====== Reisesammlungen ====== → [[synopse_a|Synopse der Zeitleisten und Literaturlisten]]\\ → [[Auswertung Reisesammlungen Land Jahr|Auswertung der Reisesammlungen nach Land und Jahr]] engl. Collections of Voyages and Travels, Travel Collections; franz. Recueil, Compilations des récits géographiques; niederl. reiscollectie; ital. compilazione storico-geografica, lat. [[https://fabian.sub.uni-goettingen.de/fabian?StabiMue2#258|Itinera collecta]] im Unterschied zu Itinera singularia; Collectiones Peregrinationum [[reisende|Reisende]] bringen Dinge zurück und Geschichten; die einen werden ausgestellt (→ [[liste_ausstellungen|Liste der Ausstellungen]]), wenn sie sehenswert sind, die anderen gedruckt, wenn sie lesenswert sind. Aus der Masse des Geschriebenen und Gedruckten heben sich solche Inhalte ab, die besonders ausgewählt wurden und erhalten besondere Relevanz zu ihrer Zeit und und zur gewählten Absicht. Reisesammlungen trugen dazu bei, zahlreiche individuelle Reiseerfahrungen in ein umfassenderes Weltbild zu transformieren und öffentlich zu verbreiten, siehe [[bild_reise|Das Bild der Reise]]. Reisesammlungen speicherten geographisches Wissen im Buchformat, bevor es eine geographische Wissenschaft gab. Dem voraus gingen Informationsspeicher in Form von Land- und Seekarten, [[portolankarten|Portolankarten]], [[periplus|Periploi]], [[itinerar|Itineraren]].\\ Geographisches Wissen zu erfassen war bereits die Aufgabe der [[bematisten|Bematisten]] in der griechischen Antike, es zu sammeln soll bereits Aufgabe der Bibliothek von Alexandria gewesen sein und auch die antiken Geographen und Historiker (''Herodot'', ''Strabon'' ...) beriefen sich auf Berichte von Reisenden und verarbeiteten deren Wissen. \\ ===== Kategorien ===== Reisesammlungen werden hier aufgefasst als //gedruckte [[reiseliteraturformen|Reiseliteratur]],// deren Autoren erkennbar sind und die mindestens zusammengestellt, oft bearbeitet, manchmal mit Anmerkungen versehen herausgegeben wurden. Im Unterschied zu anderen Formen der [[wissen|Wissen]]sspeicherung sind ihre Merkmale: * die Wertschätzung der [[erfahrung|Erfahrung]] und (Welt-)[[weltanschauung|Anschauung]] [[einzelne|Einzelner]] ([[erforscher|Erforscher, Entdecker]], [[abenteuer|Abenteurer]], Missionare, Söldner ...); * der Buchdruck seit dem Ende des [[unterwegs_im_15._jahrhundert|15. Jahrhunderts]]; * die Verwendung der Volkssprachen (englisch, deutsch, französisch, flämisch ...) anstelle lateinischer Ausgaben; * die Diffusion weltläufigen [[wissen|Wissens]] (geographisch, völkerkundlich ...) ausserhalb hermetischer Zirkel; * Zielgruppen und Interesse in der (breiten) Bevölkerung. Reisesammlungen in Form von //Manuskripten// können durchaus in Archiven zu finden sein, weil sie eben nicht öffentlich werden sollten, etwa * in herrschaftlichen Archiven, weil Wissen auch Macht bedeutet; * in Archiven von [[fernhandelsnetzwerke|Fernhandelsnetzwerken]], weil Wissen auch Kapital bedeutet;\\ s. z.B. das //Bratislava Manuscript// * in Archiven von Missionsgesellschaften, weil sie den Erfolg der Seelenfischer belegen; * in den Nachlässen von Kartenmachern, die schon vor dem Buchdruck auf Berichte Reisender angewiesen waren. ((etwa: ''Nicolas'' & ''Guillaume Sanson'' \\ //Tabulae geographicae, quibus universa geographia vetus continetur, e multis authoribus collectae//\\ ex Typ. Seminarii, Patavii, 1699)) Auch die mittelalterlichen //Sammelcodices// (wie das kastilische //Libro del conosçimiento de todos los rregnos et tierras ...// oder das //Speculum historiale// als Teil des //Speculum maius// ((Speculum quadruplex, naturale, doctrinale, morale et historiale liegt als Manuskript in Paris und wurde erstmals 1473-1476 gedruckt, in der Officin von J. Mentelin zu Straßburg; darin befinden sich u.a. ein Auszug aus der //Historia Mongalorum// von ''Johannis de Plano Carpini'' und das //Itinerarium Simonis de Sancto Quintino// )) von ''Vinzenz von Beauvais'' im [[unterwegs_im_13._jahrhundert|13. Jahrhundert]]) verarbeiteten geographisches Wissen, benannten jedoch selten die Quellen ((''Ridder, Klaus''\\ //Wissen erzählen. Zur volkssprachlichen Enzyklopädistik des späten Mittelalters.//\\ S.317-334 in: Anna Grotans, Heinrich Beck; Anton Schwob (Hg.): De consolatione philologiae: Studies in Honor of Evelyn S. Firchow. Göppingen 2000. (GAG 682/I) [zusammen mit Jürgen Wolf] [[http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-52653|Online]]\\ ''Baumgärtner, I.''\\ //Weltbild und Empirie. Die Erweiterung des kartographischen Weltbilds durch die Asienreisen des späten Mittelalters.//\\ Journal of Medieval History, 23.3 (1997) 227–253. [[https://doi.org/10.1016/S0304-4181(97)00006-7|DOI]] )). ==== Zielgruppen ==== Die gedruckten Reisesammlungen richteten sich zunächst an ein elitäres Publikum mit Geld und Weitblick, boten faktenbasierte und nutzenorienierte Inhalte. Im Laufe der Zeit differenzierten sich die Zielgruppen: * 1590 ergänzte ''de Bry'' die Texte mit zahlreichen Kupferstichen, die bestimmte Vorstellungen verbreiteten. * Ab Mitte des 17. Jahrhunderts traten langsam literarische Kriterien hinzu, Erfahrungstatsachen wurden leserfreundlicher. * Um die Mitte des 18. Jahrhunderts differentierte sich die Reiseliteratur (Berichte und Fiction, accounts and novel) neu. ''Motsch'' weist darauf hin, dass in der Phase ab dem 16. Jahrhundert der Wissenstransfer im Vordergrund stand, erkennbar an der häufigen Verwendung von 'Relation' und 'account' im Titel der Berichte. Das fesselte alle Leser, weil unentwegt Neues und Unerhörtes geboten wurde. Die Sensationen wurden jedoch geringer. Im 18. Jahrhundert fanden 'travel relations' ihr Publikum zunehmend in Institutionen mit Bezug auf Geographie, Botanik, Ethnologie usw. Der nicht fachorientierte Teil der Leserschaft favorisierte nun zunehmend realistische 'travel literature'. * ''Motsch, Andreas''\\ //Relations of Travel: Itinerary of a Practice.//\\ Renaissance and Reformation / Renaissance et Réforme, 34.1/2 (2011) 207–36. [[http://www.jstor.org/stable/43446466|Online]]\\ Der Autor unterscheidet für Reiseliteratur zunächst eine empirische Typologie aus der Reisepraxis heraus, sodann eine literarische. Für Letztere verweist er auf einen internen (poetischen) und einen externen ([[soziotechnisches_handlungssystem|sozio-historischen]]) Deutungsansatz. Einer etymologischen Analyse von 'relation' folgt die Darstellung der drei Aspekte von Relation (performance, institutional framework, truthfullness) und der Einfluss der Drucktechnik auf den Inhalt. Der Wandel der Texte seit dem 16. Jahrhundert entspricht deren gesellschaftlicher Funktion. * Ab Mitte des 18. Jahrhunderts bildete sich langsam eine geographische Fachliteratur mit wissenschaftlicher Systematik (→ Büsching, Hager, Canzler ...). * Zur gleichen Zeit entwickelte sich eine Unterhaltungsliteratur zur gleichen Thematik. Hin und wieder wird im Vorwort betont, weshalb ein Titel auch für die heranwachsende Jugend und für Frauen geeignet sei. * 1785−1791 //Bibliothèque universelle des dames//. Classe 1, Voyages * 1785−1793 ''Joachim Heinrich Campe'', 1746−1818\\ //Erste Sammlung merkwürdiger Reisebeschreibungen für die Jugend// * Reisesammlungen über reisende Frauen erschienen ab 1866: [[frauen_unterwegs_anthologien_biographien_portraets|Frauen unterwegs — Anthologien, Biographien, Porträts]], davon * 8 Titel im 19. Jahrhundert sowie * ab 1965 mehr als 40 Titel. * Im [[unterwegs_im_19._jahrhundert|19. Jahrhundert]] schließlich begannen (geographische) Gesellschaften Zeitschriften zu produzieren, die zunehmend die wissensorientierten Sammlungen verdrängten. Eine verallgemeinerte Struktur mit abgeleiteten Erkenntnissen zerpflückte nunmehr die Erfahrungen Einzelner auf ihren Nutzen für die Wissenschaft. ==== Abgrenzungen ==== Reisesammlungen können als Fortsetzung von Itinerarsammlungen verstanden werden, der durch einen Paradigmenwechsel ausgelöst wurde. Itinerarsammlungen stellten die komprimierteste Form dar, einen allgemein bekannten Raum zu erschließen. Die Systematisierung von Entdeckungsreisen zielt aber auf das Erschließen unbekannter Räumen, für die es keine Itinerare gibt. Die Entdeckung einer Neuen Welt sprengte die komprimierte Form von Itineraren, weil nicht auf Vertrautes zurückgegriffen werden konnte. Sie stehen auch in einem Verhältnis zu [[zeitleiste_reiseanleitungen|Reiseanleitungen]] (Apodemiken), da die ausgewählten Reisen und damit das Verhalten dieser Reisenden zum einen vorbildhaft erscheinen, zum anderen aber auch zum Nachdenken über deren Art des Reisens anregen, und damit zu Optimierungen und allgemein nützlichen Verfahren führen. Formal stehen sie den strengen [[literaturliste_bibliographien#Reiseberichte|Bibliographien zur Reiseliteratur]] diametral gegenüber, indem sie die Inhalte in den Vordergrund stellen und bewerten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verlieren sie ihren ursprünglichen Charakter: * Sie führen nicht in unbekannte Räume sondern nach Italien, Holland, Deutschland ... * 1777 Bernoulli * 1781 Bernoulli * 1783 Fabri * 1784 Schneider * 1785 Reichard * 1788 Cunradi/Papst * 1794 Meiners * 1796 [Huber] * Manche suchen neue Zielgruppen: * 1762 Derrick: Erotica * 1781 Campe: ... für die Jugend * 1785 Bibliothèque universelle des dames * Manche dienen primär der Unterhaltung und werden feuilletonistisch, z.B. * 1783 Couret * 1794 Halle * 1796 NN [Krumbhaar] * 1798 NN [Lincke] ===== Das Entstehen von Reisesammlungen ===== ==== Figuren und Funktionen ==== Das Entstehen einer gedruckten Reisesammlung setzt voraus: - dass //[[reisende|Reisende]]// als Augenzeugen zum Autor werden, das Ergebnis kann ein Tagebuch, Logbuch, Brief, Reisebericht, eine Karte ... sein (Authentizität). Der Fokus des Augenzeugen bestimmt den Informationsgehalt.\\ Das Publikum dieser Autoren ist jedoch nicht das Publikum der Reisesammlungen. - dass Sammler Zugang zu solchen Quellen haben bzw. zu den Netzwerken, die solche Quellen sammeln; - dass der Informationsgehalt eine Schnittmenge mit den Interessen des Sammlers und seines Publikums aufweist. Die Verarbeitung des Rohmaterials erfordert zuerst eine Selektion, also Kriterien hinsichtlich der Relevanz und der Neuheit und eventuell hinsichtlich des Unterhaltungswertes. Dieser Verarbeitungsprozess ist weitgehend intransparent. Die dazu nötigen Funktionen erfordern (oft in Personalunion) die Eigenschaften von: * //[[sammellust_und_augenlust|Sammler]]//\\ von Texten, der bibliographisch kundig und tätig ist, weil seine Auswahl im Vergleich zu anderen Werken erfolgt; * //Schreiber//\\ im Sinne eines Kopisten; * //[[dolmetscher|Übersetzer]]//\\ zwischen verschiedenen [[sprachen|Sprachen]]; * //Kommentator//\\ im Sinne eines Erklärers; * //Kompilator//,\\ der Texte verschiedener Autoren konzeptionell zusammenführt, das Neue herausstellt und den Informationsgehalt verdichtet.\\ Eine Zusammenstellung von bereits Bekanntem wird von Rezensenten auch als //»elende Kompilation«// abgewertet. * //Herausgeber//,\\ der vergleichend und analysierend eine Edition erstellt;\\ Reisesammlungen verletzen editorische Maßstäbe regelmäßig, da sie die Originalberichte nicht nur auswählen, sondern auch interessegeleitet kürzen, ergänzen, bearbeiten. * //[[kartographie|Kartograph]]//,\\ der geographische Angaben in Karten abbildet, also am [[weltbild|Weltbild]] mitarbeitet; * //Auftraggeber für Abbildungen//,\\ der bestimmt, welche Vorstellungen transportiert werden; * //Verleger// und //Buchhändler//,\\ das Interesse ihrer Kunden bedienend; * //Drucker// mit seinen technischen Möglichkeiten. ==== Verfahren ==== Herausgeber von Reisesammlungen mussten sich mehr oder weniger mit ihren Vorläufern und Konkurrenten auseinandersetzen und haben ihre Ansichten manches Mal im Vorwort dargelegt, dabei meist betonend, was sie besser machen würden, meist fokussiert auf neue Nachrichten, Nützliches und Wissenswertes. Im [[liste_von_vorworten_zu_reisesammlungen|Vorwort zu den Reisesammlungen]] wird dementsprechend formuliert, welche Interessen die Herausgeber dabei verfolgen und welche Kriterien sie zugrunde legten, siehe beispielhaft [[1767_vorwort_knox|Knox 1767]] sowie von [[1745_vorwort_green_general_collection|Green 1745]] und [[1811 vorwort kerr collection|Kerr 1811]] (Band 18: 1824 William Stevenson). Dadurch erlauben die Reisesammlungen einen zeittypischen Blick auf die Rezeption der Reisen. ==== Institutionen ==== [[wiki:erforscher|Entdecken und Erforschen]] im Sinne eines systematischen Reisens wurde ab dem [[unterwegs_im_17._jahrhundert|17. Jahrhundert]] zur Methode der [[wiki:geographie_und_reisen|Geographie]] und nachfolgend der Völkerkunde. Damit setzte langsam die Unterscheidung zwischen Unterhaltung und Wissenschaft ein, zwischen Laien- und Fachpublikum; es bildeten sich Institutionen mit spezifischen Regeln für das Reisen, zum Erfassen des Wissens und für das Publizieren: * **1560** gründete ''Giambattista della Porta'' (1535−1615) in Neapel die //Academia Secretorum Naturae// (ital. Accademia dei Segreti) als eine der frühesten naturwissenschaftlichen Akademien in Europa. Er selbst reiste 1563−1566 durch Italien, Frankreich, Spanien und suchte in Bibliotheken und im Gespräch mit Gelehrten und Künstlern technisches und naturwissenschaftliches Wissen. Dieses wurde später in seiner Akademie experimentell überprüft. Die Inquisition verbot diese Akademie 1578. * **1626−1649** ''Bonaventure'' und ''Abraham Elzevir'' veröffentlichten zwischen 1626 und 1649 unter dem Reihentitel //Respublicae// (auch: Republiken, Republics, Petites Républiques) 35 Bände über Länder in Europa, Asien, Afrika und dem Nahen Osten mit Informationen zu Geografie, Bevölkerung, Wirtschaft und Geschichte. * ''Lukas Reddemann'', ''Christopher Ocker''\\ //Staatenkunde als Weltbeschreibung.//\\ (=Studies in Medieval and Reformation Traditions, 243) XVIII, 636 S. 78 Farbabb. Leiden 2024: Brill. [[https://doi.org/10.1163/9789004549814|DOI]] [[https://books.google.de/books?id=KlsOEQAAQBAJ&lpg|Online]]\\ Ab den 1620er wurden die Republiken in Leiden und Amsterdam gedruckt und bilden damit die frühesten Werke der Staatenkunde. Diese stützte sich wesentlich auch auf das Reisen als //»kulturelle Praxis des empirischen Erkenntnisgewinns«// (S. 128), deren Ergebnisse literarisch als [[reiseliteraturformen|Reiseberichte]] und als [[Apodemik|Apodemiken]] greifbar waren. Nicht erwähnt, doch bedeutend sind die Reisesammlungen als Form ausgewählter und bearbeiteter Reiseberichte. Hingewiesen wird auch auf die verschiedenen Perspektiven von Diplomatie, Handel, Mission (Kontaktsysteme nach ''Münkler''), wobei die Masse der Reiseberichte jedoch anderen Gruppen entstammte, denn insbesondere Diplomatie und Handel hüteten ihr Wissen, es diente zuerst der Macht und dem Kapital, ebenso das Wissen der Kartographen. ''Reddemann'' und ''Stagl'' betonen, dass Reiseberichte und Staatenkunde in der frühen Neuzeit die Säulen des Wissens über ‚Land und Leute‘ darstellen. Während Reiseberichte in der Regel chronologisch angelegt sind, ordnet die Staatenkunde ihr Material räumlich. Der Zusammenhang mit [[zeitleiste_weltbilder|Kosmographien]] und Kartographie drängt sich zwar auf, scheint jedoch nicht herausgearbeitet zu sein. * Kapitel III Literarische und wissenschaftshistorische Traditionen und Kontext * 1. Geographische Literatur * 3. Frühneuzeitliche Reiseliteratur * **1660** wurde die //Royal Society of London for Improving Natural Knowledge// gegründet, die unter anderem 1665 //Directions for Seamen, Bound for Voyages// erstellte, also Anleitungen zum Beobachten, Sammeln, Dokumentieren usf. * **1684** gründete Pater ''Vincenzo Coronelli'' (1650–1718) die //Accademia Cosmografica degli Argonauti//, die als erste geographische Gesellschaft gilt. * Ab Anfang des [[unterwegs_im_18._jahrhundert|18. Jahrhunderts]] wurden [[expeditionen|Expeditionen]] von [[wiki:expeditionsmaler|Expeditionsmalern]] begleitet. * ''Charles de Brosse'', Autor der //Histoire des navigations aux Terres Australes// (1756) schlug als erster vor, Wissenschaftler auf Entdeckungsreisen mitzunehmen. * Etwa **ab 1750** entstanden geographische Zeitschriften (→ 1790 Canzler), die vielfach auch Reisebeschreibungen publizierten, etwa * Das //Magazin für die neue Historie und Geographie// von ''Anton Friedrich Büsching'' in Hamburg, später Halle, 1767−1788, 22 Bände. * //Auserlesene Aufsätze zur geographischen, statistischen, politischen und sittlichen Länder- und Völkerkunde. Eine Quartalsschrift aus den neuesten und besten Reisebeschreibungen gezogen.// Schulz in Berlin 1786-1797 * ''Hohmann, Joseph''\\ //Geographische Zeitschriften des 18. Jahrhunderts: Ein Beitrag zur Geschichte deutscher geographischer Periodika//\\ Erdkunde (1959) 455-463. [[https://journals-test.ulb.uni-bonn.de/index.php/erdkunde/article/download/1295/1284|Online]]. Hohmann verzeichnet ab 1750 25 Zeitschriften, deren Erscheinungszeitraum und deren Herausgeber, unter denen sich auch Büsching (→ 1777), Ehrmann (→ 1791), Forster (→ 1781), Schulz (→ 1786), Sprengel (→ 1781) finden. * **1788** gründete ''Sir John Banks'' in London die //Association for promoting the Discovery of the Interior Parts of Africa//, kurz: African Association. Diese war eine Interessengesellschaft, denn Mitglieder zahlten Beiträge, damit sie die Expeditionsergebnisse erhielten; kommuniziert wurde mittels Briefverkehr. * **1821** wurde die //Société de Géographie// als französische Gelehrtengesellschaft zur geographischen Forschung in Paris gegründet und ist die älteste Geographische Gesellschaft der Welt; Publikationsorgan war das //Bulletin de la Société de Géographie// (1822–1899) * ''Lejeune, Dominique''\\ //Les sociétés de géographie en France et l’expansion coloniale au XIXe siècle//\\ 236 S. Paris 1993: Bibliothèque Albin Michel-Histoire. Rezension [[https://www.persee.fr/doc/cea_0008-0055_1995_num_35_138_1467_t1_0695_0000_3|Online]] * **1828** entstand die //Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin// zur //»Beförderung der Erdkunde im weitesten Sinne des Worts durch mündliche oder schriftliche Mittheilung«// mit ''Carl Ritter'' als erstem Vorsitzenden dieser Gelehrtengesellschaft. //Die Erde// (seit 1833) ist die älteste noch erscheinende Fachzeitschrift für Geographie der Erde. * **1830** entstand die //Geographical Society of London //, die 1831 mit der //African Association// von 1788 zur //Royal Geographical Society RGS// fusionierte; in ihr gingen später auf: der //Raleigh Club//, die //Palestine Association// und zuletzt das //Institute of British Geographers//. Damit ist sie die größte geographische Gesellschaft in Europa. * **1846** wurde die //Hakluyt Society// in London gegründet und widmet sich seither insbesondere der Herausgabe von Texten aus dem Zeitalter der Entdeckungen. * → [[wiki:ausstellungsliste_wissenstransfer|Ausstellungsliste Wissenstransfer]]\\ → [[literaturliste_voelkerkunde|Literaturliste Völkerkunde]] ===== Verweise ===== Eine umfassende Untersuchung dazu scheint es nicht zu geben, siehe den Übersichtsartikel von ''[[https://doi.org/10.4000/13efm|Goldman]]'' (2025), Ansätze finden sich bei:\\ → Literatur zu einzelnen Sammlungen siehe in den Zeitleisten der Reisesammlungen\\ → Quellen und thematisch übergreifende Literatur: [[Literaturliste Reisesammlungen|Literaturliste Reisesammlungen]] → **[[synopse_a|Synopse der Zeitleisten und Literaturlisten]]**\\ → Vor dem 16. Jahrhundert siehe die [[zeitleiste_itinerare_periploi|Zeitleiste der Itinerare]] mit deren Sammlungen. {{tag>Reiseliteratur Reisesammlungen liste_zeitleisten_listen literaturliste_entdeckungsgeschichte Wissen}}