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Pep Subirós

Wiedersehen in Timbuktu

Roman

A.d. Katalanischen v. Elisabeth Brilke. Stuttgart: J.G. Cotta 1998. 12,5x20,5cm: 377 S., 1 Kartenskizze. 44 DM.

Er zieht bei seiner Lebensabschnittsgefährtin ein, sie bald darauf aus und schreibt ihm: Vielleichst triffst Du mich in Timbuktu. Der Weg dorthin enthält für jeden der beiden kleine persönliche Dramen. Ihrer Wege kreuzen sich auf dem Niger, doch sie begegnen sich nicht. Ende offen.

Oder so: Er liest seit Jahren alles Timbuktu, Reiseberichte der letzten 200 Jahre, denkt aber nicht daran hinzufahren. Sie bricht auf, läßt sich treiben und fühlt sich schließlich in Afrika, in der Sahara, in Timbuktu zu Hause. Er bricht auf, will alles jetzt und sofort, wird krank und flieht aus Afrika.

Zum dritten: Er, Anwalt, erzählt nüchtern von seinem Verhältnis zu ihr und leidenschaftlich von den Versuchen europäischer Abenteurer nach Timbuktu zu gelangen und deren Weg in Leid und Tod. Sie, Ärztin, entdeckt ihren Körper, Triebe und schließlich die Freude, schwanger zu sein in einem Verhältnis mit einem Targi.

Beide begegnen Gefahr, Krankheit, Tod: Sie jedoch wird stärker, ihr zeigen sich Wege, Unterstützung, je näher sie ihrem Ziel kommt. Ihm stellen sich Menschen und Umstände in den Weg, bis er kurz vor der Selbstzerstörung aufgibt.

Der Roman ist eine Geschichte der Reisen nach Timbuktu, die immer auch eine Reise in die Phantasie ist und der Begegnung mit der Wirklichkeit. Mit Afrika, mit der Wüste kann man sich einlassen, sich gefangennehmen und treiben lassen im Vertrauen, das sich schon das Richtige ergibt, auch wenn es nicht das Gewünschte sein wird. Oder man kämpft, versucht den eigenen Rhythmus durchzusetzen und wird verlieren. Afrika kann man lieben oder daran zugrunde gehen. Oft habe ich beim Lesen meine eigenen Erfahrungen wiedergefunden: so habe auch ich die Wüste, die Menschen, das Leben dort erlebt! NL

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