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James N. Baade (Hg.)

Eine Welt für sich

Deutschsprachige Siedler und Reisende in Neuseeland im 19. Jahrhundert

Bremen: Ed. Temmen1998. Gegenüber der englischen Ausgabe (Oxford 1993) überarbeitet und erweitert. Fester Einband mit Fadenheftung 16,5 x 23,5 cm: 304 Seiten, 180 Textabb. - 24,9 €

 

Der deutsche, österreichische bzw. schweizerische Blick auf Neuseeland im 19. Jahrhundert bildet den Gegenstand des Werkes. Der Herausgeber, Professor für deutsche Sprache und Geschichte an der Uni Auckland, bündelte dazu 26 Texte von Wissenschaftlern, Diplomaten, Journalisten.

Gründlich und wissenschaftlich methodisch werden zahlreiche Quellen aufgearbeitet, denn noch sind Briefe, Tagebücher, Fotos der damaligen Ankömmlinge noch in den Händen der Nachfahren. Interessant, daß etliche der Autoren ihre eigene Familiengeschichte zum Gegenstand ihrer Forschung gemacht haben. Ob familiäre Interessen ihre Arbeit beeinflußt hat, wird nicht thematisiert.

Die 26 Texte untersuchen exemplarisch die Motive von vier Auswanderergruppen: Siedler, Unternehmer, Missionare sowie Künstler und Wissenschaftler. Einerseits wird das Schicksal von Personen und Orten erhellt, andererseits lassen sich die Beiträge auch als Teil einer Reisegeschichte lesen. Die zumeist unerfüllten Erwartun­gen der Ankömmlinge dürften das Schicksal mehrerer Generationen geprägt haben. Am Rande wird das Thema der deutschen Kolonien im Südpazifik berührt.

Die 180 Abbildungen genossen leider nicht die Gunst der Layouter. Die Pläne sind dilettantisch gezeichnet. Viele Fotos haben nur Briefmarkengröße. Bei Porträts mag das noch angehen – aber Landschaftsaufnahmen von der Größe zweier Daumennägel? - NL

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