wiki:1985_okavango
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+ | ====== Unterwegs ins Okavango-Delta ====== | ||
+ | ===== Von Simbabwe nach Botswana ===== | ||
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+ | Ein Reisebericht von [[wiki: | ||
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+ | ==== Rhodes Matopos National Park südlich von Bulawayo, Simbabwe ==== | ||
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+ | Es scheint, als hätte sich eine Elefantenherde in der Savanne verteilt und dann zum Schlafen hingelegt. Die Piste schlängelt sich elegant um die grau-schwarzen Buckel kleiner, großer und sehr großer Monolithen. | ||
+ | Ein guter Ort, begraben zu sein. Den Hügel krönt ein weiterer Monolith, in dessen Mitte eine große, doch schlichte Stahlplatte eingelassen ist. '' | ||
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+ | 1985, als ich dort stand, schien die Welt [[wiki: | ||
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+ | Was mich hierher führte? Eine unvollendete Reise. Vor zwei Jahren hatte ich mich an der Trans-Afrika-[[wiki: | ||
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+ | ==== Via Francistown nach Maun ==== | ||
+ | Also fuhren wir mit dem Ford nach Botswana (was laut Mietwagenfirma verboten war). Bis Francistown eine [[wiki: | ||
+ | Seit Francistown hatten wir keine Siedlung mehr gesehen und laut Karte gab es auch keine bis Maun. Nach und nach spuckte die Steppe am Rande der Kalahari neugierige Besucher aus. Nomaden, freundlich: »Ich nix botswanesisch sprechen – Du nix deutsch?« | ||
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+ | Den Wagen wieder auf die Räder zu kippen war kein Problem, die platten Reifen aufzupumpen schon. Wir suchten den Reservereifen und hatten nun drei Platte. Was tun? Strohhalme ziehen: Einer blieb beim Wagen, einer mußte zur nächsten Werkstatt. Räder abschrauben ging, wir hatten ja nur das wenige Werkzeug, das sich im Mietwagen befand. Jetzt fehlte nur noch eine Transportmöglichkeit. Nach inoffiziellen Angaben verkehrten auf dieser Strecke etwa fünf Wagen täglich. Mehrere Stunden später schickte uns ein gnädiger Reisegott einen Wagen, der nicht nur hielt, der nicht nur willens war, mich und zwei Räder mitzunehmen, | ||
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+ | Als wir Maun abends erreichten, hatte die Werkstatt geschlossen. Ich deponierte die beiden Reifen im benachbarten Store, der ebenfalls gerade schloß. Die Nacht verbrachte ich im //Crocodile [[wiki: | ||
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+ | Am nächsten Morgen früh raus, 16 Kilometer vom Camp bis Maun getrampt, die Reifen in //Rileys Garage// abgegeben, Frühstück. Zurück in der Garage hörte ich, daß es keine passenden Schläuche in Maun gäbe. Also kamen größere rein. Um 13 Uhr war ich wieder beim Wagen in der Kalahari. Gerd erzählte von nächtlichen Löwenbesuchen und daß er aus dem Fenster gepinkelt habe. Den Weg zum //Crocodile Camp// kannte ich ja nun. Auf der schlimmen Sandpiste blieben wir noch einmal stecken. Ein // | ||
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+ | ==== Flug auf Chief' | ||
+ | Anderntags bekamen wir einen Platz in einer sechssitzigen Cessna und flogen mit //Air Karango// ins //Delta Camp//. Dort, steht die // | ||
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+ | Das »Land im Wasser« ist etwa so groß wie Schleswig-Holstein, | ||
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+ | Ohne Flugzeug geht hier wenig. Nach 30 Minuten Flug landen wir auf //Chief’s Island//, eine holprieg Erdpiste empfängt uns, die von oben wie ein Bleistift die Insel teilt. Ein klappriger alter Jeep wartet und bringt uns ins sechs Kilometer entfernte [[wiki: | ||
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+ | ==== Mit dem Einbaum durchs Delta ==== | ||
+ | Wie das bei Bars so ist, halten gegenüber die Taxis. Hier sind das die Sumpftaxis, Einbäume. //Mokoros// nennen die Einheimischen sie, denn das Delta ist an den Rändern bewohnt, ursprünglich und noch im Norden leben hier vorwiegend Buschmänner, | ||
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+ | »Fachmänisch« suchen wir uns ein Boot aus, wir wollen einige Tage den Sumpf erkunden. Ein voll beladenes Mokoro liegt nur wenige Zentimeter über dem Wasserspiegel, | ||
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+ | Am Rande stehen oft Impalas. Kommen wir näher, trabt die Herde ohne Hast durch den nächsten flachen Wasserlauf zur nächsten Insel. Wir vagabundieren durch das mäandernde System der Wasserläufe, | ||
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+ | Frühzeitig suchen wir uns einen Platz für die Nacht, ein Inselchen mit Lagerplatz für Zelte, Gepäck und Feuer. Nächtlichen Schutz bietet alleine das Feuer, der Rauch signalisiert den Tieren einen Buschbrand. Dennoch: Wenige Monate zuvor wurde eine junge Frau aus Niedersachsen hier nachts von Löwen aus dem Zelt geholt und gefressen. (Kein Gerücht: Ein damaliges dzg-Vorstandsmitglied, | ||
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+ | Nicht abschreckbar sind die Affen: neugierig, vorwitzig, klauen sie wie die Raben (das ist beleidigend für die Raben). Ärgerlich, wenn sie mit der Dose Kaffee im Baum sitzen und sich totlachen. Manchmal hilft ein gezielter Wurf, aber sie werfen auch gerne zurück und von oben nach unten haben sie die besseren Karten. Abends verwünscht man die Tierschützer und ihren erfolgreichen Kampf gegen Froschschenkel auf Speisekarten, | ||
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+ | Obwohl uns die Landschaft überall zum Verwechseln ähnlich scheint, findet sich der Führer scheinbar mühelos zurecht, jedenfalls bringt er uns ohne tagelange Verzögerungen zurück ins Camp. Als [[wiki: | ||
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