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Marion Giebel

Reisen in der Antike

Düsseldorf/Zürich: Artemis & Winkler 1999. Pappband 13 x 20,5 cm: 242 Seiten, 28 Abb. 24,9 €

Die Autorin sucht ihr Motto bei Plinius dem Älteren: »Von Natur aus sind die Menschen auf Neuerung und Ortsveränderung aus … Reisen sieht er allgemein als Aufbruch, Wechsel der Lebensgewohnheiten, Gewinnung neuer Einsichten.« Als Altphilologin findet sie die »Urreise« bei Iason und den Argonauten, eine ägyptische, sumerische oder hethitische Antike bleibt außen vor. Doch die Geschichte gibt auch so noch genug her: Geradezu spannend ist die Weltsicht der Alten, Länder und Völker, von denen sie zu berichten wissen und wie sie sich die Erde vorstellen. Immerhin galt zu Zeiten von Platon und Aristoteles die Erde bereits als Kugel, Eratosthenes bestimmte den Erdumfang schon sehr genau. Fast zweitausend Jahre später fürchteten die europäischen »Welteroberer«, über den Rand der flachen Erde zu fallen. Aus der Geschichte lernen? Kulturpessimisten meinen, das ginge nicht. Lehrreich ist es trotzdem und unterhaltend zugleich, beispielsweise die Expedition von Pytheas nach Norden, bis zu Thule, wo der Ozean »geronnen und unbefahrbar ist«. Traf er auf das Scheibeneis vor der norwegischen Küste? Oder erreichte er Island?

Das einzige, was mir an dem Buch nicht gefällt, ist der Preis. Und bis Weihnachten ist es noch lange hin.  - NL

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