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Tobias Gohlis, Christoph Hennig, Jürgen Kagelmann, Dieter Kramer, Hasso Spode

Voyage. Jahrbuch für Reise- & Tourismusforschung

Band 1 (1997): Warum reisen?
Band 2 (1998): Das Bild der Fremde

Köln: Dumont. 16,5x24 cm: 200 S., Abb. je 39,90 DM

Hier ist es endlich, das Forum für alle, die sich ernsthaft (?) mit den Aufbrechenden und Zurückkehrenden beschäftigen. Im Editorial plädiert Hasso Spode für »eine breitere und fröhliche Wissenschaft vom Reisen … niemals langweilig«. Reisen und Tourismus werden unterschieden, denn die Reise ist »eine Idee, eine Form eine Haltung, eine Einstellung und ein Verhaltensmodell« (Urbain) das den homo viator kennzeichnet und tief in uns allen verwurzelt ist. In einer Welt, die das Risiko scheut, die Stille und das Allein-Sein erscheint dieser Trieb in seiner industrialisierten Form: »Massentourismus ist der friedlichste Ersatz für allerhand andere tradierte Weisen, in größeren Menschenverbänden die Welt kennenzulernen« meint Cora Stephan. Interessant ist die Übersicht über das bunte Feld sprießender Tourismustheorien von Christoph Hennig: Reisen als Flucht, Konformität, Trieb, zur Erholung, als spannender Sinnsuche zwischen realer Erfahrung im Außen und imaginären Welten im Kopf… Weshalb eigentlich wird nun nicht mehr unterschieden zwischen einer Theorie des individuellen Reisens und einer des Massenphänomens Tourismus? Das Problem der authentischen Erfahrung führt ebenfalls dorthin – wollen Touristen das überhaupt? O. Häußler meint »Nein « – aber vielleicht wollen sie es doch und ihnen ist das Risiko zu hoch? Das Risiko, sich zu verändern oder andere Erfahrungen zu machen als die anderen Plattenhausbewohner.

Reisen und Imagination ist Thema des zweiten Bandes und beschreibt das Bild der Fremde in den Köpfen: Das Meer – Das Reisegefühl der Rockmusik – Sesselreisen in Büchern – die Suche nach Shangri-La – Sehnsucht nach Natürlichkeit – Image von Reisezielen.

Die Bände schließen mit Buchkritiken, Zahlen und Trends zum Tourismus sowie Kurzfassungen der Beiträge anstatt eines Registers.

Interessant ist die interdisziplinäre Mischung: Soziologen und Historiker, Journalisten und Nachwuchswissenschaftler schreiben hier auf hohem Niveau wissenschaftliche Beiträge, aber auch Essays. Hilfreich wären allerdings jeweils kurze Bibliographien zu den Themen außerhalb der Anmerkungen. – Aber die Bindung, eijeijei: Wenn das Buch doch nur etwas haltbarer wäre! NL

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