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Norbert Suchanek

Mythos Wildnis

Stuttgart: Schmetterling 2001. Broschur14,5 x 20,5 cm: 136 Seiten — 10,20 €

 

»Außerhalb der Stadt gibt es nur Helden und Ungeheuer«, sagte Aristoteles vor rund 2500 Jahren. Dorthin sandten den einen die Göter, die anderen suchten dort ihre aventiure. Wildnis als Gegensatz zur Zivilisation (letzteres meint tatsächlich das Leben in der Stadt) ist bedrohlich und per se zu bekämpfen. Und alles, was sich auf der Grenze zwischen Wildnis und Zivilisation bewegt, ist unheimlich wie die Zagahussa, die Zaunhexe, die je ein Bein hier und dort hat.

Suchaneks neues Buch unternimmt eine kritische, kulturhistorisch fundierte Auseinandersetzung mit dem westlichen Wildnis-Mythos.

Die europäischen Eroberer bezeichneten ihre «Entdeckung» Amerika als Wildnis. Es war „Niemandsland“, also nahm man es sich und brachte den Wilden die „Zivilisation“.

Zur Vertiefung dieses Themas empfehle ich das Buch von Stephen Greenblatt: Wunderbare Besitztümer. Die Erfindung des Fremden. Reisende und Entdecker [286 S., Berlin: Wagenbach 1994]. NL

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