" 24.1 (1990) 111-202. [[https://mcainzospeteiro.wordpress.com/wp-content/uploads/2022/12/anorga-lehen-eta-orain.pdf|Online]]\\ Bidarte 'Reisender', Bide- 'Weg')) und türkisch uğur 'Weg, Glück' ((''Marek Stachowski''\\ //Kurzgefaßtes etymologisches Wörterbuch der türkischen Sprache//\\ Kraków 2019: Jagiellonian University. [[https://doi.org/10.12797/9788381381581|Online]], dort ausführlich zu *ugur od. *ogur und vergleichbar vielleicht arab. ṭarīḳ 'Weg' und tarikat ‘religiöser Orden’. ))
  
-  * ''Doiron, Normand''\\ //Errance et méthode : interpréter le déplacement, d'Ulysse à Socrate.//\\ XIV, 146  S. Presses de l'Université Laval, [Québec], 2011 
   * ''Heinz Fähnrich''\\ //Kartwelisches etymologisches Wörterbuch//\\ 873 S. Brill 2007.\\ georgisch gz-a 'Weg' gz-av-n-a 'senden', m-gz-av-r-i 'Reisender' S.106    * ''Heinz Fähnrich''\\ //Kartwelisches etymologisches Wörterbuch//\\ 873 S. Brill 2007.\\ georgisch gz-a 'Weg' gz-av-n-a 'senden', m-gz-av-r-i 'Reisender' S.106 
-  * ''SchutzA. H.''\\ //"Iter" and "Viaticum" in French.//\\ Studies in Philology 28.3 (1931513-518. +  * ''ManningWarren F.''\\ //A Proposed Etymology: Aller < *ad-Iterare.//\\ Language, 13.3 (1937186–193[[https://doi.org/10.2307/409126|Online]]
  
 ==== Journey & Travel ==== ==== Journey & Travel ====
  
-Im Englischen verdrängten bzw. verhinderten //journey// bzw. //travel// die Bildung englischer Parallelen zu den obigen Konzepten, müssen also abweichende Vorstellungen beinhalten, vielleicht wie folgt: +Im Englischen verdrängten bzw. verhinderten //journey// bzw. //travel// die Bildung englischer Parallelen zu den obigen Konzepten, müssen also abweichende Vorstellungen beinhalten. Im Gegensatz zur althochdeutschen Bedeutung verweisen sie eher auf die technischen Bedingungen des Reisens. 
-  * Journey enthält zwei besondere Vorstellungen, nämlich+  * //Journey// (E), //journée// (F) ist aus dem lateinischen //diurnum// abgeleitet. Dieses bezeichnete die Strecke, die man an einem Tag zurücklegen kann. Journey enthält zwei besondere Vorstellungen, nämlich
     * unterwegs zu einer Arbeitsstelle sein (journeyman) und     * unterwegs zu einer Arbeitsstelle sein (journeyman) und
     * eine bestimmte Dauer (ein Tag < diurnum).     * eine bestimmte Dauer (ein Tag < diurnum).
-  * Travel in der Auslegung von ''Eskénazi'' erlaubt die Deutung als+  * //Travel// ist über das französische //[[wiki:Travail|travail]]// entweder aus dem lateinischen //trabiculare// abgeleitet oder überzeugender aus //tripalium//. Im Französischen bezeichnet es bis heute Mühe, Arbeit, Anstrengung. Travel in der Auslegung von ''Eskénazi'' erlaubt die Deutung als
     * Ausbruch aus der Gemeinschaft, nicht nur als Aufbruch, und damit     * Ausbruch aus der Gemeinschaft, nicht nur als Aufbruch, und damit
     * individuelles Unterwegs-Sein (traveler) mit individuellem Ziel.     * individuelles Unterwegs-Sein (traveler) mit individuellem Ziel.
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-  * ''Bragantini-Maillard, Nathalie''\\ //Du français médiéval travail (lier) à l’anglais travel: parcours d’un régionalisme sémantique.//\\ Zeitschrift für romanische Philologie 138.3 (2022) 649-708. [[https://doi.org/10.1515/zrp-2022-0034|DOI]]\\ Die Autoren zeigen, dass mittelalterliches//travail(lier)// erstmals in der zweiten Hälfte des [[wiki:unterwegs_im_12._jahrhundert|12. Jahrhunderts]] im Anglonormannischen auf dem Festland erscheint und von dort Ende des [[wiki:unterwegs_im_13._jahrhundert|13. Jahrhunderts]] ins Mittelenglische übernommen wird.+  * Боброва, Екатерина Александровна\\ Опыт лингвистического исследования эволюции концепта "путешествие" в англоязычной культуре.\\ филологических науккандидат филологических наук  Иркутск 2006 [= ''Bobrova, Yekaterina Aleksandrovna''\\ ''Opyt lingvisticheskogo issledovaniya evolyutsii kontsepta "puteshestviye" v angloyazychnoy kul'ture''\\ filologicheskikh naukkandidat filologicheskikh nauk Irkutsk 2006] [[https://www.dissercat.com/content/opyt-lingvisticheskogo-issledovaniya-evolyutsii-kontsepta-puteshestvie-v-angloyazychnoi-kult|Inhalt]]\\ Die Autorin untersucht mit linguistischen Methoden das Konzept von //travel// in Texten der angelsächsischen Kultur des X-XVIII Jahrhunderts am Beispiel von Beowulf; Der Seefahrer (Cynewulf); J. Chaucer: The Canterbury Tales und J. Swift Gullivers Reisen. //Militär, Meer, Schiff// ergeben sich als Elemente der semiotischen Umgebung des Konzepts //travel//, als roter Faden erscheint das //Leiden//. Die Auswertung etymologischer Wörterbücher zeigt die Merkmale //Tourismus//, //Geschäft//, //Freizeit//, //Reiseschwierigkeiten//, //Zeit//, //Information//, //Neuheit//.  
 +  * ''Bragantini-Maillard, Nathalie''\\ //Du français médiéval travail (lier) à l’anglais travel: parcours d’un régionalisme sémantique.//\\ Zeitschrift für romanische Philologie 138.3 (2022) 649-708. [[https://doi.org/10.1515/zrp-2022-0034|DOI]]\\ Die Autoren zeigen, dass mittelalterliches //travail(lier)// erstmals in der zweiten Hälfte des [[wiki:unterwegs_im_12._jahrhundert|12. Jahrhunderts]] im Anglonormannischen auf dem Festland erscheint und von dort Ende des [[wiki:unterwegs_im_13._jahrhundert|13. Jahrhunderts]] ins Mittelenglische übernommen wird.
   * ''Coulet, Noël''\\ //Introduction. « S'en divers voyages n'est mis... ».//\\ In: Actes des congrès de la Société des historiens médiévistes de l'enseignement supérieur public, 26ᵉ congrès, Aubazine, 1996. Voyages et voyageurs au Moyen Age. pp. 9-29; [[https://doi.org/10.3406/shmes.1996.1668|DOI]]  [[https://www.persee.fr/doc/shmes_1261-9078_1996_act_26_1_1668|Online]]    * ''Coulet, Noël''\\ //Introduction. « S'en divers voyages n'est mis... ».//\\ In: Actes des congrès de la Société des historiens médiévistes de l'enseignement supérieur public, 26ᵉ congrès, Aubazine, 1996. Voyages et voyageurs au Moyen Age. pp. 9-29; [[https://doi.org/10.3406/shmes.1996.1668|DOI]]  [[https://www.persee.fr/doc/shmes_1261-9078_1996_act_26_1_1668|Online]] 
   * ''Xavier Dekeyser''\\ //Travel, Journey and Voyage: An Exploration into the Realm of Middle English Lexico-Semantics//.\\ NOWELE. North-Western European Language Evolution, 25.1 (1995) 127−136 [[https://doi.org/10.1075/nowele.25.07dek|DOI]]\\ Der erste Beleg für 'travel' stammt aus dem 14. Jahrhundert ((unklar, entweder aus  mittelschotischem travailen oder altfranzösischem travailler 'leiden, erschöpft sein'; im Deutschen findet sich //vor sin loen, und vor en paer **travelen** van XVIII ore// auch im Sinne von Arbeit (v. [[https://fwb-online.de/lemma/travel.s.2s|Bunge, Livl. UB 4, 375, 6]] (nrddt., 1383/1479) )); travel und voyage verdrängten älteres 'faer'. Journey  wurzelt in lateinisch diurnum und gelangte über das altfranzösische jornee 'Tagwerk' ins Mittelenglische, wo es dann eine 'Tagesreise' bezeichnete.   * ''Xavier Dekeyser''\\ //Travel, Journey and Voyage: An Exploration into the Realm of Middle English Lexico-Semantics//.\\ NOWELE. North-Western European Language Evolution, 25.1 (1995) 127−136 [[https://doi.org/10.1075/nowele.25.07dek|DOI]]\\ Der erste Beleg für 'travel' stammt aus dem 14. Jahrhundert ((unklar, entweder aus  mittelschotischem travailen oder altfranzösischem travailler 'leiden, erschöpft sein'; im Deutschen findet sich //vor sin loen, und vor en paer **travelen** van XVIII ore// auch im Sinne von Arbeit (v. [[https://fwb-online.de/lemma/travel.s.2s|Bunge, Livl. UB 4, 375, 6]] (nrddt., 1383/1479) )); travel und voyage verdrängten älteres 'faer'. Journey  wurzelt in lateinisch diurnum und gelangte über das altfranzösische jornee 'Tagwerk' ins Mittelenglische, wo es dann eine 'Tagesreise' bezeichnete.
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   * ''Wu, Yu-Ching''\\ //The Travail of Travel: Compassion as Emotional Labor in Ancrene Wisse.//\\ Concentric: Literary and Cultural Studies 48.2 (2022) 5−20. [[http://www.concentric-literature.url.tw/issues/Cultures%20of%20Travel/2-Wu.pdf|Online]]   * ''Wu, Yu-Ching''\\ //The Travail of Travel: Compassion as Emotional Labor in Ancrene Wisse.//\\ Concentric: Literary and Cultural Studies 48.2 (2022) 5−20. [[http://www.concentric-literature.url.tw/issues/Cultures%20of%20Travel/2-Wu.pdf|Online]]
  
 +==== Voyage ====
 +
 +//Voyage// (E, F) ist aus dem lateinischen //[[wiki:viaticum|viaticum]]// abgeleitet. Dieses bezeichnete das für den Reiseweg (via) notwendig Mitzunehmende. Im Französischen bezeichnet es ein Umherreisen ohne ein bestimmtes Reiseziel.
 +  * ''Pich, Edgard''\\ //Essai de lexicographie poétique: le mot „voyage"// Acta Universitatis Lodziensis. Folia Litteraria 35 (1994) 145−155. [[https://cejsh.icm.edu.pl/cejsh/element/bwmeta1.element.hdl_11089_14143/c/141-151.pdf|Online]]
 +  * ''Stancu, Adela-Marinela''\\ //Le Terme Voyage/Voyageur,-Euse–Commentaires Lexicaux.//\\ Journal of Romanian Literary Studies 26 (2021) 294−298. [[https://www.asociatia-alpha.ro/Jrls/026-2021/Jrls-026-037.pdf|Online]]
 +  * ''Hélène Claudot-Hawad'' (Hg.)\\ //[[reisen|Voyager]] d'un point de vue [[nomaden|nomade]].//\\ Paris-Méditerranée, 2002.\\ Ein Nomade ist nicht zwangsläufig ein Reisender, und umgekehrt ist ein Reisender nicht zwangsläufig ein Nomade. Der Sammelband setzt sich mit diesen Konzepten auseinander, u.a.:
 +    * Hélène Claudot-Hawad\\ Noces de vent : épouser le vide ou [[reisekunst|l’art nomade de voyager]]
 +    * Saskia Walentowitz\\ "Partir sans quitter": rites et gestes autour des [[fortbewegung|déplacements]] [[frauen_unterwegs_anthologien_biographien_portraets|féminins]] chez les Ineslimen de l’Azawagh
 +    * Dida Badi\\ Le voyage comme fondation de tribu: traditions orales des Ifughas de l’Adagh
 +    * Florence Camel\\ Voyage sous contrôle colonial: les [[karawane|caravanes]] de sel des Kel Aïr au début du [[unterwegs_im_20._jahrhundert|XXe siècle]]
 +    * Tatiana Benfoughal\\ Ces [[ausstellungsliste_handel_waren|objets qui viennent d’ailleurs]]
 +    * Catherine Hincker\\ Les [[gepaeck|bagages]] du [[reisende|voyageur]]: \\ technique, esthétique et représentations
 +    * Marie-France Noel\\ [[weg|Cheminement]] thérapeutique: les Touaregs  de l’Adagh entre savoir-être et savoir-faire
 +    * Abdoulmohamine Khamed Attayoub\\ Les mots du voyage : quelques éléments lexicologiques  en tetserrét chez les Touaregs Ayttawari Seslem (Azawagh)
 +    * Dahbia Abrous\\ [[itinerar|Itinéraires]] inédits: [[reiseliteraturformen|le voyage dans l’oeuvre littéraire]] de Hawad
 ==== Tour & Tourist ==== ==== Tour & Tourist ====
 → [[zeitleiste_touristen-fremdenverkehr|Zeitleiste Touristen]] → [[zeitleiste_touristen-fremdenverkehr|Zeitleiste Touristen]]
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 Die Tour ist ihrem Wesen nach zuerst ein Rundgang, da vertraute Wege gegangen und die Gemeinschaft nie verlassen wird, dafür sorgt auch das touristische System. Neu ist dabei das zugrunde liegende Raumverständnis, die Welt wird zum Dorf, das Gewohnte ist überall zuhanden, die Rückkehr ist gesichert. Die Reisegruppe ist eine Komponente der Fahrt. Mit der Reise ist die Tour symbolisch verbunden, Souvenirs und Fotos beweisen den 'Erfolg'. Die Tour ist ihrem Wesen nach zuerst ein Rundgang, da vertraute Wege gegangen und die Gemeinschaft nie verlassen wird, dafür sorgt auch das touristische System. Neu ist dabei das zugrunde liegende Raumverständnis, die Welt wird zum Dorf, das Gewohnte ist überall zuhanden, die Rückkehr ist gesichert. Die Reisegruppe ist eine Komponente der Fahrt. Mit der Reise ist die Tour symbolisch verbunden, Souvenirs und Fotos beweisen den 'Erfolg'.
   * ''Löfgren, Orvar''\\ //Modes and moods of mobility: Tourists and commuters.//\\ Culture Unbound 7.2 (2015) 175−195. [[https://cultureunbound.ep.liu.se/article/view/2155/1519|Online]]   * ''Löfgren, Orvar''\\ //Modes and moods of mobility: Tourists and commuters.//\\ Culture Unbound 7.2 (2015) 175−195. [[https://cultureunbound.ep.liu.se/article/view/2155/1519|Online]]
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 +==== L'Errance ====
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 +Im Altfranzösischen bezeichnete das Verb //errer//, abgeleitet vom spätlateinischen //iterare// „einen Weg einschlagen“, eine Form des zielgerichteten Unterwegs-Seins (reisen, wandern). Der //Chevalier Errant// (eng. knight-errant) war ein „fahrender Ritter“ auf der Suche nach einer Quest, nach Abenteuern. 
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 +Im klassischen Latein bedeutete errare jedoch umherirren, ein zielloses Umherschweifen und erscheint im französischen //Juif-Errant// (engl.Wandering Jew). 
 +
 +Im Altfranzösischen bezeichnete es als //errer// also genau das Gegenteil des anderen, gleichlautenden Wortes (Homonymie). Wenn jemand sagte: //„Il erre par le pays“//, konnte das im 14. Jahrhundert bedeuten: „Er reist durch das Land“ oder „Er irrt ziellos und heimatlos durch das Land“. 
 +
 +Dies führte dazu, dass die positive Bedeutung nach und nach von //voyager//, //cheminer// und //marcher// übernommen wurden, während die negative bei errer blieb.
 +
 +Im 19. Jahrhundert bezieht sich [[1855_kingsley_glaucus_naturalist|Charles Kingsley]] auf die Figur des //"perfect knight-errant of the Middle Ages"// und listet dessen Eigenschaftn als vorbildlich auf für den reisenden Naturforscher des 19. Jahrhunderts:\\ //»Let no one think that this same Natural History is a pursuit fitted only for effeminate or pedantic men. I should say, rather, that the qualifications required for a perfect naturalist are as many and as lofty as were required, by old chivalrous writers, for the perfect knight-errant of the Middle Ages: for (to sketch an ideal, of which I am happy to say our race now affords many a fair realization) our perfect naturalist should be strong in body; able to haul a dredge, climb a rock, turn a boulder, walk all day, uncertain where he shall eat or rest; ready to face sun and rain, wind and frost, and to eat or drink thankfully anything, however coarse or meagre; he should know how to swim for his life, to pull an oar, sail a boat, and ride the first horse which comes to hand; and, finally, he should be a thoroughly good shot, and a skilful fisherman; and, if he go far abroad, be able on occasion to fight for his life.«//
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 +  * ''Doiron, Normand''\\ //Errance et méthode : interpréter le déplacement, d'Ulysse à Socrate.//\\ XIV, 146  S. Presses de l'Université Laval, [Québec], 2011
 +  * ''Fuchs, Philipp''\\ //Das altfranzösische Verbum Errer mit seinen Stammesverwandten und das Aussterben dieses Wortes.//\\ Romanische Forschungen 38 (1919) 335−391. [[https://archive.org/download/romanischeforsch38franuoft/romanischeforsch38franuoft_bw.pdf|Online]]
 +  * ''Schutz, A. H.''\\ //"Iter" and "Viaticum" in French.//\\ Studies in Philology 28.3 (1931) 513−518. [[https://www.jstor.org/stable/4172107|Online]]
 +  * ''Stanesco, Michel''\\ //Le chevalier médiéval en [[wiki:reisen|voyage]]: du [[wiki:pilger|pèlerinage]] romanesque à l'errance dans l'autre monde.// in: ''Lange, Wolf-Dieter''\\ //Diesseits- und Jenseitsreisen im Mittelalter\\ = Voyages dans l'ici-bas et dans l'au-delà au moyen âge.//\\ Interdisziplinäres Kolloquium vom 17.−20. Juni 1987 im Rahmen des Kooperationsvertrages zwischen den Universitäten Paris-Sorbonne IV und Bonn in Bad Honnef. 247 S. Bonn 1992: Bouvier.
 +  * ''Stanesco, Michel''\\ //Jeux d'errance du chevalier médiéval: aspects ludiques de la fonction guerrière dans la littérature du Moyen Age flamboyant.//\\ Leiden 1988: Brill. [[https://books.google.de/books?id=88WAuezeoUAC&lpg|Online]]
  
 ===== Konzepte anderer Sprachräume ==== ===== Konzepte anderer Sprachräume ====
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 mannoo ‘Reise’ (Ume Saami), t´ähä mänȫ ‘for some time lately’ (Ludic), ühthe män(d)ho ‘at a stretch, without stopping’ (Veps), *me̮ nō ‘going, trip, occasion’ (Saami), meno ‘going; loss; expenses; commotion’ (Finn.) aus den Verben mene- (Finn.) und *me̮ ne̮- (Saami), beides ‘go’ (< PU *meni-). ((''Juha Kuokkala''\\ //Finnic-Saamic labial vowels in non-initial syllables: An etymological Evaluation//\\ S. 11--76 in: Περὶ ὀρθότητος ἐτύμων. Uusiutuva uralilainen etymologia (=Uralia Helgiensia, 11) Helsinki 2018, S. 54 )) mannoo ‘Reise’ (Ume Saami), t´ähä mänȫ ‘for some time lately’ (Ludic), ühthe män(d)ho ‘at a stretch, without stopping’ (Veps), *me̮ nō ‘going, trip, occasion’ (Saami), meno ‘going; loss; expenses; commotion’ (Finn.) aus den Verben mene- (Finn.) und *me̮ ne̮- (Saami), beides ‘go’ (< PU *meni-). ((''Juha Kuokkala''\\ //Finnic-Saamic labial vowels in non-initial syllables: An etymological Evaluation//\\ S. 11--76 in: Περὶ ὀρθότητος ἐτύμων. Uusiutuva uralilainen etymologia (=Uralia Helgiensia, 11) Helsinki 2018, S. 54 ))
  
-==== Semitische Sprachen ==== +==== Hamitosemitische Sprachen ==== 
  
-=== Altägyptisch ===+Altägyptisch, nachfolgendes Koptische und das Berberische (Tuareg, Schilhisch) bilden Zweige der afroasiatischen Sprachfamilie (auch: hamitosemitisch)
  
-Die altägyptisch Hieroglyphe  //sqd// für 'Reisender' zeigt diesen mit einem Ruder in der Hand.+Die altägyptisch Hieroglyphe //sqd// für 'Reisender' zeigt diesen mit einem Ruder in der Hand.
  
 Die Hieroglyphe (Determinativ) //hnw// für 'Sack [[wiki:traeger|träger]]' zeigt diesen in den Annalen ''Amenemhets'' II. mit dem [[wiki:beutel|Beutel]] an einer [[wiki:tragstange|Tragestange]]. Leicht abgewandelt kennzeichnet sie auch andere mobile Gruppen und später im Neuen Reich auch [[wiki:reisende|Reisende]] nach Punt. ((''Hartwig Altenmüller''\\ Die "Abgaben" aus dem 2. Jahr des Userkaf\\ S. 37−48 in: Kessler, Dieter; Schulz, Regine (Hg), Gedenkschrift für Winfried Barta, Münchner Ägyptologische Untersuchungen 4, München 1995. )) Die Hieroglyphe (Determinativ) //hnw// für 'Sack [[wiki:traeger|träger]]' zeigt diesen in den Annalen ''Amenemhets'' II. mit dem [[wiki:beutel|Beutel]] an einer [[wiki:tragstange|Tragestange]]. Leicht abgewandelt kennzeichnet sie auch andere mobile Gruppen und später im Neuen Reich auch [[wiki:reisende|Reisende]] nach Punt. ((''Hartwig Altenmüller''\\ Die "Abgaben" aus dem 2. Jahr des Userkaf\\ S. 37−48 in: Kessler, Dieter; Schulz, Regine (Hg), Gedenkschrift für Winfried Barta, Münchner Ägyptologische Untersuchungen 4, München 1995. ))
 +
 +Bedeutungsverwandt sind:
     * //rwj//    Wanderer     * //rwj//    Wanderer
     * //smntj//  Prospektor, Kundschafter (Leute des Expeditionswesens)     * //smntj//  Prospektor, Kundschafter (Leute des Expeditionswesens)
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     * //šm∋//    Nomade     * //šm∋//    Nomade
     * //md∋j.w// Medja-Leute     * //md∋j.w// Medja-Leute
-    * //š∋sw// Beduine erscheint erst ab der 18. Dynastie.+    * //š∋sw//   Beduine erscheint erst ab der 18. Dynastie.
  
   * ''Guglielmi, Waltraud''\\ //Eine “[[zeitleiste_reiseanleitungen|Lehre]]” für einen reiselustigen Sohn. (Ostrakon Oriental Institute 12074)//\\ Die Welt des Orients 14 (1983 ) 147–166. [[https://www.jstor.org/stable/25683100 |Online]]\\ Mit zahlreichen Ausdrücken aus der Seefahrt und einem Zitat aus dem „Schiffbrüchigen“. Der Sohn wird als Verdrehter bezeichnet, weil er sich abgewendet hat. Themen sind »das heimliche Ausreißen und die Seefahrt des Sohnes«: Einsamkeit, fahren, segeln, //mtn// ‚Weg, Kurs‘ und //mtn t∫h//‚verwirrter Kurs‘. Besonders häufig erscheint //m__d__w.t// in der konkreten Bedeutung für Meerestiefe und in der übertragenen für [[jenseitsreisen|Unterwelt]].   * ''Guglielmi, Waltraud''\\ //Eine “[[zeitleiste_reiseanleitungen|Lehre]]” für einen reiselustigen Sohn. (Ostrakon Oriental Institute 12074)//\\ Die Welt des Orients 14 (1983 ) 147–166. [[https://www.jstor.org/stable/25683100 |Online]]\\ Mit zahlreichen Ausdrücken aus der Seefahrt und einem Zitat aus dem „Schiffbrüchigen“. Der Sohn wird als Verdrehter bezeichnet, weil er sich abgewendet hat. Themen sind »das heimliche Ausreißen und die Seefahrt des Sohnes«: Einsamkeit, fahren, segeln, //mtn// ‚Weg, Kurs‘ und //mtn t∫h//‚verwirrter Kurs‘. Besonders häufig erscheint //m__d__w.t// in der konkreten Bedeutung für Meerestiefe und in der übertragenen für [[jenseitsreisen|Unterwelt]].
  
-=== sikel < saykal ====+=== sikel < saykal, s-k-l ====
    
   * ''Gábor Takacs''\\ //Etymological dictionary of Egyptian.//\\ Brill, Boston, 1999-2008, hier Band 3, S.756 ff.\\ //sikel// < saykal 'reisen'; //mtn// '[[fuehrer|Führer]]', Khabir, Scheich; auch mtn '[[Weg|Weg]]', mtn 'anweisen'   * ''Gábor Takacs''\\ //Etymological dictionary of Egyptian.//\\ Brill, Boston, 1999-2008, hier Band 3, S.756 ff.\\ //sikel// < saykal 'reisen'; //mtn// '[[fuehrer|Führer]]', Khabir, Scheich; auch mtn '[[Weg|Weg]]', mtn 'anweisen'
   * ''Werner Vycichl''\\ //Eine vorhamitische Sprachschicht im **Altägyptischen**.//\\ Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 101 (1951) 67−, hier S. 72:\\ //"Schilhisch tikělt oder tikli 'Mal' und sīkěl 'reisen', tuareg tēkle 'Reise' [Marsch] aus *ta-jkle mit seinem Stamm j-k-l scheint zu ägyptisch m-j-c-n koptisch MOEIT zu gehören, einem nomen loci mit Präfix ma zu einer Wurzel j-k-l, betreten, reisen, gehen'. Sikel ist Kausativ, aus *sajkal"//   * ''Werner Vycichl''\\ //Eine vorhamitische Sprachschicht im **Altägyptischen**.//\\ Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 101 (1951) 67−, hier S. 72:\\ //"Schilhisch tikělt oder tikli 'Mal' und sīkěl 'reisen', tuareg tēkle 'Reise' [Marsch] aus *ta-jkle mit seinem Stamm j-k-l scheint zu ägyptisch m-j-c-n koptisch MOEIT zu gehören, einem nomen loci mit Präfix ma zu einer Wurzel j-k-l, betreten, reisen, gehen'. Sikel ist Kausativ, aus *sajkal"//
     * ''Juan Alvarez Delgado''\\ //Instituciones políticas indigenas de la isla de Gran Canaria. Guaires y cantones. Guanartemes y reinos.//\\ Anuario de estudios Atlánticos 28 (1982) 265−289, hier: 285−286 [[https://mdc.ulpgc.es/s/mdc/item/119600|Online]]\\ Der Autor deutet den Guanchennamen Isaco mit dem Tuaregwort //sîkel// als 'verlorenen Menschen':\\ //"Ysaco o Isaco, no Hisaco de Chil, ni Saco, como escribió la edición de Abréu, dejando en el renglón anterior como conjunción la Y inicial de la voz. Pienso que corresponde a Isákul, «hombre perdido física o moralmente" o "extraviado", nombre que deriva del verbo tuareg akel, akul, agil, ukaL, «perderse», que en forma factitiva sîkel, sâkul, sakai es la base de isakul. Esta forma original perdió en Gran Canaria el fonema final, poco propio y casi desusado en guanche, quedando Isâku = Isaco"//     * ''Juan Alvarez Delgado''\\ //Instituciones políticas indigenas de la isla de Gran Canaria. Guaires y cantones. Guanartemes y reinos.//\\ Anuario de estudios Atlánticos 28 (1982) 265−289, hier: 285−286 [[https://mdc.ulpgc.es/s/mdc/item/119600|Online]]\\ Der Autor deutet den Guanchennamen Isaco mit dem Tuaregwort //sîkel// als 'verlorenen Menschen':\\ //"Ysaco o Isaco, no Hisaco de Chil, ni Saco, como escribió la edición de Abréu, dejando en el renglón anterior como conjunción la Y inicial de la voz. Pienso que corresponde a Isákul, «hombre perdido física o moralmente" o "extraviado", nombre que deriva del verbo tuareg akel, akul, agil, ukaL, «perderse», que en forma factitiva sîkel, sâkul, sakai es la base de isakul. Esta forma original perdió en Gran Canaria el fonema final, poco propio y casi desusado en guanche, quedando Isâku = Isaco"//
-  * → [[wiki:liste_reisestile_semitisch|Liste von Reisenden im semitischen Sprachraum]] 
  
-=== Safar ===+==== Semitische Sprachen ====  
 +→ [[wiki:liste_reisestile_semitisch|Liste von Reisenden im semitischen Sprachraum]]
  
-Im semitischen Sprachraum tritt die Vorstellung vom Weg in diesem Zusammenhang zurück im Vergleich zu 'senden', 'zählen', 'schreiben' und damit zu '[[Bote|Boten]]' und '[[der_fahrende_haendler|Fahrenden Händlern]]': +Im semitischen Sprachraum tritt die Vorstellung vom Weg in diesem Zusammenhang zurück im Vergleich zu 'senden', 'zählen', 'schreiben' und verbindet dies mit '[[Bote|Boten]]' als administrativen Gesandten und '[[der_fahrende_haendler|Fahrenden Händlern]]'. Dabei verschmelzen Begriffe aus unterschiedlichen Wurzeln. Der rekonstruierten *proto-semitischen Wurzel s₁-f-r (auch*ŝ-p-r oder *ś-p-r) wird die konkrete Bedeutung ‚enthüllen, abschaben …‘ zugeschrieben, die sich auf das Schreiben auf Pergament (abgeschabte Tierhäute), Rinde oder Einritzen auf Ton übertrug und damit die abstrakte Bedeutung von Schreiben und Zählen annahm, schließlich auch auf das Schriftstück selbst und auf das Senden desselben übertragen wurde. 
-  * Arabisches [[wiki:musafir|musafir]] س ف ر und //saffara// 'auf die Reise schicken, zur Abreise veranlassen od. zwingen; absenden, fortschicken' lassen sich über die Wurzelس ف ر‎ (s-f-r) zurückführen + 
-    * auf akkadisches 𒆥 KIN //šapāru(m)// `senden´ > he. zählen, aram., ug. schreiben, ... und/oder +=== Safar, s-f-r === 
-    * auf //saharu// 'drehen, umrunden', sich abwenden > den Rücken zeigen  + 
-      * //The Assyrian dictionary of the Oriental Institute of the University of Chicago// Band S, 1962/2004\\ zu şâdu A: [ni-in] LAGAB = lamû, sahāru, şa-a-du ausführlich S. 57 ff.; auch şaddu 'Zeichenträger' +  * Arabisches [[wiki:musafir|musafir]] س ف ر und //saffara// 'auf die Reise schicken, zur Abreise veranlassen od. zwingen; absenden, fortschicken' mit der Wurzelس ف ر‎ (s-f-r) 
-    * Ḥarsusi //sēfer// 'to travel (abroad)'+  * Ḥarsusi //sēfer// 'to travel (abroad)'
       * Belegstellen und Quellenangaben siehe [[http://sabaweb.uni-jena.de/SabaWeb/Suche/Suche/SearchResultDetail?idxLemma=8473&showAll=0|Sabäisches Wörterbuch]]       * Belegstellen und Quellenangaben siehe [[http://sabaweb.uni-jena.de/SabaWeb/Suche/Suche/SearchResultDetail?idxLemma=8473&showAll=0|Sabäisches Wörterbuch]]
-      * ''Notarius, Tania''\\ //Northwest Semitic–Akkadian Linguistic Convergence: *sipr-and Other Terms for ‘Writing’ as a Case Study.//\\ The Scribe in the Biblical World: A Bridge Between Scripts, Languages and Cultures 547 (2022) 183. [[https://www.academia.edu/download/75459569/Notarius_shevet_sofer_in_Greenstein_Festschrift_2021.pdf|Online]] +  * ''Wahyono, Z.'', ''Sabaruddin, D.'', & ''Embong, R.''\\ //The Concept of Safar (Travelling) from the Qura’nic Worldview.//\\ International Journal of Academic Research in Progressive Education and Development, 12.2 (2023) 1728–1738 [[http://dx.doi.org/10.6007/IJARPED/v12-i2/17789 |DOI]] 
-      * ''Jackson, C.''\\ //Locations of Manuscript Production.//\\ In: Mevlevi Manuscripts, 1268–c. 1400. Springer, Cham 2024. Fussnote 5. [[https://doi.org/10.1007/978-3-031-48367-7_5 |DOI]] + 
-      * ''Arbach, M.'', ''Maraqten, M.''\\ //Notes on the root LʾK “to send” and the term mlʾk “messenger” in the Ancient South Arabian inscriptions.//\\ Semitica et Classica, 11  (2018) 251–256. +=== s-h-r === 
 + 
 +  * akkadisches //saharu// 'drehen, umrunden', sich abwenden > den Rücken zeigen  
 +      * //The Assyrian dictionary of the Oriental Institute of the University of Chicago// Band S, 1962/2004\\ zu şâdu A: [ni-in] LAGAB = lamû, sahāru, şa-a-du ausführlich S. 57 ff.; auch şaddu 'Zeichenträger' 
 +  * akkadisches 𒆥 KIN //šapāru(m)// `senden´ > he. zählen, aram., ug. schreiben, ...  
 +  * ''Notarius, Tania''\\ //Northwest Semitic–Akkadian Linguistic Convergence: *sipr-and Other Terms for ‘Writing’ as a Case Study.//\\ The Scribe in the Biblical World: A Bridge Between Scripts, Languages and Cultures 547 (2022) 183. [[https://www.academia.edu/download/75459569/Notarius_shevet_sofer_in_Greenstein_Festschrift_2021.pdf|Online]]
  
 Im **Hebräischen** findet sich die Übertragung von //sachar// 'umherziehen' auf [[wiki:der_fahrende_haendler|Fahrende Händler]]. Diese Bedeutung hat auch das ostafrikanische [[wiki:safari|Safari]]. Im **Hebräischen** findet sich die Übertragung von //sachar// 'umherziehen' auf [[wiki:der_fahrende_haendler|Fahrende Händler]]. Diese Bedeutung hat auch das ostafrikanische [[wiki:safari|Safari]].
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    * ''Y. Dan.''\\ //Two Jewish Merchants in the [[wiki:unterwegs_im_17._jahrhundert|Seventh Century]]// = שני סוחרים יהודים במאה השביעית.\\ Zion/ציון, vol. לו, no. א/ב, 1971, S. 1–26. [[https://www.jstor.org/stable/23553244|Online]]    * ''Y. Dan.''\\ //Two Jewish Merchants in the [[wiki:unterwegs_im_17._jahrhundert|Seventh Century]]// = שני סוחרים יהודים במאה השביעית.\\ Zion/ציון, vol. לו, no. א/ב, 1971, S. 1–26. [[https://www.jstor.org/stable/23553244|Online]]
  
-Weitere Perspektiven zeigen:+=== s-j-r === 
   * ''Baalla, Hamid''\\ //Substantivierung im Deutschen und **Marokkanischen** am Beispiel von Bewegungsverben „gehen, fahren und /sjr/“.//\\ Hamburg 2019: diplom. de. [[https://www.diplom.de/document/475285|Online]]   * ''Baalla, Hamid''\\ //Substantivierung im Deutschen und **Marokkanischen** am Beispiel von Bewegungsverben „gehen, fahren und /sjr/“.//\\ Hamburg 2019: diplom. de. [[https://www.diplom.de/document/475285|Online]]
-  * ''WahyonoZ.'', ''SabaruddinD.'', ''EmbongR.''\\ //The Concept of Safar (Travelling) from the Qura’nic Worldview.//\\ International Journal of Academic Research in Progressive Education and Development12.2 (2023) 17281738 [[http://dx.doi.org/10.6007/IJARPED/v12-i2/17789 |DOI]]+ 
 +=== LʾK und mlʾk === 
 + 
 +  * ''ArbachM.'', ''MaraqtenM.''\\ //Notes on the root LʾK “to send” and the term mlʾk “messenger” in the Ancient South Arabian inscriptions.//\\ Semitica et Classica11 (2018) 251–256. [Hebräisch mal'akh > Malachias 'Engel'
 +  * ''JacksonC.''\\ //Locations of Manuscript Production.//\\ In: Mevlevi Manuscripts1268c. 1400. Springer, Cham 2024. Fussnote 5. [[https://doi.org/10.1007/978-3-031-48367-7_5 |DOI]]
  
 === səyahət === === səyahət ===
  
-  * ''Гасанова, Эльнара Эльмановна''\\ //Способы выражения концепта «путешествие/travel/səyahət» в английской и азербайджанской лингвокультурах.//\\ Вестник Вятского государственного университета 7 (201557−60.\\ (= Gasanova, El'nara El'manovna: //Sposoby vyrazheniya kontsepta «puteshestviye/travel/səyahət» v angliyskoy i azerbaydzhanskoy lingvokul'turakh.//)\\ Die Autorin versuchtdie Grenzen des Konzepts „//Reise/səyahət//“ in modernen englischen und aserbaidschanischen Sprachen durch die Auswertung von Wörterbüchern zu bestimmen.+  * ''Arin Salamah-Qudsi''\\ //Crossing the Desert: Siyāḥa and Safar as Key Concepts in Early Sufi Literature and Life//\\ Journal of Sufi Studies 2 (2013129–147[[https://www.researchgate.net/profile/Arin-Salamah-Qudsi/publication/274980657_Crossing_the_Desert_Siyaha_and_Safar_as_Key_Concepts_in_Early_Sufi_Literature_and_Life/links/59f02b26aca272a250014086/Crossing-the-Desert-Siyaha-and-Safar-as-Key-Concepts-in-Early-Sufi-Literature-and-Life.pdf|Online]]\\ Der Autor legt darwie der Begriff //Siyāḥa// das ältere //Safar// verdrängte und das Reisen von angehenden Sufi-Derwischen bezeichnete: ein absichtsloses [[wiki:unterwegs-sein|Unterwegs-sein]], asketisch und ohne [[wiki:proviant|Proviant]]. Detaillierte Abgrenzung zu verwandten Begriffen wie //hadjj//, //rihla//, im Gegensatz zu //muqīmūn//, nicht reisen. Pilgern, jihād, Wissenssuche als Ziele von safar.
  
 Aus dem Arabischen سِيَاحَة (siyāḥa) ins Persische سیاحت (siyâhat) und Türkische (seyahat) und im Raum der Turksprachen verbreitet als: Aus dem Arabischen سِيَاحَة (siyāḥa) ins Persische سیاحت (siyâhat) und Türkische (seyahat) und im Raum der Turksprachen verbreitet als:
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   * //syýahatçy//, turkmenisch   * //syýahatçy//, turkmenisch
  
-  * ''Arin Salamah-Qudsi''\\ //Crossing the Desert: Siyāḥa and Safar as Key Concepts in Early Sufi Literature and Life//\\ Journal of Sufi Studies 2 (2013129–147[[https://www.researchgate.net/profile/Arin-Salamah-Qudsi/publication/274980657_Crossing_the_Desert_Siyaha_and_Safar_as_Key_Concepts_in_Early_Sufi_Literature_and_Life/links/59f02b26aca272a250014086/Crossing-the-Desert-Siyaha-and-Safar-as-Key-Concepts-in-Early-Sufi-Literature-and-Life.pdf|Online]]\\ Der Autor legt darwie der Begriff //Siyāḥa// das ältere //Safar// verdrängte und das Reisen von angehenden Sufi-Derwischen bezeichnete: ein absichtsloses [[wiki:unterwegs-sein|Unterwegs-sein]], asketisch und ohne [[wiki:proviant|Proviant]]. Detaillierte Abgrenzung zu verwandten Begriffen wie //hadjj//, //rihla//, im Gegensatz zu //muqīmūn//, nicht reisen. Pilgern, jihād, Wissenssuche als Ziele von safar. +  * ''Гасанова, Эльнара Эльмановна''\\ //Способы выражения концепта «путешествие/travel/səyahət» в английской и азербайджанской лингвокультурах.//\\ Вестник Вятского государственного университета 7 (201557−60.\\ (= Gasanova, El'nara El'manovna: //Sposoby vyrazheniya kontsepta «puteshestviye/travel/səyahət» v angliyskoy i azerbaydzhanskoy lingvokul'turakh.//)\\ Die Autorin versuchtdie Grenzen des Konzepts „//Reise/səyahət//“ in modernen englischen und aserbaidschanischen Sprachen durch die Auswertung von Wörterbüchern zu bestimmen.
 ===== Literatur & Verweise ===== ===== Literatur & Verweise =====
  
wiki/unterwegs-sein-konzepte.1787114322.txt.gz · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke

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